Verleihung des Preises für soziale Grafik bisher ausdrücklicher Stiftungszweck.

Lauterbach-Stiftung
Hans-Georg Lohe ist Kulturdezernent in Düsseldorf.

Hans-Georg Lohe ist Kulturdezernent in Düsseldorf.

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Hans-Georg Lohe ist Kulturdezernent in Düsseldorf.

Burscheid. Schon dreimal hat hat die Stadt Düsseldorf den eigentlich alle zwei Jahre auszulobenden Carl-Lauterbach-Preis für soziale Grafik nicht verliehen. Seine Ausschreibung ist aber ein Stiftungszweck der Carl und Ruth Lauterbach Stiftung, in die Ruth Lauterbach 1995 eine Million Mark eingebracht hatte. Am Donnerstag kündigte Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe gegenüber dem BV an, die Stadt wolle den Stiftungszweck jetzt ändern.

„Wir haben das juristisch prüfen lassen“, sagte Lohe. Laut ihrer Satzung vom März 1995 dient die Lauterbach-Stiftung bisher vier Zwecken: dem Archiv Lauterbach selbst, der Herausgabe von Publikationen über das Archiv, dem Carl-Lauterbach-Preis für soziale Grafik und und der sonstigen Arbeit des Düsseldorfer Stadtmuseums, die die Zeit der Lauterbach-Sammlung betrifft.

Eine Satzungsänderung ist also überfällig, wenn die Stadt von dem Preis abrückt – zumal die Neueinschätzung zu Carl Lauterbachs Verhalten in der NS-Zeit mit rund 40 Ausstellungen schon seit Jahren intern bekannt war.

Erste Hinweise laut Lohe schon ab dem Jahr 2006

Zwar ist die biografische Skizze im Internet mit den kritischen Anmerkungen zu Lauterbach laut Lohe erst im Zuge der aktuellen Ausstellung des Stadtmuseums mit Bildern jüdischer Kinder veröffentlicht worden. Aber die zugrundeliegenden Erkenntnisse des Kunstwissenschaftlers Werner Alberg lagen schon seit Jahren vor. Er hat das Museum bereits 2009 verlassen. Lohe sprach von ersten Hinweisen um 2006, die dann weiter erforscht worden seien.

Eine Veröffentlichung dazu hat es aber bisher nicht gegeben. Lohe begründete die Zurückhaltung auch mit der Rücksicht auf die Fotografin Ruth Lauterbach, die Teil des Stiftungsnamens ist. er

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