Am Samstag kamen wieder viele Burscheider zur Abnahme des Sportabzeichens auf dem Griesberg. Einige sammeln es sogar wie Briefmarken.

Auch die jüngsten Generationen wollten auf dem Sportplatz am Griesberg ihr Sportabzeichen machen. Fotos : Nicole Haase
Auch die jüngsten Generationen wollten auf dem Sportplatz am Griesberg ihr Sportabzeichen machen. Fotos : Nicole Haase

Auch die jüngsten Generationen wollten auf dem Sportplatz am Griesberg ihr Sportabzeichen machen. Fotos : Nicole Haase

Enrico Förster gibt alles, um die Kugel so weit wie möglich zu werfen.

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Auch die jüngsten Generationen wollten auf dem Sportplatz am Griesberg ihr Sportabzeichen machen. Fotos : Nicole Haase

Burscheid. Dass Karl Bohmrich bereits 80 Jahre alt ist, das können viele nicht glauben. Lässig lehnt er sich an das Geländer auf dem Sportplatz Griesberg. Er schaut den Läufern zu. Damals ist er auch hier gelaufen. Bestzeiten. Auch heute noch wird er als Burscheids schnellster Läufer bezeichnet. Einen Titel, den er auch ganz gerne trägt. Schließlich investierte er ja viel Zeit und Mühe in das Training.

„Es war 1967. Und es war so viel Schlamm auf der Laufbahn“, erzählte Karl Bohmrich. Seine Zeiten beim Ausdauerlauf sind immer noch ungeschlagen. Ob es bei der Sportabzeichenabnahme am Samstag jemand schafft? Karl Bohmrich behält es im Auge. Für den Tag hat er eigens seinen Sportanzug aus dem Schrank geholt. Er trainiert immer noch und hält sich in Form. Das Sportabzeichen braucht er aber nicht mehr, wie er sagt. Dutzende Mehrkampfabzeichen in Gold hat der 80-Jährige bereits zu Hause. Stattdessen nimmt er jetzt die Werte derer auf, die das Abzeichen machen wollen.

Zu denen gehört beispielsweise Rudolf Kasper. Gerade konnte er den Ausdauerlauf als erledigt abhaken. 27 goldene Sportabzeichen hat er bereits in einem eigenen Ordner abgeheftet. An diesem Tag soll Nummer 28 hinzukommen. Was das angeht, ist der 68-Jährige ein Sammler. Das ist auch bei den Urkunden so, die er für seine Blutspenden bekommt. Zu den Blutspendeterminen zu gehen, ist für ihn selbstverständlich. Auch deshalb, weil es einen wichtigen Anhaltspunkt darüber gibt, wie es mit der Gesundheit bestellt ist.

Die will der Burscheider sich, so gut und so lange es geht, erhalten. Montags geht er zum Männerturnen. Dann nimmt er noch am Sportkegeln teil. Und drei Mal in der Woche joggt der 68-Jährige. Daher sollte der Ausdauerlauf eigentlich für ihn eine Kleinigkeit gewesen sein. Und doch bezeichnet er ihn als die aus seiner Sicht schwierigste Disziplin. „3000-Meter-Lauf ist für mich schwierig, weil ich lieber durch das Gelände laufe“, sagt Rudolf Kasper, der Mitglied der Burscheider Turngemeinde ist. Auf dem Sportplatz fehle ihm die Abwechslung.

„Wichtig ist, dass man grundsätzlich Sport treibt.“

Renate Stechert, Sportlerin

Zu den jungen Teilnehmern gehört Juan Goerth. Dem Achtjährigen hat das Deutschland-Trikot Glück gebracht. Alle Disziplinen hat er mit Bravour geschafft. Er wollte unbedingt ein Sportabzeichen machen, obwohl er am Laufen und Weitwurf weniger Gefallen findet. „Am liebsten habe ich den Weitsprung“, sagt Juan Goerth.

Am anderen Ende des Sportplatzes nimmt Renate Stechert einen Medizinball in die Hand. Mit Schwung wirft sie ihn weg. Mit über sieben Meter Distanz hat die 66-Jährige das Ziel gut erreicht. Sie kann die Disziplin abhaken. Ihre Leistung tut sie aber ab. So gut sei sie nicht, es gehe ihr ja auch nur um dem Spaß. „Mit vier oder fünf Jahren bin ich zur Burscheider Turngemeinde gekommen. Turnen liegt mir eher“, sagt Renate Stechert.

Sie ist ehrgeizig. In Gold muss das Abzeichen schon sein. Sie will Leistung bringen und sie zeigen. „Die größte Schwierigkeit ist für mich das Laufen. Stattdessen mache ich Nordic Walking“, sagt die 66-Jährige. Das sei nicht minder anstrengend: 7,5 Kilometer in 69,3 Minuten. Wenn sie mit Bronze zufrieden wäre, könnte sie sich 14 Minuten länger Zeit lassen. Das kommt für sie aber nicht in Frage. Renate Stechert sagt aber auch:

„Nicht jeder muss ein Sportabzeichen machen. Wichtig ist doch, dass man grundsätzlich Sport treibt.“

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