Einen spielerischen Umgang mit Wissenschaft will das Odysseum Kindern vermitteln.
Einen spielerischen Umgang mit Wissenschaft will das Odysseum Kindern vermitteln.

Einen spielerischen Umgang mit Wissenschaft will das Odysseum Kindern vermitteln.

Thomas Puy-Brill freut sich als Geschäftsführer über mehr als 600 000 Besucher in den vergangenen zwei Jahren.

Eppinger, Bild 1 von 2

Einen spielerischen Umgang mit Wissenschaft will das Odysseum Kindern vermitteln.

Burscheid.  Vor zwei Jahren wurde der Abenteuer- Wissenspark Odysseum eröffnet. Geschäftsführer Thomas Puy-Brill zieht Bilanz.

Herr Puy-Brill, zwei Jahre Odysseum. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Thomas Puy-Brill: Wir sind mit dem Start sehr zufrieden gewesen. Die Idee des Odysseums war für alle Beteiligten ein großes Abenteuer. Es war das erste Projekt dieser Art in der Region und es ist sehr gut angenommen worden. Wir hatten über 600 000 Besucher in den ersten zwei Jahren. Anfangs mussten wir vielen erklären, was ist eigentlich das Odysseum. Heute haben wir schon 25 Prozent Wiederholungsbesucher.

Wie sind die Perspektiven und Ziele für die kommenden zwei Jahre?

Puy-Brill: Wir wollen das Odysseum als einen Ort weiterentwickeln, an dem sich Freizeit und Unterhaltung mit der Möglichkeit, Dinge zu begreifen und zu lernen, verbindet. Da gibt es noch viele spannende Themen, die wir präsentieren können.

Das vor zwei Jahren eröffnete Odysseum bietet seinen Besuchern 5500 Quadratmeter Experimentierfläche in fünf Themenwelten und 200 Erlebnisstationen.

Corintostraße in Kalk unweit der Köln Arcaden. Linie 1 und 9 bis Kalk Post.

Montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen 9 bis 19 Uhr.

Erwachsene 14 Euro, Jugendliche (13 bis 17 Jahre) 9,50 Euro, Kinder (vier bis zwölf Jahre) 7,50 Euro.

Weitere Infos im Internet: www.odysseum.de

Wie hält man die Balance zwischen Unterhaltung und Bildung?

Puy-Brill: Wissenschaften sind gar nicht so trocken, wie man vermutet. Das gibt es viele überraschende, spannende und auch lustige Momente. Vielem begegnet man auch im Alltag. Das fasziniert die Menschen, wenn man es richtig präsentiert. Wir wollen hier zum Beispiel Gentechnik nicht komplett erklären, aber wir wollen Impulse geben, sich einmal damit auseinanderzusetzen.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Kindern und Jugendlichen?

Puy-Brill: Was wir hier erleben, ist sehr unterschiedlich. Es gibt sehr viele Kinder, die hier ihrem Forscherdrang freien Lauf lassen und die keine Berührungsängste mit Wissenschaft und Technik haben. Andere sind etwas zurückhaltender.

Wie wichtig sind die Kooperationen mit Schulen?

Puy-Brill: Eine grundsätzliche pädagogische Leitlinie zu haben und unser Programm auf Schulen auszurichten, ist uns sehr wichtig. Das kann nur im Dialog funktionieren. Deshalb haben wir eine ganze Reihe Partnerschulen aus ganz unterschiedlichen Schultypen. Das ist für uns in unserer Arbeit eine wichtige Orientierungshilfe.

Wie groß ist Ihr Einzugsgebiet? Hat sich dieses seit 2009 verändert?

Puy-Brill: Unser Kerngebiet ist Köln und Umgebung. Das gilt für die Gebiete, die etwa eine halben Stunde entfernt liegen. Gut erreichen wir auch die Region Aachen und Teile von Rheinland-Pfalz. Was in Richtung Ruhrgebiet geht, ist für uns etwas schwieriger zu erreichen, da es da einige alternative Angebote gibt. Aber auch von da kommen immer häufiger Besucher ins Odysseum.

Wie ist das Verhältnis von Individual- und Gruppenbesuchern?

Puy-Brill: Gruppenbesuche machen etwa ein Drittel der Besucher aus. Zwei Drittel sind Familien.

Welche Rolle spielt die Kooperation mit Unternehmen aus der Region?

Puy-Brill: Ziel dieser Einrichtung ist es, auch eine Plattform für Kommunikation zu sein. Das gilt für Forschungseinrichtungen wie der Universität zu Köln, mit der wir eng zusammenarbeiten. Das gilt ebenfalls für Wirtschaftsunternehmen, die stark bei der Forschung sind. Da sind Kooperationen mit Netcologne oder Ford immens wichtig, weil wir so aus erster Hand von Leuten Inhalte bekommen, die an der Spitze der Forschung stehen. Diese arbeiten wir so auf, dass sie für unsere Besucher verständlich werden. Um dies seriös tun zu können, ist der Wissenstransfer unerlässlich.

Welche Rolle spielt das Odysseum fürs Rechtsrheinische?

Puy-Brill: Das ist eine wichtige Aufwertung des kulturellen Bereiches. Bei manchen Dingen gibt es noch Verbesserungsbedarf – so beim Anschluss an den Öffentlichen Personennachverkehr. Von den Haltestellen von S- und U-Bahn sind es zwar nur wenige Minuten, aber wir bräuchten insbesondere für ältere Besucher auch eine eigene Bushaltstelle. Das Odysseum wird hier aber als Landmarke durchaus wahrgenommen.

Wie funktioniert die Finanzierung des Odysseums?

Puy-Brill: Wir haben ein klares Ziel, das ist die schwarze Null. Da werden wir auch hinkommen. Wir brauchen dafür noch ein wenig Zeit, aber wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir haben sehr effiziente Strukturen und sind mit dem bisherigen Verlauf zufrieden.

Was bietet das Odysseum Besuchern in den Sommerferien?

Puy-Brill: Sommerzeit ist Wasserzeit – das gilt auch für unser bereits im vergangenen Jahr erfolgreiches H2O-Odysseum-Programm, das wir in diesem Jahr wieder aufgreifen werden. Wasser ist ja eine der wichtigsten Ressourcen, die wir besitzen. Der lokale Bezug ist der Rhein. Wir wollen den Besuchern zeigen, welche Bedeutung er für unser Leben hat. Dazu gehören zum Beispiel die Themen Hafenlandschaft und Rhein als Verkehrsweg. Es gibt eine große Fluss- und Hafenlandschaft, wo man spielerisch den Rhein erkunden kann. Dazu kommen die große Wasserrutsche und die Wasserbaustelle auf unserem Außengelände.

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