FC-Manager Michael Meier sieht seinen Klub in der Verantwortung für die Sportstadt Köln.

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Michael Meier ist seit 2005 Manager des 1. FC Köln.

Michael Meier ist seit 2005 Manager des 1. FC Köln.

Stephan Eppinger

Michael Meier ist seit 2005 Manager des 1. FC Köln.

Köln. Bergischer Volksbote: Herr Meier, wie beurteilen Sie die Perspektiven der Sportstadt Köln?

Michael Meier: Als Millionenmetropole hat es Köln mit dem Auftrag, als Sportstadt zu gelten, schwer, weil der Profisport hinter den Erwartungen zurückbleibt. München und Hamburg haben je zwei wichtige Fußballmannschaften. Hier ist der FC das Aushängeschild, Fortuna und Victoria erfüllen die Erwartungen nicht.

Im Basketball hat sich das Kölner Team aus strukturellen Gründen verabschiedet, während man im Eishockey bei den Haien glücklicherweise wieder die Kurve bekommen hat. Da darf man sich beim FC nicht fragen, was kann die Stadt für mich als Profiklub tun, sondern, was kann ich für die Sportstadt tun. Die Stadt ist auf Initiative angewiesen. Da ist im Breitensport jeder Kölner aufgerufen, etwas zu tun und wir als Profiverein ganz besonders.

BV: Welche Rolle spielt ein Ereignis wie das DFB-Pokalfinale der Frauen?

Meier: Große Ereignisse spielen immer eine entscheidende Rolle. Jedes Länderspiel, das in Köln stattfindet, und auch das Pokalfinale haben eine Strahlkraft für den Standort. Insofern ist die Entscheidung für Köln beim Finale ein wichtiger Punkt für die Sportstadt.

BV: Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Frauenfußballs?

Meier: Die Entwicklung von der sportlichen Seite her, muss national und international den Vergleich nicht scheuen. Die Titel, die die Frauen-Nationalmannschaft holt, sind ja weit mehr, als das, was die Herren nach Hause bringen. Aber beim Zuschauerzuspruch hinkt der Frauenfußball zum Beispiel im Vergleich zu den USA noch hinterher. Das ändert sich mit der Attraktivität der Spiele immer mehr, was mich sehr freut.

"Köln ist emotional und der Klub ist da ein Spiegelbild der Bevölkerung."

Michael Meier

BV: Welche Rolle spielen Stars wie Lukas Podolski für den FC?

Michael Meier wurde 1949 in Lünen geboren. Er studierte in Köln und Bonn Volks- und Betriebswirtschaftslehre und startete als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim 1. FC Köln, nachdem er zuvor als Wirtschaftsprüfer gearbeitet hatte, 1981 in seine Karriere als Fußball-Manager. 1987 wurde Meier für zwei Jahre Leiter der Fußball-Abteilung bei Bayer Leverkusen. 1989 wechselte er zu Borussia Dortmund, wo er 16 Jahre in Top-Positionen Verantwortung trug. Seit 2005 ist der 60-Jährige Manager des FC.

Meier: Wir haben als FC, um unser Profil zu schärfen, neben der sportlichen Qualifikation wieder ein Gesicht gebraucht. Dieses Bestreben verkörpert die Symbiose von attraktivem Spiel, dem besonderen Profil des FC und außergewöhnlichen Spielerpersönlichkeiten. Das waren in vergangenen Zeiten Weltmeister wie Hans Schäfer, Wolfgang Overath oder Thomas Häßler. Da können wir durchaus mit Vereinen wie Schalke oder Bayern München mithalten. In dieser Reihe muss man auch Lukas Podolski sehen, der über Köln hinaus eine sehr sympathische Strahlkraft hat.

BV: Was macht den FC zum Gefühl?

Meier: Nicht nur der Verein ist hier ein Gefühl. Emotionen spielen in dieser Stadt eine ganz wichtige Rolle. Köln ist emotional und der Klub ist da ein Spiegelbild der Bevölkerung.

BV: Wie schwer ist es, das Wirtschaftunternehmen FC in Krisenzeiten zu führen?

Meier: Wir können uns über die Loyalität unseres Publikums nicht beklagen. Wir haben in der zweiten Liga einen erstaunlich hohen Zuschauerschnitt gehabt und mussten jetzt in der ersten Liga sogar die Zahl der Dauerkarten auf 25 000 begrenzen, um allen die Chance zu geben, einmal den FC zu erleben. Das ist eine sichere Einnahmequelle.

Im Marketingbereich haben wir noch nicht die Wertigkeit erreicht, die wir einmal hatten. Das hängt natürlich auch mit dem sportlichen Erfolg zusammen. Da gibt es noch Potential nach oben. Aber wir haben trotzdem die durch die Finanzkrise entstandene Delle gut überstanden und keinen Einbruch im Marketing erlebt. Ausruhen dürfen wir uns aber auf keinen Fall, weil wir immer an der glorreichen Vergangenheit gemessen werden.

BV: Wie sehen die sportlichen Perspektiven des FC in dieser Saison aus?

Meier: Wir haben das Fan-orientiert so formuliert, dass wir am Ende der Saison vor Mönchengladbach in der Tabelle stehen wollen. Außerdem wollen wir unserem Heimpublikum einen erfolgreicheren Fußball bieten. Da war das Ergebnis gegen Kaiserslautern ein Schlag ins Kontor. Aber am Ziel ändert das nichts. Wir müssen als dritte Aufgabe unsere jungen Leute, die ja viel Qualität haben, schnell integrieren. Schnell heißt für mich innerhalb der kommenden anderthalb Jahre. Bis dahin müssen sie nachweisen können, dass sie in der Lage sind, mit dem FC in der ersten Liga auf einem entsprechenden Niveau zu spielen.

BV: Was bedeutet Köln für sie persönlich?

Meier: Ich habe hier studiert und meine ersten beruflichen Schritte als Wirtschaftsprüfer und später beim FC in Köln gemacht. Das war die Region, die ich mir immer gewünscht habe. Daher bin ich auch wieder gerne zurückgekommen.

BV: Ist Sportmanager noch ein Traumberuf für Sie?

Meier: Jeder hat einen Berufswunsch, den er mit aller Kraft anstrebt, und der ihn fasziniert. Und mir ist das auch gelungen. Natürlich ist das ein Metier, bei dem man sich oft aufreiben muss. Aber die Faszination überwiegt für mich nach wie vor.
 

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