Für Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes ist der Automobilkonzern gut für die Zukunft gewappnet.

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Bernhard Mattes ist seit 2002 Chef bei Ford in Köln.

Bernhard Mattes ist seit 2002 Chef bei Ford in Köln.

Ford

Bernhard Mattes ist seit 2002 Chef bei Ford in Köln.

Köln. Bergischer Volksbote: Herr Mattes, was bedeutet der Standort Köln für Ford?

Bernhard Mattes: Der Standort hat für Ford eine große Bedeutung. Hier ist die Unternehmenszentrale für Deutschland angesiedelt, außerdem seit Ende der 90er Jahre auch die Verwaltung von Ford Europa, die das Geschäft in 51 Märkten steuert. Außerdem haben wir in Köln das weltweite Kompetenzzentrum für Klein- und Kompaktwagen. Im Stadtteil Merkenich befinden sich zudem unser Entwicklungszentrum und das europäische Vertriebszentrum für Ersatzteile.

BV: Welche Rolle spielt Europa im weltweit tätigen Konzern?

Mattes: Ford Europa ist neben den Regionen Amerika und Asien-Pazifik-Afrika eine von drei großen Einheiten im Konzern und hat beim Gesamtumsatz daher eine große Bedeutung.

BV: Wie wichtig ist das in Köln angesiedelte Klein- und Kompaktwagen-Segment?

Mattes: Das ist für uns ein sehr wichtiges Geschäftsfeld, auf dem wir ein weltweites Wachstum verzeichnen. Künftig wird dieser Bereich bis zu 50 Prozent der globalen Gesamtnachfrage ausmachen. Es ist ein Segment, in dem wir seit Jahrzehnten eine Kompetenz für die Zukunft erworben haben, die uns jetzt zugutekommt. So wird der Ford Fiesta mittlerweile auch in Amerika und Asien immer stärker nachgefragt und auch der Ford Focus hat weltweit Erfolg.

BV: Welchen Wert legen Ihre Kunden auf Nachhaltigkeit beim Autokauf?

Mattes: Dieser Aspekt spielt bei uns inzwischen in allen Segmenten eine große Rolle. Die Menschen wollen nach wie vor eine individuelle Mobilität, diese muss aber auch nachhaltig sein. Regenerative Energien spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Bernhard Mattes wurde 1956 in Wolfsburg geboren. Nach dem Studium arbeitete der Diplom-Ökonom 17 Jahre bei BMW, zuletzt als Vertriebschef für Deutschland. 1999 wechselte er in den Vorstand von Ford nach Köln. 2002 stieg er dort zum Chef auf.

Die Ford-Werke, 1925 gegründet, gehören zur Ford Motor Company, Detroit. Werke gibt es in Köln, Saarlouis und im belgischen Genk. In Köln arbeiten 17 300 Personen, in Saarlouis 6500. Insgesamt hat Ford in Europa 66 000 Mitarbeiter, die 2009 1,5 Millionen Fahrzeuge produzierten.

Für uns zahlt es sich jetzt aus, dass wir auf diesem Gebiet intensiv geforscht haben, auch wenn es hier noch viel zu tun gibt. Daher ist für uns das "Cologne E-Mobil" sehr wichtig, bei dem wir mit der Universität Duisburg-Essen, der Rheinenergie und der Stadt eng zusammenarbeiten. Köln ist somit Modellregion eines bundesweiten Projekts zur Erprobung von Batterie-elektrischen Fahrzeugen und ihrer Infrastruktur.

"Unsere Mitarbeiter leisten gute Arbeit und bieten den Kunden auf 51 Märkten hohe Qualität."

Bernhard Mattes
 

BV: Derzeit wird oft vom kommenden Fachkräftemangel gesprochen. Ist Ford dafür gut gewappnet?

Mattes: Wir bilden an unseren Standorten in Köln und in Saarlouis aus und werden das auch weiterhin tun. Dabei bieten wir jungen Menschen verschiedene Ausbildungsformen, wie die duale Ausbildung an, bei der eine kaufmännische Lehre mit dem Studium kombiniert werden kann. Wichtig ist außerdem unser engmaschiges Netzwerk mit den Hochschulen und Fachhochschulen in Köln, Aachen und Duisburg-Essen. So können wir unseren Bedarf an Fachkräften auch künftig gut abdecken.

BV: Wie beurteilen Sie im Rückblick die Abwrackprämie?

Mattes: Sie war das richtige Mittel und hat uns nachhaltig geholfen, die sich in eine Wirtschaftskrise verwandelnde Finanzkrise gut zu überstehen. Zusammen mit dem Instrument der Kurzarbeit hat sie Beschäftigung gesichert. Natürlich wussten wir, dass danach die Nachfrage deutlich absinken wird. Aber wir haben die Zeit genutzt, konsequent Entwicklungsprojekte voranzutreiben, durch die wir jetzt für die Zukunft gut gewappnet sind.

BV: Was kann Ford für die "Marke" Köln beitragen?

Mattes: Ich bin Wirtschaftsbotschafter für Köln und setzte mich bei meinen Reisen im In- und Ausland für die Stadt ein. Ford ist zudem mit seinen Kölner Produkten - Ford Fiesta und Ford Fusion - Botschafter für die Stadt. Unsere Mitarbeiter leisten hier gute Arbeit und bieten den Kunden auf 51 Märkten hohe Qualität. Unsere Beschäftigten kommen außerdem aus mehr als 50 Nationen und stehen damit beispielhaft für die Vielfalt, die Köln ausmacht.

BV: Sie sind in Wolfsburg geboren. Welche Bedeutung hat Köln für Sie persönlich?

Mattes: Köln bedeutet mir sehr viel. Ich lebe inzwischen mit meiner Familie seit elf Jahren hier, in dieser Zeit habe ich die Stadt lieben und schätzen gelernt, etwa durch den Karneval und beim 1. FC. Ich mag die offene Art, mit der die Menschen hier aufeinander zugehen. Köln ist für mich zu einem Stück neue Heimat geworden.

BV: Gibt es für Sie Lieblingsplätze in der Stadt?

Mattes: Ja, da ist einmal die Natur, wenn ich morgens meinem Sport nachgehe und durch den Stadtwald laufe. Auch der Gang in und um den Kölner Dom ist mir wichtig.
 

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