Timo Jakob (26) hatte sich als ehrenamtlicher Helfer beworben. Für die Auszählung in der Hauptstadt ist extra eine Halle angemietet worden.

Mitgliederbefragung
Timo Jakob gehört am 14. Dezember zu den 400 Helfern, die in einer Berliner Kongresshalle ab dem frühen Morgen auszählen.

Timo Jakob gehört am 14. Dezember zu den 400 Helfern, die in einer Berliner Kongresshalle ab dem frühen Morgen auszählen.

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Timo Jakob gehört am 14. Dezember zu den 400 Helfern, die in einer Berliner Kongresshalle ab dem frühen Morgen auszählen.

Burscheid. Wenn am Samstag, 14. Dezember, in Berlin das Mitgliedervotum der SPD-Basis zum Koalitionsvertrag mit der CDU/CSU ausgezählt wird, ist auch ein Burscheider live dabei: Timo Jakob, Sohn des Ortsvereinsvorsitzenden Bodo Jakob und bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr auch Ratsmitglied seiner Partei, hilft ehrenamtlich mit.

Damit gehört der 26-Jährige zu insgesamt 400 Auszählern aus ganz Deutschland. Die Zusage der Landes-SPD erhielt der Noch-Student Anfang der Woche per Mail. „Am Ende der Koalitionsverhandlungen, als klar war, dass die SPD auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern ist, habe ich mich einfach mal beworben. Dass ich jetzt tatsächlich nach Berlin fahren darf, ist natürlich eine große Sache.“

Befragung endet am 12. Dezember

Die gut 470 000 SPD-Mitglieder können ihr Votum noch bis zum 12. Dezember per Briefwahl abgeben. Für die Auszählung in Berlin ist extra eine Halle angemietet worden. Die Auszählung beginnt je nach Beteiligung morgens zwischen 4 und 6 Uhr, damit das Ergebnis bis zu den Abendnachrichten feststeht. Vorher dürfen keine Ergebnisse herausgegeben werden. Den Auszählern ist das Mitbringen von Handys und Laptops untersagt.

Die Anreise der Helfer erfolgt am Freitag vor der Auszählung, die Rückfahrt am Sonntag. Zugticket, Unterkunft und Verpflegung zahlt die Landes-SPD, die als mit weitem Abstand größter Landesverband der Partei allein 77 Helfer stellt – im Alter von 15 bis 67 Jahren.

Vater und Sohn bei Zustimmung einig

Seine eigene Entscheidung hat Timo Jakob inzwischen getroffen. „Ich habe mit Ja gestimmt, weil ich finde, dass in dem Koalitionsvertrag für die Arbeitnehmer gut was rumgekommen ist. Und ich weiß nicht, ob das mit einer anderen Koalition so geklappt hätte.“ Dafür nimmt er seine Bedenken in Kauf, die um die Mini-Opposition im Bundestag und das künftige Rentensystem kreisen.

Die Abstimmung über den Koalitionsvertrag erfolgt per Briefwahl. Bis zum 12. Dezember, 24 Uhr, müssen die Unterlagen im Postfach des Parteivorstands eingetroffen sein. Für die rechtzeitige Absendung sind die Mitglieder selbst verantwortlich.

Beim Mitgliedervotum dürfen alle Mitglieder abstimmen, die bis zum 13. November von einem Ortsverein aufgenommen und in der Mitgliederverwaltung als Mitglied registriert wurden.

Wenn mindestens 20 Prozent der Mitglieder ihre Stimme abgeben, hat das Votum Gültigkeit und der Koalitionsvertrag wird entsprechend dem Ergebnis angenommen oder abgelehnt.

Die Auszählung am 14. Dezember erfolgt in der denkmalgeschützten Station Berlin, einem Veranstaltungs- und Kongresszentrum mitten in Kreuzberg, anderthalb Kilometer vom Potsdamer Platz entfernt.

In seiner Einschätzung weiß sich Jakob junior mit seinem Vater Bodo einig. Der Burscheider SPD-Vorsitzende ist ebenfalls auf Zustimmungskurs: „Mit diesem Mitgliedervotum ist die SPD die fortschrittlichste Partei in Deutschland. Ich werde mit Ja stimmen, weil ich davon überzeugt bin, dass der Vertrag für viele Menschen zu einer sozialen Verbesserung führen wird. Die Frage, ob eine große Koalition für die Partei gut oder schlecht ist, ist für mich zweitrangig.“

Bis er sich mit seinem Sohn über das Ergebnis der Auszählung austauschen kann, wird sich Bodo Jakob nächste Woche allerdings etwas gedulden müssen. „Ich werde wohl erst am Sonntagabend zurückfahren, um noch einen Tag in Berlin genießen zu können“, kündigt Timo Jakob an.

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