Selbst für hochwertige Lehrstellen finden sich nicht genügend Bewerber. Studium oder Warteschleife sind begehrter.

Rhein.-Berg. Kreis. Auf dem Ausbildungsmarkt bedienen Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer (IHK) und Kreishandwerkerschaft zum Teil unterschiedliche Klientel. Aber Bilanz der der aktuellen Bewerbungsphase haben sie gemeinsam gezogen. Und da ist mancher Trend besorgniserregend.

Zwar spricht das Handwerk davon, mit der Zahl der neuen Ausbildungsverträge sei der Abwärtstrend gestoppt. Aber in einzelnen Gewerken sind weiter zum Teil massive Einbrüche zu verzeichnen. So müssen beispielsweise die Dachdecker in Rhein-Berg Verluste von gut 20 Prozent bei den Ausbildungszahlen verkraften. Auch die IHK sieht einen tiefgreifenden Wandel. Selbst attraktive Ausbildungsplätze blieben unbesetzt.

Als Gründe gelten eine wachsende Zahl an Abiturienten, die Neigung zu längeren Verweilzeiten in weiterführenden Schulen ohne konkreten Berufswunsch („Warteschleifen“) und mancher Studienstart „auf gut Glück“, der nicht selten im Abbruch münde. Auch gebe es auf Bewerber- wie Arbeitgeberseite zu wenig Flexibilität, klagt die Arbeitsagentur. Sie verzeichnet noch 200 offene Lehrstellen. Die gleiche Zahl meldet auch die Handwerkskammer Köln für den Bezirk.

Derzeit befinde man sich noch in der Nachvermittlungsphase, appelliert Stefan Krause, Agenturvorsitzender in Bergisch Gladbach. Noch bis vor Weihnachten könnten Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Sowohl Betriebe als auch Bewerber sollten sich umgehend an die Beratungsstellen der IHK, der Kreishandwerkerschaft und der Agentur für Arbeit wenden.

 

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