Nirgendwo wurden 2009 im Verhältnis weniger Menschen bei Unfällen verletzt als in Burscheid.

Rhein.-Berg. Kreis. In keiner Kommune im Rheinisch-Bergischen Kreis war im vergangenen Jahr das Risiko so gering, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, wie in Burscheid. Die Verunglückten-Häufigkeitszahl rechnet die Zahl der Verletzten und Toten zur besseren Vergleichbarkeit auf 100 000 Einwohner hoch.

Und da weist Burscheid in der Unfallstatistik für 2009 den geringsten Wert der acht Städte und Gemeinden auf. Schon ein Jahr zuvor war er hinter Leichlingen der zweitniedrigste gewesen.

In absoluten Zahlen zeigen sich in Burscheid auch im Fünfjahresvergleich kaum gravierende Veränderungen. Die Gesamtzahl der Unfälle ist gegenüber 2008 leicht auf 483 gesunken, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um elf auf 54 gestiegen. Bei den verunglückten Kindern bewegen sich die Fallzahlen auf konstant niedrigem Niveau (2009: 6).

Augenfälliger ist da schon der Anstieg bei den Senioren: von zwei verunglückten Menschen über 65 Jahren in 2008 auf zwölf im vergangenen Jahr. Für die Polizei ist dieser kreisweit erkennbare Trend zwar der Anlass, ein Verkehrssicherheitskonzept für Senioren entwickeln zu wollen. Aber im Verhältnis zum Anteil an der Bevölkerung sind sowohl die Älteren als auch die Kinder einem unterdurchschnittlichen Unfallrisiko ausgesetzt.

Höchstes Risiko für Jugendliche und junge Erwachsene

Viel gefährlicher leben da Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Ob auf Mofa, Kleinkraftrad oder im Auto - überall liegt ihr Risiko im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil etwa zweieinhalbmal so hoch.

Das hohe Risiko gilt ebenfalls weiterhin für Motorradfahrer generell. "Oft passieren die Unfälle nicht wegen überhöhter, sondern wegen unangemessener Geschwindigkeit", sagt Albert Hebborn, Leiter der Direktion Verkehr, und verweist damit auf die weit verbreitete Selbstüberschätzung von Anfängern und Wiedereinsteigern. Mit 115 Motorradunfällen liegt die Kreispolizei für 2009 im Landesvergleich auf Rang 44 von 47 Behörden.

Auch eine andere Entwicklung macht Sorgen: der zunehmende Drogenkonsum. Bei kontrollierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden Drogenverstöße schon doppelt so oft nachgewiesen wie Alkohol.

Kreisweit wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen 1102 Menschen verletzt, 193 davon schwer. Sechs Menschen starben, keiner davon in Burscheid.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer