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Godehard Hoffmann neben einem romanischen Bogen im Altenberger Domladen. Das ursprüngliche Bodenniveau lag etwa einen Meter tiefer als heute.

Godehard Hoffmann neben einem romanischen Bogen im Altenberger Domladen. Das ursprüngliche Bodenniveau lag etwa einen Meter tiefer als heute.

Barbara Sarx

Godehard Hoffmann neben einem romanischen Bogen im Altenberger Domladen. Das ursprüngliche Bodenniveau lag etwa einen Meter tiefer als heute.

Altenberg. Die Brände von 1815 und 1921 in Altenberg waren verheerend. Aber doch nicht so, dass sie alle Spuren des romanischen Zisterzienserklosters beseitigt hätten. Neue Forschungsarbeiten haben erstaunliche Details zu Tage gebracht – über ein „vornehmes“ Portal für den Altenberger Dom, ein vergleichsweise komfortables Gästehaus im Mittelalter und romanische Bögen, die ins Erdreich ragen.

Wissenschaftlicher Spurensucher war Godehard Hoffmann, Mitarbeiter des Rheinischen Amts für Denkmalpflege. Seine auf 30 Seiten niedergeschriebenen Erkenntnisse sind ein Schwerpunkt der 42. Ausgabe des Jahrbuchs der Rheinischen Denkmalpflege, weswegen die Neuerscheinung am Dienstag auch in Haus Altenberg vorgestellt wurden.

Hoffmann und seine Mitarbeiter haben durch aufwendige Ortsbegehungen und Vermessungen bis in die letzten Kellerwinkel im Bereich des heutigen Domladens noch wesentlich mehr romanische Bausubstanz nachgewiesen, als bisher vermutet wurde. Der Grund: Offenbar hatte ein Gebäudeschnitt im damaligen Kloster ein Übergreifen der Flammen auf den nordwestlichen Teil verhindert.

Erhaltene Bögen und Kapitelle verweisen auf einen alten, separaten Zugang zur Kirche, der offenbar hohen Gästen wie den Grafen von Berg oder dem Kölner Erzbischof vorbehalten war. Zudem lässt sich ein Gästehaus rekonstuieren, das unterkellert und beheizt war und mit dem der Abt seine Gastfreundschaft unter Beweis stellen konnte.

Die romanischen Spuren im Domladen ragen heute bis zu einem Meter in den Boden hinein. Das frühere Niveau in Altenberg lag deutlich niedriger; die schweren Folgen der Dhünnüberschwemmungen veranlassten die Zisterzienser aber nach und nach, das Gelände anzuheben.

Die noch erkennbaren Reste des ursprünglichen Klosters Altenberg machen aber nur einen Teil von Hoffmanns Aufarbeitung aus. Der Denkmalschützer befasst sich im Weiteren mit der Säkularisation und der Gründung von Haus Altenberg 1922 durch den katholischen Jungmännerverband Deutschland, einen Vorläufer des heutigen BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) – Grundlage für das Wiederaufleben der weitgehend zerstörten Anlage.

Sanierung und Erweiterung betont alte Klosterstrukturen

Schon damals orientierte man sich an den alten Grundmauern des Altenberger Klosters. Diese Struktur soll durch die geplante Sanierung und Erweiterung noch verstärkt werden. Um den Raumbedarf der Jugendbildungsstätte zu decken, wird der frühere Mitteltrakt wieder entstehen. Außerdem wird der Haupteingang an den Westflügel zurückverlegt. Dass der Gründungssaal des Bundesjugendrings und der Pfadfinderschaft St. Georg den Baumaßnahmen zum Opfer fällt, hat zwar für Ärger gesorgt. „Aber er passt nicht in die Struktur“, sagt Wolfgang Herweg, Verwaltungsleiter von Haus Altenberg.

 

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