Umweltwoche: Die Drittklässler der Montanusschule haben zu Schaufel und Hacke gegriffen und Sträucher gesetzt.

Die Drittklässler der Montanusschule und Lehrerin Lilo Pregizer pflanzen zwischen Unter- und Oberwietsche einen Haselnussstrauch.
Die Drittklässler der Montanusschule und Lehrerin Lilo Pregizer pflanzen zwischen Unter- und Oberwietsche einen Haselnussstrauch.

Die Drittklässler der Montanusschule und Lehrerin Lilo Pregizer pflanzen zwischen Unter- und Oberwietsche einen Haselnussstrauch.

Doro Siewert

Die Drittklässler der Montanusschule und Lehrerin Lilo Pregizer pflanzen zwischen Unter- und Oberwietsche einen Haselnussstrauch.

Burscheid. Der Erdbohrer lärmt und kämpft sich langsam in den harten Boden. Eyüphan tritt aufgeregt von einem Fuß auf den anderen. "Krrrr", ahmt er den Bohrer nach. Am liebsten würde der Neunjährige das schwere Gerät selbst bedienen.

Als das Loch tief genug ist und der Bohrer schweigt, setzt der Neunjährige einen Haselnussstrauch ins Erdreich, klopft den harten Lehm mit beiden Händen fest, dreht sich um und sagt: "Puh, geschafft."

Holunder oder Hundrose bieten Tieren Unterschlupf

Förster Karl Zimmermann, der den Kindern der Montanusschule beim Pflanzen über die Schulter schaut, grinst: "So sind die Jungs, das muss was brummen. Egal ob Bohrer oder Auto."

21 Drittklässler der Montanusschule unterstützen Zimmermann und seinen Kollegen Hans-Christian Ludwig beim Pflanzen einer Hecke an der Straße zwischen Unter- und Oberwietsche - ein Projekt im Rahmen der Umweltwoche, das Interesse für die Natur wecken soll. Auf 150 Metern Länge und sechs Metern Breite soll auf der ehemalig landwirtschaftlich genutzten Wiese eine heimische Hecke heranwachsen. Haselnuss, Holunder, Hundrose - Zimmermann erklärt, warum die Stadt gerade diese Sträucher auswählt: Tiere können sich zwischen den Blättern verstecken oder ihre Nester bauen. Die Wiese ist Ausgleich ist für jene Flächen, von denen der Mensch die Natur zurückdrängt.

Der Boden ist fest, es hat lange nicht mehr geregnet

Würden die Kinder die Förster nicht unterstützen, hätte die Stadt ein Unternehmen beauftragen müssen. "Viel schneller als wir hätten die Mitarbeiter die Sträucher auch nicht pflanzen können", schätzt Zimmermann.

Die Hecke ist zwischen Grünlandflächen parallel zu einem Siefen zwischen Unter- und Oberwietsche entstanden. Eine Landschaftsbaufirma hatte zuvor elf Wildobstbäume gesetzt.

Von der Aktion profitieren also beide, Stadt und Schüler. "Die Kinder erleben die Natur und sehen, was es bedeutet, einen Baum zu pflanzen und mit dem Spaten zu arbeiten."

Eine harter Job, der Boden ist fest, es hat lange nicht mehr geregnet. Marco arbeitet mit der Hacke vor, lässt das große Gerät immer wieder auf den Boden sausen. "Ja, der ist richtig bei der Sache", sagt Zimmermann. Das sei nicht bei allen Kindern der Fall, ablenken lassen sie sich gern. "Aber das gehört einfach dazu."

Und wer könnte besser zeigen, dass Pflanzen Sinn macht, als der Frosch, den Vincent aus dem Gras gepflückt hat. Oder Försters Hund Jimmy, der die ganze Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, gar nicht fassen kann und sich zufrieden im Gras wälzt.

Regenwürmer, die sich in frisch ausgehobenen Löchern kringeln, sind weniger beliebt. "Pfft", sagt Luisa, verzieht das Gesicht und erzählt, wie sie die Würmer aus der Erde befördert hat, nämlich ganz vorsichtig mit der bloßen Hand.

Gegen 12 Uhr können die Kinder die Schaufeln zur Seite legen. Die Hecke steht. Noch sind die Sträucher klein und fallen im Gras kaum auf. Aber das gibt sich. Ganz bestimmt. Und vielleicht guckt Eyüphan ja irgendwann mal vorbei, um nachzusehen, wie sich sein Haselnussstrauch entwickelt hat.

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