Möglich wird der Anschluss der Außenortschaft, weil sich die Stadt Bundesfördermittel gesichert hat. Partner ist Netcologne.

Möglich wird der Anschluss der Außenortschaft, weil sich die Stadt Bundesfördermittel gesichert hat. Partner ist Netcologne.
Bis zum Herbst soll auch Grünscheid über schnellere Datenübertragung verfügen.

Bis zum Herbst soll auch Grünscheid über schnellere Datenübertragung verfügen.

Beschlossene Sache: (v. l.) Gärtner Reiner Höpken freut sich, dass Bürgermeister Stefan Caplan und Jost Hermanns, Geschäftsführer von Netcologne, den Kooperationsvertrag zur Erweiterung des Glasfasernetzes unterschreiben.

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Bis zum Herbst soll auch Grünscheid über schnellere Datenübertragung verfügen.

Burscheid. Gerne verweist die Stadt darauf, neben Köln und Bonn zu landesweit den drei Kommunen zu gehören, die ihren Bürgern zu mindestens 95 Prozent schnelles Internet bieten können. Die restlichen fünf Prozent macht das trotzdem nicht glücklich. Aber dieser Kreis wird kleiner.

Am Dienstag wurde im Rathaus ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und dem Telekommunikationsanbieter Netcologne unterschrieben. Damit ist besiegelt, dass Netcologne bis zum Herbst auch Grünscheid, Grünscheider Mühle, Imelsbach und Lämgesmühle an das Glasfasernetz anschließen wird, mit dem das Unternehmen von der Balkantrasse ausgehend seit dem Jahreswechsel 2012/2013 schrittweise den Großteil des Stadtgebiets versorgt hat.

Rund 70 Haushalte sollen jetzt dazukommen, die sich umso mehr freuen können, als auch sie damals zunächst Verträge angeboten bekamen, ehe es hieß, der Anschluss rechne sich wirtschaftlich nicht. „Da herrschte eine wütende Stimmung“, erinnert sich Anwohner und Gärtner Reiner Höpken.

Aufwendiges Antragsverfahren für Förderprogramm

Er war es auch, der bei der Stadt immer wieder nachhakte, bis sich schließlich ein aufwendiger Weg zu Fördermitteln auftat: „Das war eines der schwierigsten Antragsverfahren, die wir je gemacht haben“, sagt Bürgermeister Stefan Caplan. Die Infrastruktur musste ermittelt werden, dann der Bedarf. Eine Markterkundung war notwendig und schließlich ein dem Vergabeverfahren ähnliches Auswahlverfahren. Telekom und Netcologne bewarben sich, die Kölner waren die deutlich günstigeren.

Am Ende kam die Zusage des Bundeslandwirtschaftsministeriums, 90 Prozent der Gesamtkosten von 90 000 Euro zu übernehmen. Für die restlichen zehn Prozent konnte die Stadt noch die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) gewinnen. Ein entsprechender Beschluss der Gesellschafterversammlung liegt inzwischen vor.

Knackpunkt sind die Tiefbauarbeiten, die jetzt notwendig sind. Vom Glasfaserkabel in der Balkantrasse wird jetzt bis zum Herbst eine Abzweigung zum grauen Schaltkasten in Grünscheid gelegt. Von dort laufen dann Kupferkabel in die jeweiligen Haushalte. Die Datengeschwindigkeit soll sich nach der Umschaltung von heute zwei auf künftig bis zu 50 Megabits pro Sekunde erhöhen.

Voraussetzungen für 100 Megabits pro Sekunde werden geschaffen

Die neue Vectoring-Technologie ermöglicht im übrigen Stadtgebiet zwar schon eine Übertragung von 100 Megabits pro Sekunde, aber das ist in den derzeitigen Förderrichtlinien noch nicht vorgesehen. „Wir werden aber alle technischen Voraussetzungen schaffen. Dann lässt sich das ohne Weiteres später umschalten“, sagt Jost Hermanns, Geschäftsführer von Netcologne. Er rechnet mit einer entsprechenden Anpassung der Richtlinien noch im Laufe dieses Jahres.

Bleiben noch die restlichen weißen Flecken auf der Versorgungskarte, allen voran Dürscheid. Doch da ist die Situation schwieriger, da die Ortschaft über zwei Schaltkästen versorgt wird, von denen der eine in Dierath schon ans Glasfasernetz angeschlossen ist und der andere weit entfernt an der L 188 (der früheren B 51) steht. Das bedeutet hohe Anschlusskosten bei gerade mal 30 betroffenen Haushalten. Die derzeitigen Förderrichtlinien lassen das nicht zu. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf einem neuen Programm, das derzeit vom Bund aufgelegt wird.

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