Am Tag nach der Eröffnung konnten Burscheider ihr Lieblingswerk des Künstlers im Haus der Kunst zeigen.

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Viele Burscheider haben am Samstag ihren eigenen Schliephake im Haus der Kunst registrieren lassen.

Viele Burscheider haben am Samstag ihren eigenen Schliephake im Haus der Kunst registrieren lassen.

Viele Burscheider haben am Samstag ihren eigenen Schliephake im Haus der Kunst registrieren lassen.

Burscheid. Was sonst nur daheim über dem Sofa hängt, wurde am Samstag mit Besitzerstolz und Freude einem breiteren Publikum präsentiert: der ganz persönliche Schliephake.

Ob Landschaftsbild, Stilleben oder Porträt - hier stießen die sonst privat gezeigten Werke auf reges Interesse und öffentliche Anerkennung.

Aber nicht nur die Bilder selbst beeindruckten die Besucher - auch die Geschichten rund um die Kunstwerke waren zum Teil recht abenteuerlich. So berichtete eine Burscheiderin über "ihren Schliephake", dass sie das Bild erst vor knapp sechs Wochen in einer Familientruhe entdeckt hatte.

Dabei handelt es sich um ein Ölgemälde von 1921, das eine Szene in einem bergischen Haus darstellt. Zwei Handwerker verlegen auf einem Fußboden neue Natursteine. Die Besitzerin konnte ihr Glück kaum fassen.

Seit ihren Kindertagen ist sie mit dem bekannten Burscheider Maler und seinen Werken vertraut, denn ihr Onkel hat schon bei Walther Schliephake gemalt. Und jetzt hängt bei ihr zu Hause eine wahre Rarität - ein Gemälde aus der frühen Zeit des Künstlers.

Uwe Klippert und seine Frau Waltraud Jahn-Klippert steuern ebenfalls eine eher ungewöhnliche Geschichte zu ihren Bildern bei. Vor zwei Jahren, sozusagen zu ihrem 100. Geburtstag (beide wurden damals 50) durften sie sich als Geschenk der Familie ein Bild aus dem Fundus bei Wilhelm Schliephake aussuchen.

Ihre Wahl fiel auf ein Stilleben mit Alpenveilchen und Obstteller. Das in leuchtenden Farben gemalte Ölbild von 1956 ist eher untypisch für das Werk des Malers.

Für Udyta Gregor bedeuten die Werke Walther Schliephakes vor allem schöne Erinnerungen an ihre Kindheit. "Die Frau Schliephake war ja den ganzen Tag im Laden ihres Mannes beschäftigt und deshalb freute sie sich, wenn wir Kinder für sie kleinere Besorgungen erledigten oder einkaufen gingen.

So holte ich öfter für sie bei Buschs etwas Frisches, Obst oder Salat. Das Tolle daran: das restliche Wechselgeld durften wir behalten. Das konnten schon einmal 50 Pfennig sein - damals ein Vermögen. Später, als mein Mann und ich heirateten, versprach sie uns als Geschenk ein Bild ihres Mannes.

Leider verstarb Frau Schliephake dann, doch ihr Sohn Wilhelm hat das Versprechen vor rund sechs Jahren eingelöst. So konnten wir uns bei ihm das Bild mit Heuböcken bei Heddinghofen aussuchen.

Immer wieder tauschten die Besitzer in lebhaften Gesprächen Informationen zu den Bildern oder Begebenheiten rund um die Kunstwerke aus. So konnte die Dokumentation der im Rahmen der Ausstellung gezeigten 60 Kunstwerke um zahlreiche, sonst nicht einsehbare, Bilder ergänzt werden.

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