Die fertige Ware sollte zu Kunden in Süddeutschland gebracht werden. Wie hoch der Schaden ist, wird noch ermittelt.

Burscheid. Am Tag nach dem Unglück liegt noch Brandgeruch über dem Firmengelände. Zahlreiche Stoffrollen qualmen vor sich hin - in sicherer Entfernung zur Ladezone der RG Textil-Technik im Luisental. Der Lkw, der sie geladen hatte, ist völlig ausgebrannt und steht vor einer vom Ruß geschwärzten Wand. Auch das Rolltor aus Aluminium ist beschädigt. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt.

Eigentlich sollte am Rosenmontag niemand im Haus sein. Doch nach dem Brand vom Sonntagabend ist Prokurist Bernd Peters in die Firma geeilt. Ein Mitarbeiter ist zudem damit beschäftigt, die Schadenshöhe zu ermitteln. Die Ursache des Feuers ist noch ungeklärt. Erste Mutmaßungen gelten der Standheizung des Lkws. Erst am Dienstag werden sich die Brandermittler der Kripo ein Bild vor Ort machen.

Die geladenen Möbelstoffe waren fertig und sollten eigentlich in der Nacht zum Rosenmontag zurück zu zwei Kunden im Süddeutschen gebracht werden. "Der Lkw war nicht voll beladen, aber er sollte im Gegenzug viel neue Rohware abholen. Die muss jetzt von einer Spedition gebracht werden", sagt Peters.

Die Stoffe befanden sich im Kundenbesitz und waren nur zum Färben und Bearbeiten nach Burscheid transportiert worden. "Unter anderem wurden sie flammenhemmend ausgerüstet, aber das hat in diesem Fall auch nichts genutzt", sagt der Prokurist in einem Anflug von Galgenhumor.

Zugefrorene Hydranten erschweren die Löscharbeiten

Für die Freiwillige Feuerwehr war es ein Großeinsatz. Unter Einsatzleitung von Wehrleiter Achim Lütz rückten 60 Feuerwehrleute aller vier Löschzüge aus. Erste Meldungen, eine Lagerhalle stehe in Flammen, bestätigten sich zwar nicht. Aber weil der lichterloh brennende Lkw direkt an der Firmenwand parkte, musste ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude um jeden Preis verhindert werden.

Zusätzlicher Druck herrschte zu Beginn des Einsatzes, als die Wasserversorgung sichergestellt werden musste. Zwar steht für den ersten Löschangriff das Wasser der Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung. Aber bis dann die zugefrorenen Hydranten auf dem Firmengelände unter der Schneedecke entdeckt und wieder funktionsfähig gemacht waren, "haben wir ein paar hektische Minuten gehabt", sagt Lütz. Erst gegen 22.30 Uhr, mehr als zwei Stunden nach der Alarmierung, war der Einsatz für die Feuerwehr wieder beendet.

Die RG Textil-Technik ging 1987 aus dem Konkurs des Textilunternehmens Kramer und Söhne hervor. Das Brandunglück trifft die Firma in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Seit einem Jahr herrscht Kurzarbeit, die rund 40 Mitarbeiter arbeiten nur vier Tage in der Woche. Der entstandene Schaden ist aber nach Angaben des Prokuristen über Versicherungen abgedeckt.

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