Fast jeder Buchsbaum ist befallen. Die Stadt rät dazu, die Pflanzen auszugraben und zu entsorgen. Auf Privatgrundstücken könnten betroffene Bäume aber gerettet werden, sagt Gärtner Rainer Pfleger.

Sieht aus wie vertrocknet und mit Spinnenweben durchsetzt: Ein von der Raupe befallener Buchsbaum auf einem Grab des Friedhofs.
Sieht aus wie vertrocknet und mit Spinnenweben durchsetzt: Ein von der Raupe befallener Buchsbaum auf einem Grab des Friedhofs.

Sieht aus wie vertrocknet und mit Spinnenweben durchsetzt: Ein von der Raupe befallener Buchsbaum auf einem Grab des Friedhofs.

Doro Siewert

Sieht aus wie vertrocknet und mit Spinnenweben durchsetzt: Ein von der Raupe befallener Buchsbaum auf einem Grab des Friedhofs.

Burscheid. Einen Schaden mit einem Ausmaß, den die Grabpfleger vorher noch nie in dieser Dimension feststellen konnten, haben Schädlinge auf dem Burscheider Friedhof angerichtet. Der so genannte Buchsbaumzünsler hat fast jedes Bäumchen und auch größere Buchsgehölze dort befallen.

Das städtische Friedhofsamt bezeichnet das Ausmaß der Schäden, die der Buchsbaumzünsler angerichtet hat, als so groß, dass vielen Grabnutzern nur noch die Möglichkeit bleibe, die Buchsbäume auf ihren Gräbern zu entfernen. Antoine Sawinski, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofes: „Es bleibt leider keine andere Wahl, dem Schädling aufgrund des derzeitigen hohen Befalls Herr zu werden. Die Bekämpfung mit einem im Handel erhältlichen umweltverträglichen Pflanzenschutzmittel hilft nur gegen die Raupen, nicht jedoch gegen die abgelegten Eier.“

Im Garten kann es sich lohnen, den Buchsbaum zu spritzen

Fast jeder Buchsbaum ist befallen. Die Stadt rät dazu, die Pflanzen auszugraben und zu entsorgen. Auf Privatgrundstücken könnten betroffene Bäume aber gerettet werden, sagt Gärtner Rainer Pfleger.

So sehen die Raupen des Buchsbaumzünslers aus. Optisch eigentlich ganz hübsch, leider aber viel zu häufig vorhanden und zu gefräßig.

Rainer Pfleger vom gleichnamigen Burscheider Gartenbaubetrieb, der einen Großteil der Gräber an der Altenberger Straße betreut, teilt das nicht ganz. „Ich habe zu Hause einige Buchsbäumchen, die ich gespritzt habe, die sind alle noch grün.“ Allerdings sei der Schaden auf dem Friedhof tatsächlich in diesem Jahr so extrem, dass die betroffenen Pflanzen dort kaum gerettet werden könnten. „Das wäre mit sehr hohen Kosten und Zeit verbunden.“ Auf jedem zweiten Grab stehe schließlich ein Buchs, der behandelt werden müsste. Und wenn nicht alle gleichzeitig gespritzt würden, werde der im Einzelfall behandelte Baum sofort wieder von einem nicht behandelten in der Nähe befallen. Wichtig sei es zudem, die Pflanze wiederholt mit einem speziellen Präparat aus dem Fachmarkt zu spritzen. Und auch danach müsse das Gewächs beobachtet werden, ob nicht neue Raupen in den Blättern hängen. Für Privathaushalte lohne sich der Kauf eines solchen Produktes, sagt Pfleger.

Der Buchsbaumpilz kann nicht bekämpft werden

Unterschieden werden müsse aber, ob es sich statt der Raupe nicht tatsächlich um einen Buchsbaumpilz handelt. „Dagegen gibt es kein Mittel.“ Zudem dringe der Pilz in den Boden ein und könne sich dort 500 Jahre lang einnisten. Ein neues Bäumchen, das dort gepflanzt werde, werde wohl auch sofort wieder befallen. Anzeichen des Pilzes seien erst gelbe, dann braune Blätter. Bei dem Zünsler erkenne man dagegen deutlich die Fraßspuren an den Blättern.

Buchsbäume werden auf Gräbern gepflanzt, weil sie als Symbol der Liebe über den Tod hinaus und der Unsterblichkeit gelten.

Um noch nicht befallene Buchsbäume zu schützen, bittet die Friedhofsverwaltung die Angehörigen der Grabstellen, beschädigte Buchsbäume auf jeden Fall zu entfernen und über die eigene Restmülltonne zu entsorgen. Als besonderen Service für den städtischen Friedhof bietet der Baubetriebshof an, Buchsbaumabfälle in blaue Säcke zu füllen und neben die bereitstehenden Abfallbehälter zu legen. Diese werden dann der Müllverbrennung zugeführt.

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