NRW-Regierung will Ausnahmen in diesem Jahr kippen. Das träfe dann auch die Schützen.

Burscheids Schützenchef Manfred Idel: „Ausnahmen sollten weiter möglich sein.“
Burscheids Schützenchef Manfred Idel: „Ausnahmen sollten weiter möglich sein.“

Burscheids Schützenchef Manfred Idel: „Ausnahmen sollten weiter möglich sein.“

Ludwig Nutz, Sprecher der Hilgener Schützen: „Wir haben selber gesagt, es ist unangenehm.“

Bürgermeister Stefan Caplan: „Das Verständnis der Raucher nimmt immer mehr zu.“

nn, Bild 1 von 3

Burscheids Schützenchef Manfred Idel: „Ausnahmen sollten weiter möglich sein.“

Burscheid. Noch in diesem Jahr könnte es bei Brauchtumsveranstaltungen vorbei sein mit der Zigarette zum Bier am Stehtisch oder Tresen. Nach den Plänen der NRW-Landesregierung ist nicht nur ein uneingeschränktes Rauchverbot in Gaststätten vorgesehen. Auch die von der schwarz-gelben Vorgängerregierung vorgesehenen Ausnahmen für das Brauchtum beispielsweise in Festzelten sollen gekippt werden.

Voraussichtlich noch in diesem Quartal wird sich das Kabinett mit der Novellierung befassen. Anschließend wird der Gesetzentwurf wohl dem Landtag zugeleitet – und könnte noch im Sommer stehen, pünktlich zum Hilgener Schützenfest vom 5. bis 8. August und zum Burscheider Schützenfest am 3. und 4. September.

Im Burscheider Schützenverein hat sich laut Vorsitzendem Manfred Idel noch kein Unmut geregt – weil noch niemand das Thema so schnell auf sich zukommen gesehen habe. „Aber bei uns sind schon einige Veranstaltungen betroffen, weil wir das Schützenhaus ja auch vermieten.“ Zur rauchfreien Zone müssten dann nicht nur das Schützenfest selbst, sondern auch das Oktoberfest und später auch der Rathaus-Sturm erklärt werden.

Zwar ist Idel Nichtraucher, doch kennt er die Befindlichkeiten seiner Schützenbrüder und -schwestern. „Es gibt bei uns noch einige, die zu einem Glas Bier eine Zigarette rauchen möchten. Ich finde das absolute Verbot für diese Veranstaltungen übertrieben. Man sollte Ausnahmeregelungen weiterhin ermöglichen.“

Hilgener Schützen haben selbst ein Rauchverbot beschlossen

Hin- und hergerissen ist Ludwig Nutz, Sprecher der Hilgener Schützen. Zwar habe sein Verein bereits vor einem Jahr ein Rauchverbot für das Schützenhaus beschlossen. Doch würden durch das „Austreten“ der Raucher bei Festen Gruppen auseinandergerissen. „Viele kriegen von dem Programm gar nichts mehr mit.“ Außerdem sagt der Nichtraucher: „In Raucherräumen ist immer die beste Stimmung.“ Dennoch glaubt er, dass sich der Unmut in Grenzen halte. „Für uns ist das kein Thema mehr. Wir haben selber gesagt, dass der Rauch unangenehm ist.“

Bürgermeister Stefan Caplan hat bislang nur aus der Zeitung von den politischen Plänen gehört. Ein Entwurf der Novelle sei ihm noch nicht vorgelegt worden. Dennoch glaubt er, dass es für die Durchsetzung eines rigorosen Rauchverbots viel mehr Toleranz gebe als noch vor wenigen Jahren. „Das Verständnis der Raucher nimmt immer mehr zu.“ Dennoch räumt er als Raucher ein, dass der Verzicht auf die Zigarette bei Zeremonien wie der Krönung etwas anderes sei, als bei abendlichen Partyveranstaltungen.

Leserkommentare (5)


() Registrierte Nutzer