Die Möhne hatten den Schlüssel nach wenigen Minuten an sich gerissen.

„Her mit dem Schlüssel!“ Bürgermeister Hans Dieter Kahrl kurz vor der Aufgabe.
„Her mit dem Schlüssel!“ Bürgermeister Hans Dieter Kahrl kurz vor der Aufgabe.

„Her mit dem Schlüssel!“ Bürgermeister Hans Dieter Kahrl kurz vor der Aufgabe.

„Her mit dem Schlüssel!“ Bürgermeister Hans Dieter Kahrl kurz vor der Aufgabe.

Burscheid. Obwohl mit Bergsteigerhelm und trittfestem Kletterschuhwerk bestens gegen Angriffe gewappnet, hatte Bürgermeister Hans Dieter Kahrl - das war schon nach den ersten Wortgefechten klar - keine Chance. Und das, obwohl im Hintergrund der Beigeordnete Stefan Caplan zur Rückendeckung schnaufte - als schwarz-weiß gefleckte Kuh.

Auf die Hörner musster er die Schar der Weiber deshalb nicht nehmen, weil der noch amtierende Rathausboss ganz amtsmüde wirkend aufgab: "Eh ihr mir noch ein Leid antut..."

Doch so ganz friedlich sollte "die Übergabe" der Amtsgeschäfte im als Rathaus umfunktionierten Schützenhaus dann doch nicht laufen. Obermöhne Petra Wengenroth luchste dem erst kurz zuvor aus dem Urlaub in Myanmar (Birma) zurückgekehrten Verwaltungschef den Schlüssel während eines bützenden Scharmützels ab. Und dieser richtete seinen Groll an jemanden, der den Schlüssel gerne hätte: "Für solche unfeinen Dinge bist Du doch zuständig, Michael."

Michael Baggeler, ehrenamtlicher Stellvertreter von Kahrl und unabhängiger Bürgermeisterkandidat, ließ den Giftpfeil locker schmunzelnd an sich abprallen. Als Robin Hood verkleidet war er schließlich geübt in den Duellen mit den Mächtigen. "Die Rächer der Genervten aus dem Eifgen-Forest" hatten er und seine Einigkeit demonstrierende Truppe sich auf die Fahne geschrieben - und den kleinen, aber deutlich sichtbaren Hinweis auf der Tafel dazu, aus welchem politischen Lager die Botschaft stammt.

Narren-Urgestein Fritz Jansen war zum 30. Mal dabei

Und dann wurde gefeiert im Schützenhaus, das unter dem Motto "Hüttenzauber" stand. Viele hatten sich des Themas angenommen, waren in Trachtenjacken und Knickerbockern erschienen, doch auch Piraten, Matrosen und Federvieh hatten sich unter die närrische Meute gemischt. Der erste Tanz gehörte übrigens einem wilden Hahn, der sich stolz gackernd die städtische Pressesprecherin Renate Bergfelder-Weiss schnappte.

Da war es eigentlich noch gar nicht so richtig losgegangen im Schützenhaus und die Verwaltungsfrau noch damit beschäftigt, Unterschriften für ein jeckes Urgestein zu sammeln: Fritz Jansen war am Donnerstag zum 30. Mal als "Büttenredner" beim Rathaussturm dabei. Neben einer Urkunde gab es von den Machern aus dem Rathaus einen Theaterbesuch als Geschenk. Hoffentlich will der 86-Jährige dann nicht auch die Bühne erklimmen...

Höhepunkt der närrischen Party war der Auftritt von Engelbert Wrobel. Der Burscheider Jazz-Musiker war im vergangenen Jahr zu Gast bei der Veranstaltung und hatte damals zugesagt, ein paar Stücke auf dem Saxophon zu spielen. Als er loslegte, platze der Saal aus den Nähten. Ohne die Zugabe-Forderungen der wilden Meute zu befriedigen, durfte er sein Musikinstrument nicht mehr aus der Hand legen. Da stand der Saal Kopf und die Schützen, die zusammen mit Renate Bergfelder-Weiss die Party auf die Beine gestellt hatten, waren zufrieden: Rund 200 Gäste waren gekommen.

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