Auf der Ost-West-Achse gibt es einen neuen, breiten Radfahrstreifen. Der Radverkehr rund um den Neumarkt soll neu geordnet werden.

Auf der Ost-West-Achse gibt es einen neuen, breiten Radfahrstreifen. Der Radverkehr rund um den Neumarkt soll neu geordnet werden.
Rot markiert ist an der Nord-Süd-Fahrt die neue Radspur.

Rot markiert ist an der Nord-Süd-Fahrt die neue Radspur.

Viel Platz haben die Radfahrer auf dem neuen Radstreifen kurz vor dem Neumarkt. Hier ist auch das Überholen möglich.

Bild 1 von 2

Rot markiert ist an der Nord-Süd-Fahrt die neue Radspur.

Köln. Noch hat es auf der Cäcilienstraße kurz vor dem Neumarkt nicht jeder Radler gemerkt, dass er auf der Straße einen neuen Radfahrstreifen zu Verfügung gestellt bekommen hat. So mancher nutzt die alte, rot markierte Radspur auf dem Gehweg. Es ist die erste Autofahrspur auf der vielbefahrenen Ost-West-Achse, die in einen Radfahrstreifen umgewandelt wurde. Dieser ist so breit, dass sich Radler gefahrlos überholen können. Außerdem ist die Radspur klar von dem Bereich für Fußgänger getrennt. Allerdings behauptet sich so mancher Autofahrer noch auf dem eigentlich für Radler reservierten Bereich und auch zum kurzzeitigen Parken wird die Spur immer wieder missbraucht.

Die neue Radspur: 300 Meter lang und drei Meter breit

Die Bauarbeiten zur fahrradfreundlichen Neuaufteilung des Straßenraumes zwischen Nord-Süd-Fahrt und Neumarkt wurden in dieser Woche abgeschlossen. Umbaubeginn für die rund 300 Meter lange Strecke war am 31. Juli. Insgesamt wurden 17 000 Euro investiert. 11 000 Euro übernahm, die Stadt. Der Rest wurde vom Bauherrn des neuen Hotels Motel One übernommen, das in diesen Wochen fertiggestellt wird. Dort entstehen auch 600 neue Parkplätze mitten in der City.

Die Ost-West-Achse ist mit täglich rund 9000 Radfahrenden eine der Hauptverkehrsachsen für den Radverkehr in Köln. Im Individualverkehr sind dort täglich 30 000 Autofahrer unterwegs. Während die Zahl der Autos jedes Jahr um etwa einen Prozent zurückgeht, steigt die Zahl der Radler im gleichen Zeitraum um drei Prozent. „Das ist ein Stück Cäcilienstraße der Zukunft und ein hochattraktives Angebot für ein sicheres Radfahren“, sagt Verkehrsdezernentin Andrea Blome.

In dieser Bauart wurden bereits Verkehrsflächen in der Ulrichgasse und auf dem Theodor-Heuss-Ring neu verteilt. Die Maßnahme ist Hauptbestandteil des Radverkehrskonzepts Innenstadt. Radfahrer werden auf ihrem Weg aus Richtung Heumarkt nun in Höhe der Antonsgasse von dem baulichen Radweg entlang Cäcilienstraße auf den neuen 300 Meter langen und drei Meter breiten Radfahrstreifen geschleust, die ehemalige rechte Autofahrspur. An dieser Stelle, wie auch an allen folgenden Einmündungen, wurde der Radfahrstreifen zur besseren Erkennbarkeit rot eingefärbt. Übergroße Fahrradpiktogramme verdeutlichen die für Radfahrer reservierte Verkehrsfläche.

Zudem wurde auf der Cäcilienstraße, kurz vor dem Neumarkt im Bereich hinter den Parkflächen, der Bordstein abgesenkt. Dies zum Vorteil für Radfahrer, die nach links in die Fleischmengergasse abbiegen möchten. Sie können nun von dem neuen Radfahrstreifen bequem zur Aufstellfläche für Fußgänger und Radfahrer gelangen, um dort auf das Grünsignal in Richtung Fleischmengergasse zu warten.

Damit sind die zuvor vorhandenen Konfliktsituationen zwischen Radfahrern und an der Ampel wartenden Fußgängern entschärft. Hinter der folgenden Rechtskurve um den Neumarkt setzt sich der Radfahrstreifen bis in Höhe der Taxistände fort. „Das ist ein wichtiger Schritt, um den Radverkehr in der Stadt zu verbessern, von dem auch die Fußgänger profitieren werden, weil gefährliche Querungen wegfallen“, erklärt Verkehrsamtsleiter Klaus Harzendorf.

Die Stadt bereitet derzeit Planungen für den weiteren Verlauf der Radverkehrsführung auf der nördlichen Seite des Neumarkts vor, vorbei an den Einmündungen Richmodstraße und Apostelnstraße bis zur Straße „Im Laach“ am westlichen Ende des Neumarkts.

Die neue Radspur ist das mittlerweile sechste Vorhaben aus dem Radverkehrskonzept Innenstadt, das umgesetzt wurde. Verbesserungen aus dem Konzept wurden schon an folgenden Stellen vorgenommen: Achse Maastrichter Straße/Ehrenstraße, Theodor-Heuss-Ring, Ulrichgasse (erster Bauabschnitt), Deutzer Brücke (Freigabe der Nordseite für den Radverkehr) und Fahrradstraße Zülpicher Straße.

Aktuell laufen weitere Projekte zur Förderung des Radverkehrs am Heumarkt (zwischen Am Malzbüchel und Leystapel), auf der Pilotstrecke entlang Habsburgerring/Hohenstaufenring, am Sachsenring/Vorgebirgstraße (zweiter Bauabschnitt). In Vorbereitung ist die Öffnung der Gladbacher Straße für Radfahrende in Gegenrichtung.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer