Die Arbeitslosigkeit wird steigen, aber es gibt auch Entwicklungschancen.

Stefan Krause leitet seit April dieses Jahres die Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Zuvor war er in Köln tätig.
Stefan Krause leitet seit April dieses Jahres die Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Zuvor war er in Köln tätig.

Stefan Krause leitet seit April dieses Jahres die Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Zuvor war er in Köln tätig.

Agentur

Stefan Krause leitet seit April dieses Jahres die Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Zuvor war er in Köln tätig.

Rhein.-Berg. Kreis. "Wir haben mit einem früheren und deutlicheren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet", sagt Stefan Krause. Der Leiter der Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach warnt aber davor, jetzt blauäugig zu sein: "2010 wird schwerer als 2009, auch wenn wir nicht von einer katastrophalen Entwicklung ausgehen."

Aber eine vorsichtige Prognose geht für das kommende Jahr von durchschnittlich 34 000 Arbeitslosen aus. Zum Vergleich: Im Oktober lag die Arbeitslosigkeit im gesamten Bezirk (Rhein-Berg, Oberberg und Leverkusen) bei 26 700. Der Arbeitsmarkt reagiere eher mit Verzögerung auf wirtschaftliche Entwicklungen.

Oberberg leidet am meisten unter der Wirtschaftskrise

Dabei hat der Oberbergische Kreis aufgrund seiner Struktur am meisten unter der Wirtschaftskrise zu leiden. "Er ist während der Boomzeit stärker gewachsen und hat jetzt auch einen stärkeren Rücklauf", sagt Krause, der seit April an der Spitze der Arbeitsagentur steht.

Das zeigt sich auch bei der Verteilung der Kurzarbeit. Zwei Drittel der betroffenen Arbeitsplätze befinden sich in Oberberg, das restliche Drittel verteilt sich auf Rhein-Berg und Leverkusen. In Vollzeitstellen umgerechnet, "hätten wir ohne Kurzarbeit 3800 bis 3900 Arbeitslose mehr", verteidigt Krause das Instrument, das nach seiner Erfahrung aber vor allem größeren Betrieben hilft, die Krise durchzustehen. "Ein Handwerksbetrieb mit acht oder neun Mitarbeitern wird eher nicht zur Kurzarbeit greifen oder wenn, dann hält er sie nicht zwei Jahre durch."

Analog zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit geht die Agentur auch von weniger Arbeitsplätzen in der Region aus. In diesem Jahr sank die Zahl im Bezirk schon auf gut 210 000, im kommenden Jahr werden nur noch 205 000 Arbeitsplätze erwartet.

Hoffnung schöpft Krause aus einem neuen Kontrollinstrument, dem regionalen Arbeitsmarktmonitor. Er wertet eine Vielzahl von Daten aus. Für die Region sieht der Monitor zwar derzeit ein hohes Risiko der Arbeitnehmer, ihre Beschäftigung zu verlieren, und eine durchschnittliche Arbeitsmarktverfassung, aber ein überdurchschnittliches Entwicklungspotenzial. "Die Region hat die Chance, mit Schwung aus der Krise herauszukommen", sagt Krause.

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