Balkantrasse
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Burscheid. Eine wirkliche Überraschung ist die Stellungnahme der Polizei nicht. Wenn es auch wie berichtet dabei bleibt, dass die zuständigen Beamten der jeweiligen Fachbereiche die Unfallsituation und die registrierten Straftaten als unauffällig eingeschätzt haben.

Dennoch hält die Polizei die Balkantrasse als Schulweg für ungeeignet. Und die Evangelische Kirche im Rheinland als Schulträger reagierte umgehend, als sie das Schreiben der Polizei erhielt: Die bislang strittigen Schulwege werden neu berechnet.

„Entscheidender Fakt ist aus unserer Sicht, dass die Trasse auf dem geprüften Teilstück zwischen Hilgen und Innenstadt einen gut zwei Kilometer langen Weg abseits von Wohnbebauung und Zufahrten beschreibt“, erläutert Polizeisprecher Peter Raubuch.

Käme es dort beispielsweise am frühen Morgen zu einem Verkehrsunfall oder einem anderen schwerwiegenden Ereignis, wären Schulkinder möglicherweise nicht in der Lage, schnellstmöglich Hilfe zu holen und blieben über eine größere Zeitspanne auf sich allein gestellt. Und eine rechtzeitige Hilfeleistung durch Dritte wäre vermutlich um diese Uhrzeit nicht gewährleistet.

Notärzte kommen nur über Umwege zu Einsatzorten

Probleme sieht die Polizei auch für die Anfahrt der Rettungswagen. Rettungsassistenten und Notärzte könnten womöglich nur über Umwege zum Einsatzort gelangen. Und schließlich teilen die Experten der Polizei auch die Argumente der Stadtverwaltung Burscheid, die sich bereits klar positioniert hat. Raubuch: „Vor allem in Verbindung mit den bekannten Fakten, dass der Weg unbeleuchtet und auch kein Winterdienst vorgesehen ist, hält die Kreispolizei die Balkantrasse im derzeitigen Ausbauzustand als Schulweg für ungeeignet.“

Dennoch bleibe es dabei: Unfallsituation und registrierte Straftaten werden von der Polizei als unauffällig eingeschätzt. Zwei Sexualdelikte, drei Raubüberfälle und einige Vandalismusdelikte stellten Einzelfälle dar und stünden örtlich und zeitlich nicht im Zusammenhang mit der Nutzung des geprüften Teilstücks als Schulweg.

Die Fahrtkosten der Schüler, die künftig auf die Johannes-Löh-Gesamtschule gehen, werden neu berechnet – ohne die Trasse einzubeziehen. „Jetzt können wir genauso verfahren wie die Stadt Burscheid bei ihrer Hauptschule. Die Eltern werden entsprechend informiert“, sagt Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt.

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