Solarenergie: Die Betreiber speisen den Strom ins Netz ein. Spätestens in zehn Jahren soll die Investition Geld abwerfen.

Tobias Zahlmann und Jan-Gerd Neumann (hinten, v. l.), Schulleiterin Claudia Zimmermann und Schüler vor der Foyer-Anzeige.
Tobias Zahlmann und Jan-Gerd Neumann (hinten, v. l.), Schulleiterin Claudia Zimmermann und Schüler vor der Foyer-Anzeige.

Tobias Zahlmann und Jan-Gerd Neumann (hinten, v. l.), Schulleiterin Claudia Zimmermann und Schüler vor der Foyer-Anzeige.

Siewert

Tobias Zahlmann und Jan-Gerd Neumann (hinten, v. l.), Schulleiterin Claudia Zimmermann und Schüler vor der Foyer-Anzeige.

Burscheid. Die Sonne kommt raus und die Zahlen auf der Digitalanzeige im Foyer der Montanusschule klettern nach oben. 24,3 steht da im obersten Feld, heißt: die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Montanusschule produziert gerade 24,3 Kilowatt Strom in der Stunde. Bereits seit April ist die Anlage in Betrieb, 296 Module auf etwa 370 Quadratmetern wandeln dort Sonnenstrahlen in elektrische Energie. Damit lassen sich rund zwölf Einfamilienhäuser versorgen.

Am Mittwoch weihten Investoren, Schulleitung und Stadt die Anlage offiziell ein. Spätestens in zehn Jahren soll sich die Investition für die Geldgeber, den Burscheider Jan-Gerd Neumann und seinen GbR-Partner Tobias Zahlmann auch finanziell auszahlen. Das Prinzip ist einfach: Für einen dreistelligen Betrag im Jahr mieten die Investoren die städtische Fläche. Die Energie speisen sie ins Netz ein, mit 38 Cent wird die Kilowattstunde vergütet, die Schule selbst stellt nur die Dachfläche. Die nötigen Umbauten haben die Investoren selbst finanziert. Nicht nur die Installation der Anlage kostet, Zahlmann und Neumann mussten auch Blitzschutz und Schneefanggitter erneuern lassen.

Über Geld sprechen die beiden Männer ungern, ihre Motivation sei der Umweltschutz: "Wir wollten uns an der Energiewende beteiligen." Die Stadt bietet weitere Dachflächen zur Vermietung an, aber das der Montanusschule sei einfach ideal. Die Neigung des Dachs liegt bei etwa 28 Grad, es ist nach Süden ausgerichtet und es gibt keine Bäume, die das Dach verschatten können. "Das ist optimal. Für mehr Licht einen Baum zu fällen, kam für uns nicht in Frage."

Die Stadt sucht Privatleute und Unternehmen, die investieren

Obwohl die Stadt an der Vermietung der Fläche kaum verdient, profitiert sie vom Projekt. So verschließen die Module die Dachfläche und schützen es vor dem Einfluss des Wetters.

Bürgermeister Stefan Caplan hofft jetzt, dass Privatleute und Unternehmen nachziehen. Burscheid gehört zu den rheinisch-bergischen Solarlokal-Kommunen, einer bundesweiten Imagekampagne mit dem Ziel, den Anteil des Solarstroms an der Energieversorgung zu erhöhen. Auch die Dächer von Schulberghalle oder Hauptschule könnten vermietet werden. Noch ist das Interesse überschaubar. "Wir hoffen auf eine Initialzündung", sagt Caplan.

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