Nina Beljan hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Sie wurde im Juli 2010 als beste Pferdewirtin in NRW ausgezeichnet.

ausbildung
Nina Beljan auf ihrem Oldenburger-Wallach Walter: Auch in ihrer Freizeit verbringt die Pferdewirtin viel Zeit im Stall.

Nina Beljan auf ihrem Oldenburger-Wallach Walter: Auch in ihrer Freizeit verbringt die Pferdewirtin viel Zeit im Stall.

Doro Siewert

Nina Beljan auf ihrem Oldenburger-Wallach Walter: Auch in ihrer Freizeit verbringt die Pferdewirtin viel Zeit im Stall.

Rhein.-Berg. Kreis. Pingelig darf man in diesem Beruf sicher nicht sein: Schnell werden die Schuhe matschig oder die Kleidung dreckig. „Dafür muss man schon ein Pferde-Mensch sein“, sagt Nina Beljan und schmunzelt.

Seit der Grundschule verbringt die 22-Jährige ihre Zeit im Reitstall, seit fast zwölf Jahren ist sie stolze Besitzerin ihres eigenen Pferdes „Walter“.

Im Sommer 2008 hat sie ihr Hobby dann zum Beruf gemacht und eine Ausbildung zur Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt „Zucht und Haltung“ begonnen.

Auf Gut Bärbroich in Bergisch Gladbach absolvierte sie ihre Probearbeitstage derart gut, dass man ihr nach drei Tagen eine Ausbildung anbot. „Dass ich die aber so gut abschließen würde, habe ich damals wirklich nicht geahnt“, erklärt die Witzheldenerin.

In einer schriftlichen, einer mündlichen und einer praktischen Prüfung musste Nina Beljan ihr Wissen im Juli vergangenen Jahres unter Beweis stellen. „Vor jedem Prüfungstag war ich sehr nervös“, erinnert sie sich.

„Ich hatte das Gefühl, nicht mein Bestes gegeben zu haben“

Georg von Lehndorff war Oberlandstallmeister auf dem Gestüt Graditz. Seit 1998 ist die Lehndorff-Plakette Auszeichnung für Pferdewirte mit dem Schwerpunkt „Zucht und Haltung“. Mit einer Durchschnittsnote von 2,0 und besser erhalten Absolventen die Plakette in Bronze. Verliehen wird sie in Warendorf.

Gemeinsam mit ihrer Mutter machte sie sich an einem Sommertag in die Landes- Reit- und Fahrschule nach Langenfeld auf. „Man durfte mit seinem eigenen Pferd anreisen und die Prüfung ablegen“, erklärt Nina Beljan. Dennoch entschied sie sich dafür, ihren Oldenburger-Wallach „Walter“ zu Hause zu lassen und „Desperados“, ein spanisches Reitpferd mitzunehmen.

„Während der Prüfung hatte ich das Gefühl, nicht mein Bestes gegeben zu haben“, verrät sie. Dass sie sich in diesem Punkt schwer täuschen sollte, erfuhr sie erst später. „Umso größer war die Freude“, berichtet Beljan mit einem Grinsen im Gesicht. Mit einer Abschlussnote von 1, 8 wusste sie bereits am Prüfungstag, dass sie ihre Ausbildung mit Auszeichnung bestanden hatte.

Gemeinsam mit 59 weiteren Pferdewirten wurde sie nach Warendorf in die Westfälische Reit- und Fahrschule eingeladen und mit der Georg-von-Lehndorff-Plakette ausgezeichnet. „Anschließend wurde ich von der Landwirtschaftskammer nach Bad Sessendorf eingeladen und sogar als Beste in NRW ausgezeichnet“, erzählt sie stolz.

Dass der Alltag einer Pferdewirtin nicht immer nach idyllischer Ponyhof-Atmosphäre aussieht, wusste Nina Beljan bereits vorher. „Der Beruf ist nichts für schwache Nerven“, erklärt sie. Neben Reitunterricht und dem Versorgen der Pferde, kümmert sich die 22-Jährige auch um die Ausbildung junger Pferde.

„Das macht Spaß, kann aufregend und spannend sein“, erklärt Beljan. Schließlich arbeite man mit Lebewesen, da könne so manch unvorhergesehene Situation auftreten. Bisher war ein gebrochener Mittelfinger ihre schlimmste Blessur.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung entschied sich die Pferdewirtin dazu, ein weiteres Jahr dranzuhängen, um ihren Abschluss als Bereiterin zu machen. „Damit bin ich Ende 2011 fertig und möchte dann Tiermedizin studieren“, sagt die Pferdenärrin.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer