IHK Köln befragt 2300 Beschäftigte zu ihren Einschätzungen und Wünschen.

IHK Köln befragt 2300 Beschäftigte zu ihren Einschätzungen und Wünschen.
Auch wenn viele Pendler mit der Bahn zur Arbeit fahren – mit dem Angebot sind die meisten laut einer Studie unzufrieden. Archiv

Auch wenn viele Pendler mit der Bahn zur Arbeit fahren – mit dem Angebot sind die meisten laut einer Studie unzufrieden. Archiv

dpa

Auch wenn viele Pendler mit der Bahn zur Arbeit fahren – mit dem Angebot sind die meisten laut einer Studie unzufrieden. Archiv

Köln. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Köln pendeln in Köln derzeit täglich rund 860 000 Beschäftigte. Der Großteil fährt mit dem Auto zur Arbeit. Durch die Überlastung der Straßen ist das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort immer zeitaufwendiger und stressiger. In einer groß angelegten Studie hat die IHK Köln jetzt 2300 Pendler sowie Experten aus Unternehmen zu ihren Einschätzungen und Wünschen befragt.

Überfüllte Züge, die unpünktlich und unzuverlässig fahren

Die Pendler kritisieren Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Bahnen, Abfahrtzeiten und Taktdichten sowie zu kleine, überfüllte Züge. Zusätzlich zeigt sich, dass das Betriebliche Mobilitätsmanagement eine hohe Bedeutung für Pendler und Unternehmen hat. „Die Situation für Bahnpendler muss dringend verbessert und die Attraktivität des Angebots im öffentlichen Personennahverkehr erhöht werden“, sagt Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln.

Die IHK Köln empfiehlt einen Fünf-Punkte-Plan: mehr Züge und modernere Ausstattung, Fahrplanoptimierung und Erhöhung der Taktdichte, modernere Informations- und Steuerungsangebote für unterwegs, Aufwertung und Modernisierung der Bahnhöfe und Umsetzung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements in den Unternehmen. „Neben den Verbesserungen für ein funktionsfähiges Verkehrssystem für Pendler, sehen wir Ansatzpunkte bei den Bahnhöfen. Sie müssen ihre Funktion als Mobilstation festigen und ausweiten. Das Betriebliche Mobilitätsmanagement hat zudem enormes Potenzial, den Pendlerverkehr zu bündeln und effizienter zu gestalten“, sagt Soénius.

Köln ist für immer mehr Menschen ein attraktiver Arbeitsort. Die Stadt weist laut IHK Köln bereits heute wesentlich mehr Einpendler (316 000) als Auspendler (144 000) auf. 400 000 weitere Beschäftigte pendeln innerhalb der Stadtgrenzen. Aktuellen Prognosen zufolge, wird die Zahl der Pendler in Köln auf 900 000 in 2030 ansteigen. Mit 65 Prozent nutzt in Deutschland der überwiegende Teil den motorisierten Individualverkehr, also vor allem das Auto. Mit allen negativen Folgen: Überlastung der Straßen, Staus, Zeitverluste, ökologische und ökonomische Schäden, Belastung für die Pendler. Nur ein geringer Teil des Pendlerverkehrs, 16 Prozent, wird in Deutschland über die Schiene abgewickelt.

Ziel der Stadt Köln für die Stadtmobilität ist es, den Anteil des Umweltverbundes (zu Fuß, Fahrrad, ÖPNV) bei der Verkehrsmittelwahl zu erhöhen. Die IHK Köln unterstützt dieses Ziel. Voraussetzung für den Umstieg der Berufspendler ist jedoch ein attraktives ÖPNV-Angebot und eine systematische Vernetzung der Verkehrsträger. Mit dem IHK-Zertifikatslehrgang „Betriebliche/r Mobilitätsmanager/in“ können Unternehmen selbst aktiv werden und ihren Mitarbeitern Anreize für eine umweltbewusste Mobilität schaffen. Der Rahmenvertrag zwischen IHK Köln und Verkehrsverbünden ermöglicht zudem auch kleinen Mitgliedsunternehmen (zwei bis 49 Beschäftigte) den Bezug des Jobtickets.

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