Während es in Burscheid ruhig blieb, mussten die Einsatzkräfte im Kreis nicht nur gegen drohende Flammen kämpfen.

Bilanz
Im 15. Obergeschoss dieses Hochhauses in Bergisch Gladbach kämpften die Retter gegen ein Feuer. Unten wurden sie mit Raketen beschossen.

Im 15. Obergeschoss dieses Hochhauses in Bergisch Gladbach kämpften die Retter gegen ein Feuer. Unten wurden sie mit Raketen beschossen.

Die Überreste der Silvesternacht in der Kirchenkurve am gestrigen Neujahrstag.

Feuerwehr, Bild 1 von 2

Im 15. Obergeschoss dieses Hochhauses in Bergisch Gladbach kämpften die Retter gegen ein Feuer. Unten wurden sie mit Raketen beschossen.

Rhein.-Berg. Kreis.Unglaubliche Szenen haben sich in der Silvesternacht in Bergisch Gladbach abgespielt. Während Feuerwehrleute in einem Hochhaus einen Brand bekämpften und vermutlich durch ihren Einsatz mehreren Menschen das Leben gerettet haben, wurden sie vor dem Gebäude mit Böller und Raketen beschossen. Nüchterner Kommentar dazu von Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders: „Die Feuerwehr hat ihre Arbeit dennoch fortgesetzt.“

Offenbar ist schon so etwas wie Ernüchterung bei den Helfern eingetreten, nach dem Motto: Das ist ja so üblich. Tatsächlich heißt es auch im ersten Satz der mehrseitigen Pressemitteilung der Wehr, dass man eh mit einem unruhigen Jahreswechsel gerechnet habe.

Zu dem Brand war es offenbar durch einen brennenden Gegenstand gekommen, möglicherweise eine Silvesterrakete. Laut Polizei habe der Wohnungsinhaber gegen 0.20 Uhr einen brennenden Gegenstand auf den Balkon in der 15. Etage fliegen gesehen. Er habe noch versucht, den anschließenden Brand selbst zu bekämpfen, scheiterte aber dabei. Das Feuer breitete sich dann auch auf die Wohnung aus. Beim Eintreffen der ersten Einheiten der Feuerwehr konnte der Brand auf einem Balkon im 15. Obergeschoss des Hochhauses sofort bestätigt werden. Im Innenangriff wurden mehrere Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung eingesetzt. Sprecher Elmar Schneiders: Zu Beginn des Einsatzes befanden sich eine große Anzahl von Personen auf der Straße vor dem Objekt und feierten unbeirrt von dem Feuerwehreinsatz ausgelassen das neue Jahr. Dabei gerieten die Einsatzkräfte der Feuerwehr immer wieder unter Beschuss von Böllern und Silvesterraketen.“

In der Kirchenkurve sah es aus wie auf einer Müllhalde

Der Feuerwehr gelang es, dass das Feuer nicht auf weitere Balkone übergreifen konnte. Dennoch wurde die betroffene Wohnung durch das Feuer auf dem Balkon in Mitleidenschaft gezogen. Zwei weitere Wohnungen im direkten Umfeld wurden verraucht. Drei Bewohner der betroffenen Wohnungen atmeten giftigen Brandrauch ein und wurden zur weiteren Untersuchung in eine Klinik gebracht, darunter auch der 69-Jährige.

Keinen Grund zur Klage hatte die Wehr in Burscheid. Nur ein Einsatz am Neujahrsmorgen gab es. In der Straße In der Dellen hatten Anwohner gegen 9 Uhr Gasgeruch bemerkt und die Wehr alarmiert. Doch die hatten keine Feststellung und konnten wieder einrücken. Dafür fielen die Überreste der Silvesternacht wieder in manchen Straßen sehr üppig aus. Die Kirchenkurve sah am Neujahrstag aus wie auf einer Müllhalde.

Insgesamt sieht die Bilanz der Polizei für die Silvesternacht für den Kreis folgendermaßen aus: Die Beamten mussten zwischen 18 und 6 Uhr zu 97 Einsätzen ausrücken und erreichte damit einen Zahlenwert, der dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entspricht. Die Einsatzzahlen waren im Kreisgebiet sehr unterschiedlich verteilt (Vorjahreswerte in Klammern): Bergisch Gladbach: 41 (43), Rösrath: 23 (4), Overath 2 (7), Odenthal: 2 (2), Kürten: 0 (3), Burscheid 3 (3), Leichlingen 12 (6) und Wermelskirchen 10 (13).

Familienstreitigkeiten und wieder viele Körperverletzungen

In Wermelskirchen musste die Polizei noch am frühen Morgen zwei Familienstreitigkeiten schlichten. Aber sowohl auf der Eich als auch auf der Peter-Molineus-Straße reichten eindringliche Ansprachen und räumliche Trennungen, um die Familien zu beruhigen. Gegen 3 Uhr eskalierte ein Streit unter zwei Männern auf der Telegrafenstraße. Nach zunächst verbalen Streitigkeiten kam es zu einer handfesten Schlägerei. Einer der Beteiligten wurde dabei verletzt und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Sein 25-jähriger Kontrahent verbrachte den Neujahrsmorgen anschließend in der Zelle. In Leichlingen mussten die Beamten gegen 4.20 Uhr ein Körperverletzungsdelikt Am Stadtpark aufnehmen. Dabei wurde ein 36-Jähriger verletzt.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer