Christen reagieren mit Überraschung und Anerkennung auf den Rückzug von Papst Benedikt.

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Pfarrerin Katrin Friedel sieht auf den menschlichen Aspekt.

Pfarrerin Katrin Friedel sieht auf den menschlichen Aspekt.

Pfarrer Johannes Börsch bedauert den Rückzug.

Siewert, Doro, Bild 1 von 2

Pfarrerin Katrin Friedel sieht auf den menschlichen Aspekt.

Rhein.-Berg. Kreis. Die Burscheider Kolpingsfamilie erreicht die Nachricht vom Papst-Rücktritt im Pfarrheim kurz vor dem Aufbruch zum Rosenmontagszug in Blecher. „Wir sind alle vollkommen überrascht“, sagt die Vorsitzende Dagmar Harwardt. Auch nach dem Zug sitzen die Katholiken noch mal im Pfarrheim zusammen und diskutieren bei der Rosenmontagsfeier die Nachricht des Tages. Johannes Schrage, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, spricht von einer „mutigen und souveränen Entscheidung“, gerade durch ihre Unabhängigkeit von den bisherigen Traditionen. „Das zeugt von sehr hoher Verantwortung gegenüber der Kirche und von der Einsicht, dass er nicht der Einzige ist, der diese Kirche führen kann.“ Der Papst offenbare darin auch sein Gottvertrauen. Für Volker Weißhuhn vom Ortsausschuss der Pfarrgemeinde könnte der Rücktritt Hinweis darauf sein, dass Benedikt „der Sache nicht mehr gewachsen war. Schließlich gibt es eine Menge Ärger in der Kirche.“ Weißhuhn fände es gut, wenn Benedikts Entscheidung ein Zeichen wäre, „dass Kirche sich früher erneuert“. Nach Einschätzung von Johannes Börsch, dem leitenden Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Odenthal/Burscheid/Altenberg, sagt der Rückzug des Papstes „einiges über seine Größe aus“. Benedikt sei von außerordentlichem Verantwortungsbewusstsein geprägt. Gleichwohl bedauert Börsch die Entscheidung: „Papst Benedikt hat mich sehr geprägt in seiner Theologie.“ Auch als Mensch und in seiner Amtsführung sei er überzeugend gewesen. Börsch erinnert sich dabei an eine Begegnung zur Zeit, als Josef Ratzinger noch Präfekt der Glaubenskongregation war. Pfarrerin Katrin Friedel, Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid, nimmt positiv wahr, dass durch den Rücktritt der Mensch hinter dem katholischen Amt sichtbar werde „der die Erlaubnis hat zu sagen: Meine Kraft reicht nicht mehr.“ Das könne das Papstamt grundsätzlich verändern. Auch der große Druck auf die katholische Kirche hierzulande habe sich womöglich ausgewirkt. „Deutschland ist zwar nicht die Welt, aber vielleicht hatte er den Eindruck, dass er den Kurs nicht mehr durchhalten kann.“

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