Sujatha und Christian Hoffmann lockten wieder Hunderte Besucher zu ihrem Weihnachtsmarkt „Winter am Kamp“. Am Wochenende geht es weiter.

Sujatha und Christian Hoffmann lockten wieder Hunderte Besucher zu ihrem Weihnachtsmarkt „Winter am Kamp“. Am Wochenende geht es weiter.
Zwei Tage lang konnten die Besucher stöbern.

Zwei Tage lang konnten die Besucher stöbern.

„Winter am Kamp“ war als Dankeschön für Werbekunden gedacht. In der zweiten Auflage zeigten sich die Veranstalter noch detailverliebter als zuvor.

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Zwei Tage lang konnten die Besucher stöbern.

Burscheid. Schon das Eingangsschild sorgte für ein Schmunzeln. Ab hier solle man seine Sorgen hinter sich lassen, forderte ein plakativer Spruch auf rotem Grund die auf, die das Gelände Kamp 1 betraten. Von weitem war Musik zu hören. George Michael sang über sein „Last Christmas“. Es roch nach Glühwein und Bratwurst. Schilder wiesen auch weiter den Weg. Zu den Toiletten, den Hütten, dem Alltag und dem Nordpol. Beim „Winter am Kamp“ zeigen sich die Organisatoren im zweiten Jahr noch detailverliebter. Ihr Weihnachtsmarkt soll etwas Besonderes sein, das nahm sich das Ehepaar Sujatha und Christian Hoffmann schon im vergangenen Jahr vor.

Ursprünglich war der Markt als ein Dankeschön an die Kunden gedacht. Sujatha und Christian Hoffmann führen eine Werbeagentur am Kamp. „Wir wollten keine Weinflaschen mehr als Präsent verschicken“, sagte Sujatha Hoffmann. Bei einer Tasse Glühwein könne man viel besser Kontakte pflegen. „Man muss schon was tun, um den Nerv der Leute zu treffen.“

Um sich hat das Ehepaar viele kreative Leute geschart. So zum Beispiel Vincent Faber, der eigentlich an diesem Wochenende für seine Mathematik-Klausur lernen sollte. Der Schüler aus Düsseldorf pries stattdessen an seinem Stand Kuscheltiere an, die man nicht kaufen, wohl aber adoptieren könne. Zu jedem der über 100 Plüschtiere konnte Vincent Faber eine lange Geschichte erzählen, wenn man ihn nicht stoppte. Jedes Tier hatte einen anderen, ausgefallenen Namen: Vegangelika, Kredithai, Super Helmut, Mausebär, Scherzkeks und Nervensäge zum Beispiel. Ein Talent für den Verkauf und das Geschichtenerzählen hatte der Düsseldorfer zweifelsohne. „Ich wurde in zwei Stunden eingearbeitet“, sagte Vincent Farber.

Ausstellerin nahm für den Markt sieben Stunden Fahrt auf sich

Bei dieser Bemerkung musste Kerstin Speckner herzhaft lachen. Sie hatte es sich in dem Stand gleich nebenan gemütlich gemacht. Sie bewunderte den jungen Mann dafür, wie ausdauernd er auf die Besucher einreden konnte. Sie selbst hielt sich da doch eher dezent im Hintergrund. Der Pecorino-Käse sollte über Geruch und Optik schon selbst auf die Besucher wirken. „Der Renner ist der Trüffelkäse. Davon habe ich hier schon viel verkauft“, freute sich die Händlerin, die eigens aus Bregenz am Bodensee angereist war. Sieben Stunden Fahrt hatte Kerstin Speckner auf sich genommen, um am Kamp ihre Waren zu verkaufen. Der Kontakt zum Ehepaar Hoffmann kam über das Internet zustande. „Ich habe diesen Markt per Zufall gefunden. Ich finde es ganz süß hier und die Leute sind sehr nett“, lobte Kerstin Speckner, die sich schon auf das kommende Wochenende freute. Denn wie im vergangenen Jahr wird der Markt auch dieses Mal an zwei aufeinander folgenden Wochenenden stattfinden.

Der Weihnachtsmarkt 2017 nimmt bereits Form an. Ideen gibt es schon: Ponyreiten, ein kleines Gospelkonzert und eine Vorlesestunde für Kinder wären dann neu. Denn eines soll der „Winter am Kamp“ nie werden: gewöhnlich. Auch der Briefkasten des Christkinds wird 2017 wieder aufgestellt. Jedes Kind bekommt eine Antwort, versprach Sujatha Hoffmann, die schon viele Briefe mit teils unerfüllbaren Kinderwünschen lesen durfte. „Ein Kind hat sich ein Geschwisterchen gewünscht. Wir werden ihm wohl schreiben müssen, dass das Christkind darauf keinen Einfluss hat.“

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