Die Evangelische Gemeinde will den einzigen Empfang in der Stadt nur noch alle zwei Jahre ausrichten. Der Kulturverein möchte die Tradition bewahren und bittet um Unterstützung.

Burscheid. Als die evangelische Pfarrerin Katrin Friedel kürzlich beim Neujahrsempfang erklärte, dass die Gemeinde die Veranstaltung künftig aus finanziellen Gründen nur noch alle zwei Jahre ausrichten könne, hatte die Vorsitzende des Burscheider Kulturvereins sofort etwas dagegen, das Treffen zu unterbrechen. Jelle von Dryander machte noch am Abend den Vorschlag, dass der Kulturverein zumindest beim nächsten Mal einspringen könne – vorbehaltlich der Meinung des gesamten Gremiums. „Wir machen das“, heißt es nun nach einer Vorstandssitzung des Kulturvereins.

Damit sei aber nicht gemeint, dass künftig nur der Kulturverein im Wechsel alle Neujahrsempfänge im Badehaus ausrichten wolle. Vielmehr sei die Vorsitzende guter Hoffnung, auch andere Vereine in der Stadt für die Kooperation zu begeistern. „Wir finden es wichtig, diese traditionelle Veranstaltung am Leben zu erhalten“, erklärt Jelle von Dryander. 2010 habe der Kulturverein selbst versucht, einen Neujahrsempfang auszurichten. „Wir haben aber sofort gemerkt, dass es der Empfang im evangelischen Gemeindesaal ist, bei dem alle Leute sind.“ Für das kommende Jahr wolle man nun die Adressenlisten mit der Kirche austauschen und mit eigenen Gästen ergänzen. Katrin Friedel freut sich über das Angebot, auch wenn dannauch andere Gäste auf der Liste als auf der eigenen stünden. „Wenn wir das jedes zweite Jahr machen, ist das in Ordnung.“

Erneut viele Austritte bringen die Kirche unter Druck

Hintergrund der Sparmaßnahme sei auch, dass die Gemeinde erneut viele Mitglieder verloren habe. Insbesondere Menschen im mittleren Alter von etwa 45 Jahren hätten der Evangelischen Kirche hier den Rücken gekehrt. Und da die Einnahmen sich nach den Steuerzahlern richteten, die vor Ort in der Kirche seien, müsse der Gürtel enger geschnallt werden. Womöglich sogar später noch enger – aber darüber müsse erst intern in der Gemeinde geredet werden.

Vor diesem Hintergrund sei auch zu sehen, dass die Evangelische Kirchengemeinde in einer einjährigen Probephase versucht, mit einem Abendgottesdienst mehr Menschen zu erreichen. Einmal im Monat soll deshalb der frühe Sonntagsgottesdienst, der immer schlechter besucht werde, zugunsten eines Abendgottesdienstes ausfallen, der dann an einem Wochentag um 20 Uhr gefeiert wird. Auftakt war am vergangenen Donnerstag.

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