Musikschulleiter Hans-Ulrich Förster über die neu gegründete Orchesterschule des Orchestervereins.

„Eine endgültige Trennung ist nur das letzte Mittel“, sagt Hans-Ulrich Förster zum ruhenden Vorstandsposten des OVH.
„Eine endgültige Trennung ist nur das letzte Mittel“, sagt Hans-Ulrich Förster zum ruhenden Vorstandsposten des OVH.

„Eine endgültige Trennung ist nur das letzte Mittel“, sagt Hans-Ulrich Förster zum ruhenden Vorstandsposten des OVH.

Barbara Sarx

„Eine endgültige Trennung ist nur das letzte Mittel“, sagt Hans-Ulrich Förster zum ruhenden Vorstandsposten des OVH.

Burscheid. Hans-Ulrich Förster (49) ist seit Juni 2008 Leiter der Jugendmusikschule Burscheid. Im Interview äußert sich der Jurist mit Wohnsitz in Odenthal-Blecher über die neu gegründete Orchesterschule des Orchestervereins Hilgen und ihre Auswirkungen auf die Musikschule.

Herr Förster, empfinden Sie die Orchesterschule eher als Ergänzung oder als Konkurrenz?

Hans-Ulrich Förster: Es ist klar, dass auch eine Konkurrenzsituation entstehen kann, gerade für diejenigen, die die Instrumente belegen, die auch der Orchesterverein Hilgen unterrichten will. Wir möchten aber erst einmal abwarten und glauben nicht, dass die Orchesterschule die Musikschule in Gefahr bringt oder bringen will.

Bei den Blech- und Holzbläsern sowie der musikalischen Früherziehung gibt es Überschneidungen. Wie will sich die Musikschule hier positionieren?

Förster: Die Orchesterschule dient ganz zielgerichtet der Nachwuchsgewinnung für den OVH. Diesen Fokus wollte und will die Musikschule in der Absolutheit nicht, auch wenn jeder, der in den Orchsterverein möchte, von uns gefördert wird. Wir sind unabhängig und in der Musikschule haben die Kinder und Jugendlichen alle Freiheiten. Aber natürlich bieten wir auch Ensemblearbeit an. So hat Thomas Sieger wieder die Leitung des Jugendblasorchesters übernommen, nachdem der bisherige Leiter Reinhold Felthaus seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch hin beendet hat.

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen und die Gebühren bei Ihnen?

Förster: Wir haben derzeit etwa 800 Schüler. Die Gebühren sind sehr differenziert, aber die Kosten für den Einzelunterricht liegen beispielsweise bei monatlich 53 Euro für 30 Minuten in der Woche. 45 Minuten kosten 78 Euro, eine Stunde 100 Euro im Monat.

"Es kann nicht im Interesse der beiden Einrichtungen sein, wenn es keine Kommunikation mehr gibt."

Hans-Ulrich Förster

Der OVH lässt seinen Vorstandsposten in der Musikschule nur ruhen. Welche Option verbirgt sich dahinter?

Förster: Für eine endgültige Trennung müsste die Mitgliederversammlung der Musikschule eine entsprechende Satzungsänderung beschließen. Das ist aber nur das letzte Mittel, wenn wir feststellen würden, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten mehr gibt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Orchesterschule ihr Angebot auf andere Instrumente ausdehnen oder Schüler und Lehrer abwerben würde. Aber ich glaube nicht, dass das erforderlich ist, weil es nicht im Interesse der beiden Einrichtungen sein kann, wenn es keine Kommunikation mehr gibt. Auch in Zukunft werden wir jedermann die Möglichkeit offenhalten, zum Orchesterverein Hilgen zu gelangen.

Ihr Leiterkollege Günter Haas hat bei der Vorstellung der Orchesterschule von unterschiedlichen Schwerpunkten der Musikschulen in der Region gesprochen. Wo sehen Sie den Schwerpunkt Ihrer Musikschule?

Förster: Von Schwerpunkt in dem Sinne möchte ich nicht sprechen. Unsere Stärke liegt im breit gefächerten Angebot und in der Möglichkeit, sich auch regional ausweiten zu können. So bieten wir zum Beispiel derzeit in Kooperation mit dem Gymnasium Odenthal auch Unterricht direkt in der Schule an. Für fast alle Instrumente ist mindestens ein Lehrer vorhanden. Wir haben sehr gute Lehrer, die einen professionellen Unterricht anbieten.

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