Inhaberin Roswitha Gehrmann schließt ihr Geschäft in der Lindenpassage in wenigen Wochen.

Roswitha Gehrmann in ihrem Geschäft in der Lindenpassage mit einer Kundin und deren Hund: Viele Kleidungsstücke sind schon deutlich heruntergesetzt.
Roswitha Gehrmann in ihrem Geschäft in der Lindenpassage mit einer Kundin und deren Hund: Viele Kleidungsstücke sind schon deutlich heruntergesetzt.

Roswitha Gehrmann in ihrem Geschäft in der Lindenpassage mit einer Kundin und deren Hund: Viele Kleidungsstücke sind schon deutlich heruntergesetzt.

Doro Siewert

Roswitha Gehrmann in ihrem Geschäft in der Lindenpassage mit einer Kundin und deren Hund: Viele Kleidungsstücke sind schon deutlich heruntergesetzt.

Burscheid. Sie wollte immer einen kleinen Laden haben, wie die 64-Jährige heute kurz vor ihrem Abschied sagt. „Eigentlich einen noch viel kleineren als den heutigen.“ Doch als gelernte Einzelhandelskauffrau im Textilhandel brauchte sie auch Platz für ihre Ware. Ein Kompromiss war es schließlich, der ihr vor 21 Jahren ihren Traum in Erfüllung gehen ließ.

In der Lindenpassage war sie zwei Jahre bei „Mode aktuell“ beschäftigt, als das Geschäft geschlossen wurde. Mit einem angrenzenden Lager sei ihr das Ladenlokal aber zu groß für eine Übernahme gewesen, erinnert sich die Burscheiderin. Ein halbes Jahr stand das Geschäft leer – dann wurde der Verkaufsraum um das Lager verkleinert und der Mietvertrag von ihr unterschrieben.

In vier bis sechs Wochen endet die Ära „Moden Gehrmann“ in der Lindenpassage. Und die Bilanz der Inhaberin, die im März ihren 65. Geburtstag feiert, fällt mit dem Beginn ihres Ruhestands durchweg positiv aus: „Das hat mir immer sehr viel Freude gemacht hier. Es war immer mein Wunschtraum und der Abschied tut mir sehr weh.“

Während heute im Einzelhandel darüber gesprochen werde, dass jeder eine Nische, ein einzigartiges Profil haben müsse, sei ihr dies schon vor zwei Jahrzehnten klar gewesen. So setzte sie von Anfang an auf Übergrößen: „Das war ein richtiger Schritt. In den anderen Geschäften hörten die Größen bei 46 auf, bei mir fingen sie bei 42 an.“ Und das sei angenommen worden. „Ich habe 90 Prozent Stammkunden.“ Doch auch von denen würde immer mehr per Computer gekauft. „Das Internet ist auch mir in die Rippen geschossen. Die vergangenen Jahre habe ich das hier nur noch aus Spaß gemacht.“ Zudem sei die Miete sehr hoch. Einen Nachfolger werde es wohl auch deshalb nicht so schnell geben.

In ihrem Heim in der Löhsiedlung will sie nun die Zeit mit ihrem Mann Bruno und der Familie genießen. Erst muss aber noch die Ware verkauft werden. Es gibt bis zu 70 Prozent.

Sigrid Wolde Ausverkauf, heißt es auch im Pelzgeschäft Sigrid Wolde an der Höhestraße 66. Aber nicht, weil das Geschäft schließt. Auch nach dem Ausverkauf werde der Betrieb mit bestimmten Waren weitergeführt.

Grunert & Schluck heißt das Schreibwarengeschäft nun an der Hauptstraße 2. Silvia Grunert ist für Marianne Schütze nachgerückt.

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