Jugendwettbewerb NRW: Einen dritten Preis und 1000 Euro gab es für die Gruppe der Freien evangelischen Gemeinde Hilgen bei der Preisverleihung in Düsseldorf.

Menschen mit Werten: die Jugendlichen der Freien evangelischen Gemeinde Hilgen am Sonntagmorgen vor der Abfahrt nach Düsseldorf zur Preisverleihung.
Menschen mit Werten: die Jugendlichen der Freien evangelischen Gemeinde Hilgen am Sonntagmorgen vor der Abfahrt nach Düsseldorf zur Preisverleihung.

Menschen mit Werten: die Jugendlichen der Freien evangelischen Gemeinde Hilgen am Sonntagmorgen vor der Abfahrt nach Düsseldorf zur Preisverleihung.

Jürgen Venn

Menschen mit Werten: die Jugendlichen der Freien evangelischen Gemeinde Hilgen am Sonntagmorgen vor der Abfahrt nach Düsseldorf zur Preisverleihung.

Burscheid. Sonntagmittag ist das Geheimnis im Theater der Träume in Düsseldorf endlich gelüftet worden: Die Freie evangelische Gemeinde Hilgen hat mit ihrem Jugendprojekt "Terugkeer" (niederl. für Neubeginn) beim diesjährigen Jugendwettbewerb NRW einen dritten Preis und 1000 Euro gewonnen.

Rund 4000 Kinder und Jugendliche hatten sich mit etwa 200 Beiträgen beworben, 18 Preisträger-Teams in den fünf Kategorien Primarstufe, Sekundarstufe, Förderschule, Berufskolleg und Jugendgruppe waren schließlich zur Preisverleihung eingeladen worden - ohne schon vorher genau über ihre Platzierung Bescheid zu wissen.

"Unsere Werte, unsere Rechte" lautete das Motto des Jugendwettbewerbs 2009/2010 der Landeszentrale für politische Bildung. "Das passt doch hervorragend", dachte sich Jugendleiter Jens Scholz (25) und entwickelte für die Freie Gemeinde die Idee einer Wertewoche.

Eine Woche gemeinsam im Gemeindezentrum gelebt

18 Jugendliche zwischen 11 und 21 Jahren lebten im Februar eine Woche gemeinsam im Gemeindezentrum in Dünweg. Die Werteauktion zu Beginn hat Betreuer Henrik (24) dabei besonders eindrücklich in Erinnerung: "Ich fand toll, wie sich die Jugendlichen darauf eingelassen haben."

Zwei Teams wurden gebildet, die jeweils 500 Euro zur Verfügung hatten und damit nun Werte ersteigern mussten. Am Ende waren aus einem Pool von 30 Werten zehn ausgewählt, die im Mittelpunkt der Woche stehen sollten.

Die Wahl fiel auf: Liebe, Ehrlichkeit, Zivilcourage, Glaube, Gerechtigkeit, Gesundheit, Respekt vor Gesetz und Ordnung, Pflichtbewusstsein, Unabhängigkeit und Bildung. Dass an einem Tag jeder seinen ausgewählten Wert leben sollte, war nicht immer einfach: "Heißt Ehrlichkeit nur, die Wahrheit zu sagen, oder auch, das auszusprechen, was man sonst nur denkt?", fragte sich Marita (19) nicht nur einmal im Umgang mit Freundinnen und Schulkameradinnen.

Über das Projekt drehten die Jugendlichen auch einen Film und führten Tagebuch. "Mir hat die Woche sehr viel gegeben", sagt Marc (22). "Die Wertetradition wird ja heute eher vernachlässigt." Und Dan-Cedric (13) ergänzt: "Ich fand’s cool. Mit den Älteren gab es keine Probleme." Erfahrungen, die vermutlich noch mehr wert sind als die 1000 Euro Preisgeld. Diese sollen jetzt in die Jugendarbeit der Gemeinde fließen.

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