Kinder und Jugendliche haben am Kreativ-Workshop „Stein“ teilgenommen und ihre Kreativität in Stein gemeißelt.

Anna Zieres arbeitet an einem Selbstporträt. Die elfjährige ist zum ersten Mal dabei.
Anna Zieres arbeitet an einem Selbstporträt. Die elfjährige ist zum ersten Mal dabei.

Anna Zieres arbeitet an einem Selbstporträt. Die elfjährige ist zum ersten Mal dabei.

Doro Siewert

Anna Zieres arbeitet an einem Selbstporträt. Die elfjährige ist zum ersten Mal dabei.

Burscheid. Polyklet, Donatello, Michelangelo und Auguste Rodin haben trotz der unterschiedlichen Epochen, in denen sie lebten, alle gleich angefangen. Und alle unglaubliche Meisterwerke geschaffen. Am Beginn steht ein Steinklotz, roh und uneben. Viel Arbeit steckt in den berühmten Skulpturen wie „David“ oder „Der Denker“.

Ein Gefühl dafür bekommen die Teilnehmer des Kunstworkshops, den Werner Hambüchen im fünften Jahr anbietet. Das Weglassen ist eine Kunst für sich. Und schwieriger als das Hinzufügen. Das Material ist ungnädig. „Meine Nase ist kurz davor abzustürzen“, klagt Finn Haase.

Werner Hambüchen eilt dem Zehnjährigen zur Hilfe. Viel lässt sich an der Skulptur nicht mehr machen. „Du musst von vorne anfangen“, sagt er ihm. Schutzbrille aufgesetzt, der Tuffstein fliegt durch die Luft. Mit festen Hieben schlägt Werner Hambüchen auf das Material ein. In den letzten Tagen waren Muskelkrämpfe die Folge. Auch das ein Los des Steinmetzes. Finn Haase trägt es mit Fassung. „Ich hatte eh nicht mehr so viel zu tun.“ Beim Ausarbeiten der Nasenlöcher hat er das Werkzeug einfach mit zu viel Schwung angeschlagen. Das nächste Gesicht soll noch besser werden, sagt er sich und geht wieder ans Werk.

Gesichter sind das Thema des Workshops. Sie und menschliche Körper im Allgemeinen gehören zur Königsdisziplin. „Ich wollte den Kindern eine Herausforderung geben“, sagt Werner Hambüchen. „Das Schwierigste ist das Profil.“ Der Dozent schaut sich um. Eine Staubschicht hat sich auf seine Brillengläser gelegt. „Wie man hier sieht, war das eine gute Idee. Man muss um die Ecke denken.“

Mit Hammer und Meißel geht es ans Werk

Mit Hammer und Meißel macht sich Anne Zieris ans Werk. Die Elfjährige ist zum ersten Mal beim Ferienworkshop mit dabei. Sie nahm Porträts von sich als Vorbild. In mühevoller Arbeit arbeitet sie ein Gesicht aus dem Stein heraus. Auch sie musste bereits von vorne anfangen. Wieder die Nase. Nun ist sie vorsichtiger. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel wegsprengt“, sagt die Elfjährige. Bei ihr zu Hause stehen viele Steinfiguren als Dekoration. „Ich wollte das auch einfach versuchen.“ Das Ergebnis spricht für sich. Eine filigrane Arbeit. Werner Hambüchen nickt. Er gibt den Kindern das Handwerkszeug in die Hand, zeigt, worauf es ankommt. Dann liegt es an den Kindern, was daraus zu machen.

Ronja Schüssler ist zum zweiten Mal dabei. Ihr „Monster“, wie sie ihre Skulptur nennt, soll später im Garten liegen. Im Blumenbeet. „Ich bin relativ kreativ und zeichne relativ viel. Ich habe mich gleich zu den Kurs anmelden lassen“, sagt die 17-Jährige.

Große Gesteinsbrocken liegen auf dem Tisch von Joshua Halfmann. Der 13-Jährige ist nicht nur zum Vergnügen am Badehaus mit dem Meißel am Werk. „Ich wollte mal den Beruf des Steinmetzes ausprobieren“, erklärt der Junge weltmännisch. „Kunst ist doch was Schönes. Ich habe schon viele Berufe ausprobiert, dann kann ich dann später besser wählen.“

Ob der Steinmetz das richtige ist? Joshua Halfmann zuckt mit den Schultern. Vielleicht ist es das ja. Vielleicht schaut man sich das Ganze während der nächsten Sommerferien nochmals an. Ein zustimmendes Nicken geht durch die Runde der Teilnehmer

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