WFB: Weil die angereisten Händler zu wenig Umsatz machen, findet das Fest in diesem Jahr nicht mehr statt. Die Suche nach Alternativen hat schon begonnen.

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So voll war es bei der Premiere des Martinsmarkts im November 2007. Doch der Zuspruch bröckelte in den vergangenen beiden Jahren, sodass die Händler das Interesse an Burscheid verloren haben. Archiv

So voll war es bei der Premiere des Martinsmarkts im November 2007. Doch der Zuspruch bröckelte in den vergangenen beiden Jahren, sodass die Händler das Interesse an Burscheid verloren haben. Archiv

Barbara Sarx

So voll war es bei der Premiere des Martinsmarkts im November 2007. Doch der Zuspruch bröckelte in den vergangenen beiden Jahren, sodass die Händler das Interesse an Burscheid verloren haben. Archiv

Burscheid. 2007 hatte der große Zuspruch die Erwartungen an die Premiere des Martinsmarkts noch weit übertroffen. Vier Jahre später herrscht Katerstimmung. Veranstalterin Janica Johnen hat abgewunken. Sie findet keine Händler mehr, die bereit sind, nach Burscheid zu kommen. Das bedeutet das Aus für die Veranstaltung.

Als Grund wird der zu geringe Umsatz genannt. „Das ist eine Entwicklung der letzten zwei Jahre“, sagt Johnen. Der Martinsmarkt sei gut gestartet und sehr gut angenommen worden. Bei der 3. Auflage 2009 habe es dann einen spürbaren Rückgang bei den Teilnehmern, aber auch bei den Besuchern und damit beim Umsatz gegeben.

„2010 hatten wir dann wieder viel mehr Händler, auch weil wir den Termin nach vorne gezogen haben, aber die Besucher fehlten.“ Der Samstag war aus Sicht der Organisatorin ganz schwach. „Zum Martinsumzug wird es zwar voll, aber die Händler profitieren nicht davon. Sie müssen aber ihre Standmiete zahlen, den Strom und die Anreise. Und nicht alle kommen aus NRW.“

Johnen hat nach eigenen Angaben mit jedem Händler noch einmal persönlich gesprochen, „aber 80 Prozent haben Nein gesagt. Ich kann aber nicht jedes Jahr neue Händler suchen.“ Der rückläufige Zuspruch sei kein Burscheider Phänomen allein. „Der Markt in Schlebusch hat ähnliche Probleme.“ Eine der Ursachen sieht sie in der Rathausgalerie in Leverkusen, die gerade bei schlechtem Wetter die Massen anlocke.

Bei der Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) hat die Suche nach Alternativen bereits begonnen, auch wenn die WfB-Pressesprecherin Ute Hentschel klagt: „Bei der Meckerei sind die Leute schnell dabei. Aber es kommen kaum bessere Vorschläge.“

Weinfest im Rahmen des „Bergischen Herbstes“?

Die Premiere fand Anfang November 2007 statt. Es folgten die Märkte 2008 (mit ca. tausend Teilnehmern am Zug) und 2009. Im vergangenen Jahr wurde der Martinsmarkt erstmals auf Ende Oktober vorgezogen, um eine Überschneidung mit Schlebusch zu vermeiden.

2010 waren die vier gesetzlich erlaubten verkaufsoffenen Sonntage in Burscheid auf das Frühlings- und Familienfest, den Bauernmarkt, den Martinsmarkt und den 4. Advent gelegt worden.
 

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf der Initiative „Bergischer Herbst“ der Naturarena Bergisches Land. Siegfried Kempf, im Rathaus zuständig für das Stadtmarketing,hatte auf die neue Veranstaltungsreihe hingewiesen, die in diesem Jahr im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis eingeführt wird. Vom 16. September bis 16. Oktober sollen in den beiden Kreisen Aktionstage, Kulturangebote, Wanderungen und kulinarische Spezialangebote unter dem gemeinsamen Dach gebündelt werden.

Eine erste Idee für Burscheid ist die Ausrichtung eines Weinfestes auf dem Marktplatz, verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Eine Kombination, die beim Bauernmarkt im vergangenen Jahr zur Zufriedenheit aller Beteiligten funktioniert hat. Die konkreten Planungen soll eine Arbeitsgruppe übernehmen, die die WfB im Februar ins Leben rufen will.

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