Bald wollen zwei von drei Händlern dem Markt den Rücken kehren. Doch die Stadt hofft weiter.

Im Oktober wird Wolfgang Höppner (r.) seinen Blumenstand aufgeben. Auch der Käse- und Wurststand hört dann auf.
Im Oktober wird Wolfgang Höppner (r.) seinen Blumenstand aufgeben. Auch der Käse- und Wurststand hört dann auf.

Im Oktober wird Wolfgang Höppner (r.) seinen Blumenstand aufgeben. Auch der Käse- und Wurststand hört dann auf.

Markteröffnung am 1. März 2012: Da waren Andrang und Angebot noch größer. Archiv

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Im Oktober wird Wolfgang Höppner (r.) seinen Blumenstand aufgeben. Auch der Käse- und Wurststand hört dann auf.

Burscheid. Klein aber fein, das trifft es nicht – klein und recht trostlos, das passt schon eher. Abseits des Fischstands war noch nie wirklich viel los auf dem Burscheider Markttreff. Gerade einmal drei Händler gab es in den vergangenen Wochen, die sich an den Donnerstagen regelmäßig blicken ließen. Entsprechend wenig Besucher zogen sie an.

Nun aber steht der Markttreff endgültig vor dem Aus. Blumenhändler Wolfgang Höppner geht im Oktober in Rente, einen Nachfolger gibt es nicht. „Ich werde meinen Stand und meinen Wagen verkaufen, und das war es dann“, sagt er. Derzeit sei der Markt für ihn sowieso eher ein Hobby, der Umsatz sei kaum der Rede Wert, vom Gewinn ganz zu schweigen. „Ich bin froh, dass ich es mir leisten kann, hier zu stehen.“

Von Wachstum ist der Markttreff derzeit weit entfernt

Mehr Stände, ein größeres Angebot – das wäre vielleicht eine Lösung, den Markt zu retten, glaubt er. „Denn dann kämen bestimmt auch mehr Besucher und die Umsätze würden wieder steigen.“ Doch davon ist die Burscheider Version eines Wochenmarktes derzeit weit entfernt.

Im Gegenteil – die Händler werden sogar noch weniger. „Wenn der Blumenhändler geht, sind wir auch weg“, kündigt Gabi Horst von Käse- und Wurstwaren Geuhs an. Für sie sei der Martktreff von Anfang an ein Verlustgeschäft gewesen. „Natürlich darf man nicht sofort die Segel streichen. Man muss auch ausharren können.“

Doch auch mehr als ein Jahr, nachdem die Stadt das Markt-Konzept selbst in die Hand genommen hat, werden die Kunden bei ihr nicht mehr. Im Gegenteil. „Wir zahlen hier eindeutig drauf.“

Bis Ende Februar 2012 war die Markt-Gilde für den Burscheider Markt zuständig. Sie verlegte die Stände zunächst vom Marktplatz in die Kirchenkurve, wo der Markt – im Unterschied zu heute – immer am Nachmittag aufgebaut war.

Im Dezember 2011 beschloss die Stadt, sich künftig selbst um den Markt zu kümmern. Am 1. März 2012 war es dann so weit: Der Markttreff, wie er fortan hieß, wurde auf den Marktplatz und auf den Vormittag verlegt. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus.

Zwei Händler wollen gehen, was bleibt ist der Fischhändler. Und der würde sogar ausharren, auch wenn er der einzige Stand auf dem dann ziemlichen leeren Marktplatz ist. „Wir können uns hier wirklich nicht beschweren“, sagt Jörg Hoppe vom Fischhandel Hoppe. „Sowohl Backfisch als auch frischen Fisch verkaufen wir gut. Für uns würde es keinen Unterschied machen, wenn noch mehr Stände da wären.“

Stadt will unter Händlern einen neuen Aufruf starten

Renate Bergfelder-Weiss, Pressesprecherin der Stadt, hofft indes doch noch auf eine Renaissance des Markttreffs. Man habe bislang zwar trotz erheblicher Anstrengungen keine neuen Händler gewinnen können, „aber wir werden jetzt noch einmal einen großen Aufruf starten.“ Das Ziel bleibe nach wie vor, einen kleinen aber schönen Markt in Burscheid zu etablieren. „Aber mit nur noch einem Stand, wäre es natürlich auch kein Markt mehr“, gibt sie zu.

Dass auch kleine Städte einen erfolgreichen Markt haben können, erlebt Gabi Horst indes immer wieder. „Wir haben drei Wagen im gesamten Gebiet. Und ich sehe viele Städte, die kleiner sind als Burscheid und trotzdem mehr unterschiedliche Stände haben“, sagt sie.

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