In einer Woche feiert Markus Höyng sein Priesterjubiläum – und seinen Abschied.

„Mensch unter Menschen“: 25 Jahre ist Markus Höyng inzwischen Priester, die Hälfte davon in Burscheid.
„Mensch unter Menschen“: 25 Jahre ist Markus Höyng inzwischen Priester, die Hälfte davon in Burscheid.

„Mensch unter Menschen“: 25 Jahre ist Markus Höyng inzwischen Priester, die Hälfte davon in Burscheid.

Doro Siewert

„Mensch unter Menschen“: 25 Jahre ist Markus Höyng inzwischen Priester, die Hälfte davon in Burscheid.

Burscheid. Es war am Abend vor seiner Einführung am 6.Oktober 1996. Markus Höyng packte selbst mit an, der Küster auch - und der schwere, komplett aus Bronze gegossene Priestersitz von St.Laurentius wurde an die Seite geräumt, dorthin, wo man ihn nicht benutzen muss. "Ich ersticke sonst", begründete der damals 37-jährige Pfarrer seine Entscheidung.

Drei Monate zuvor hatte Höyng gegenüber dem BV seine Vorfreude auf Burscheid damit begründet, die Gemeindegröße ermögliche es ihm, "noch Mensch unter Menschen zu sein und nicht nur Oberorganisator".

Den Priestersitz hat Höyng bis heute gemieden, ist lieber Mensch unter Menschen geblieben. Und auch die Abneigung, nur Oberorganisator zu sein, hat sich über die Jahre gehalten. Sie ist ein Grund dafür, dass er nach einem Prozess des Umdenkens zuletzt beim Erzbistum darauf gedrängt hatte, auch künftig als Pfarrvikar und nicht als leitender Pfarrer tätig sein zu können. Der Wunsch wurde ihm mit der neuen Stelle in Troisdorf erfüllt.

Welche Spuren er als Seelsorger in Burscheid hinterlässt, entzieht sich vielfach der Betrachtung von außen. Diese Bindungen sind oft dem privaten Raum der Tauf-, Trau- und Trauergespräche vorbehalten, der Intimität des Zwiegesprächs.

Aber so wie Höyng selbst das Kino liebt und sich von Bildern bewegen lässt, so denkt er auch Glauben gerne in Kategorien der Inszenierung, die abseits der an Handlungssymbolik wahrlich nicht armen katholischen Tradition liegen. Dafür hat er in seinen bald 13Burscheider Jahren eindrucksvolle Beispiele geschaffen.

Weltjugendtag als einer der Höhepunkte der Burscheider Zeit

Das Festhochamt zum Priesterjubiläum und Abschied von Markus Höyng am Sonntag, 28. Juni, beginnt um 10 Uhr. Der Gottesdienst in der Laurentiuskirche wird wegen des erwarteten großen Andrangs in Bild und Ton auf den Kirchplatz übertragen.

Konzelebranten des Hochamtes sind Festprediger Winfried Pilz und Militärdekan Benno Porovne, der Primiziant der Burscheider Gemeinde ist, weil er hier seine erste Messe als Priester zelebriert hat. Für den Gottesdienst hat sich auch ein Projektchor aus Kirchenchor, Jugendchor und Kindersingkreis gebildet.

Im Rahmen der anschließenden Feier gibt der Orchesterverein Hilgen ab 15.30 Uhr auf dem Kirchplatz ein Konzert, unter anderem mit der "Rhapsody in Blue" von George Gershwin.

Die Illumination der Laurentiuskirche während des Weltjugendtages im August 2005 ist so ein Bild, das sich eingebrannt hat. Wie überhaupt das internationale Brausen, das die Stadt für eine Woche in seinen Bann zog, einer der Höhepunkte seiner Zeit in Burscheid war. Ein Jahr später begannen die aufwendigen Installationen in der Fastenzeit.

Die Wurzeln zu dieser gestalterischen Kraft waren indes schon 2003 gelegt worden - mit dem Start der Reihe "God is a DJ", für die Höyng und der Jugendliturgiekreis der Gemeinde eine eigene liturgische Licht- und Tonsprache fanden.

Dass dieses Konzept auch nach seinem Fortgang für zunächst ein Jahr weiterläuft, freut sowohl ihn als auch die Jugendlichen. Die Leitung übernimmt Thomas Taxacher, der kommende Woche Sonntag zeitgleich zu Höyngs Verabschiedung zum Priester geweiht wird.

Das erste Mal wird man Markus Höyng nach seinem Abschied offiziell erst wieder am Pfingstsonntag 2010 in Burscheid sehen können. Dann hält er die Primizpredigt zur Priesterweihe von Matthias Fritz, der aus Burscheid stammt und nun im Bistum Aachen Diakon ist.

Für Fritz ist Höyng ein Vorbild, ein Wegbereiter. Für Höyng hat diese Rolle einst Winfried Pilz übernommen. Der langjährige Diözesanjugendseelsorger und Rektor von Haus Altenberg kommt als Festprediger zu Priesterjubläum und Abschied.

Er war in Höyngs Jugend einer dieser Menschen, die Christsein glaubwürdig vorleben, immer eine Fahrt nach Altenberg wert. Selbst ein solcher Wegbereiter zu sein, ist Höyng seither ein Herzensanliegen, gerade bei Jugendlichen.

Dafür arbeitet er mit Leidenschaft, Kreativität und einem kräftigen Schuss Eitelkeit, ohne den Inszenierung kaum denkbar ist. Alles drei wird die Stadt vermissen.

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