Konjunktur: Die FM-Geschäftsführung spricht von einem „Zwischenhoch“. Kündigungen werden zurückgenommen.

Burscheid. Verkehrte Welt bei Federal-Mogul: Bis zum Jahresende gab es noch Kurzarbeit und Stellenabbau, jetzt sollen in der Produktion Auftragsspitzen wieder mit Leiharbeitern abgefangen werden. Bis zu 60 können nach Abstimmung mit dem Betriebsrat befristet bis Ende April eingestellt werden.

Eine brisante Entscheidung, die betriebsintern für heftige Diskussionen gesorgt hat. Denn gerade erst sind gut 30 Mitarbeiter im Zuge des vereinbarten Stellenabbaus in eine Transfergesellschaft gewechselt und können von dort auch vorerst nicht zurück.

Mehr Glück haben die zwölf Mitarbeiter, die den Wechsel abgelehnt und dafür die betriebsbedingte Kündigung erhalten haben. Ihnen wird jetzt die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz ermöglicht - zumindest den acht Kollegen, die aus der Produktion kommen. Die vier aus dem "indirekten Bereich", wie beispielsweise Verwaltung, Controlling, Beschaffung und Sekretariate genannt werden, sollen einen Wechsel in die Produktion angeboten bekommen. Das Gleiche gilt für 20 weitere Mitarbeiter, deren Stellen im indirekten Bereich noch abgebaut werden sollen.

Ein weiterer Arbeitsplatzabbau sei nicht mehr vorgesehen, sagte Geschäftsführer Karsten Evers mit Blick auf den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Interessenausgleich. Er ermöglicht dem Unternehmen bis Ende März dieses Jahres ohne zusätzliche Verhandlungen den Abbau von bis zu 100Stellen. Auf diese zweite Phase will die Geschäftsführung mit Ausnahme der 20 Arbeitsplätze im indirekten Bereich jetzt verzichten.

Evers stuft die derzeitige Auftragslage zunächst vorsichtig als "Zwischenhoch" ein. "Die Restrukturierung geht weiter", erklärte er am Rande der Feierstunde in Werk 1 (s. Bericht auf dieser Seite). Die derzeitige Nachfrage widerspreche allen brancheninternen Analysen und Prognosen: "Wir liefern wesentlich mehr Teile, als Motoren gebaut werden."

Sollte sich diese positive Auftragsentwicklung aber über die ersten Monate des Jahres bis ins Frühjahr hinein stabilisieren, "können sich auch ab Mai wieder unsere ehemaligen Mitarbeiter aus der Transfergesellschaft bei uns bewerben. Derzeit dürfen sie das noch nicht", sagt der Geschäftsführer.

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