Auf dem Thomashof trafen sich am Wochenende die Lloyd-Freunde. Sie feierten ihr 25-jähriges Bestehen.

Burscheid. Uwe Schröders Hände haben das gewisse Etwas, das bei einem Treffen der Lloyd-Freunde IG einfach dazugehört. Sie sind mit einem zarten Film aus Schmieröl bedeckt. Gerade noch steckten sie im Motorraum des mausgrauen Autos. Der gelernte Kfz-Mechaniker musste soeben Erste Hilfe am Auto leisten, der Lloyd wollte einfach nicht mehr anspringen.

Um den Wagen herum gesellen sich etwa 50 weitere alte Schätzchen auf dem Gelände des Thomashofs. Zum Jubiläumstreffen der Interessensgemeinschaft sind am Wochenende 125 Lloydfreunde aus ganz Deutschland, Dänemark, Holland und der Schweiz angereist. Samstag ist große Ausfahrt durchs Bergische, Sonntag eine Stippvisite beim Hilgener Oldtimertreff von Werner Kubitzki. "Jedes Jahr findet das Treffen woanders statt", sagt Organisator Frank Mikolajewicz. Zum ersten Mal ist man im Bergischen Land.

In Seminaren lernen die Lloyd-Freunde das Schrauben

Uwe Schröder ist aus Hamburg da und als Leiter des technischen Komitees an diesem Wochenende ein gefragter Mann bei den Lloyd-Fahrern. In seiner Funktion als Kfz-Experte gibt er auch regelmäßig Seminare, "damit auch der Apotheker weiß, wie man Motor und Getriebe repariert." Dabei ist das Auto, das es seit Anfang der 60er Jahre nicht mehr gibt, eigentlich ein treuer und vor allem zuverlässiger Wegbegleiter. "1985 haben wir eine Deutschland-Tour gemacht, ohne Probleme", berichtet Uwe Schröder. 1990 war eine Gruppe in Monte Carlo, 2000 eine andere am Nordkap. Auf der 6400 Kilometer langen Fahrt musste bei vier Grad Celsius im Sommer ein Motor ausgetauscht werden.

Aus Burscheid kommt der älteste Lloyd des Jubiläumstreffens

Auch Artur Drößiger aus Remscheid ist auf den Thomashof gekommen. Seinen Lloyd Alexander hat er ein ganzes Autofahrerleben lang gehegt und gepflegt, mit 18Jahren bekommen und nicht mehr hergegeben. "Dabei wollte ich ihn zuerst gar nicht haben", erzählt Drößiger. Seine Mutter hatte dem Fahranfänger den Wagen anno 1959 besorgt.

Das 19 PS starke Auto hat ihn während der Schulzeit, seiner Ausbildung und Bundeswehrzeit begleitet. 1967 kam das gute Stück in die Garage. Vor wenigen Jahren machte er sich an die Instandsetzung. Ein Heimspiel hat der Burscheider Lloyd-Freund Jörg Steinacker. Sein Wagen, ein Lloyd Kastenwagen LK 300, stammt aus dem Jahr 1950.

Die Interessensgemeinschaft ist vor 25 Jahren im Hamburger Raum entstanden. Im Kern waren es Studenten, die sich über die Werkstatt "Lloydhausen" kennen gelernt hatten und sich entschlossen, eine IG zu gründen. Derzeit gehören der IG über 400 Mitglieder an.

Da die Marke, die von Borgward gebaut wurde, seit 1961 nicht mehr existiert, sind Ersatzteile rar. So tauschen die Mitglieder untereinander auf Tauschbörsen. Ab und zu werden bei Nachfertigungsaktionen auch Ersatzteile wie Zierleisten nachgebaut.

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