Nach einem Jahr sind Ralf Seck und Susanne Hartmann zurück in Burscheid – und ziehen eine rundum positive Bilanz.

Nach einem Jahr wieder zu Hause in Burscheid: Ralf Seck und Susanne Hartmann mit ihren Reisepässen und offiziellen Stempeln von Machu Picchu und Kap Hoorn.
Nach einem Jahr wieder zu Hause in Burscheid: Ralf Seck und Susanne Hartmann mit ihren Reisepässen und offiziellen Stempeln von Machu Picchu und Kap Hoorn.

Nach einem Jahr wieder zu Hause in Burscheid: Ralf Seck und Susanne Hartmann mit ihren Reisepässen und offiziellen Stempeln von Machu Picchu und Kap Hoorn.

Doro Siewert

Nach einem Jahr wieder zu Hause in Burscheid: Ralf Seck und Susanne Hartmann mit ihren Reisepässen und offiziellen Stempeln von Machu Picchu und Kap Hoorn.

Burscheid. Schon der Empfang am Düsseldorfer Flughafen war eine Überraschung: Als Ralf Seck (47) und Susanne Hartmann (45) am Montagmittag landeten, standen Freunde und Familie mit Tisch, Gläsern und Sekt bereit. Abends ging die Empfangsparty für die beiden Globetrotter dann am Herbergsplatz weiter. "Wir durften nichts machen, nur da sein und erzählen", lacht Susanne Hartmann.

Zu erzählen gibt es nun allerdings auch genug. Ein Jahr lang hatten die beiden sich ihren Lebenstraum erfüllt und waren einmal rund um die Welt gereist. Immer wieder schilderten sie ihre Erlebnisse unterwegs im Bergischen Volksboten. Reisereportagen mit Nachwirkung: "Auf der Straße kommt man kaum weiter. Alle sprechen uns an", erzählt Ralf Seck von den ersten Tagen in der Heimatstadt.

Ein Riesenstapel Post und die organisatorischen Fragen des Alltags warteten in der heimischen Wohnung - kein Auto, kein Telefon. Und noch keine Arbeit. Für Susanne Hartmann ("So richtig sind wir noch nicht wieder angekommen") soll es vereinbarungsgemäß zum 1. Juli zurück ins Arbeitsleben gehen. Ralf Seck ist noch auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld. Sein Sportgeschäft hatte er vor der Weltreise aufgegeben.

Einer Weltreise, auf die beide ohne jede Einschränkung positiv zurückblicken. Es hat einfach alles gestimmt, die Planung ist ohne größere Pannen oder Enttäuschungen aufgegangen. Auch das finanzielle Budget wurde nicht überzogen.

Nach Höhepunkten in dem stimmigen Gesamtpaket gefragt, zögern beide. "Das war eine Reise voller Kontraste", sagt Seck. Extreme Hitze und Kälte, südlichste Zipfel und Äquatornähe, Meeresspiegel und Höhenluft auf 4600Metern.

Weit abgelegene Orte als Höhepunkte der Reise

Auf ihrer Weltreise haben Ralf Seck und Susanne Hartmann in der Realität zwar nur einmal die Welt umrundet, rechnerisch aber zweieinhalbmal: Sie legten in dem Jahr knapp 100000 Kilometer zurück.

Die meisten Kilometer, nämlich rund 60000, bewältigten die beiden mit ihren 23 Flügen. Außerdem saßen sie 20000 Kilometer im Auto (13500 in Australien, 6500 in Neuseeland), schließlich 256 Stunden im Bus und legten dabei 18000 Kilometern quer durch Südamerika zurück. Aber auch weitere Fortbewegungsmittel wurden benutzt - insgesamt 16 (vom Jeep über das Moped bis zum Fischerboot und Pferden).

Auf ihrer Tour haben die Globetrotter in 106 verschiedenen Betten geschlafen; dazu kamen 27 Plätze, an denen sie ihr Zelt aufschlugen.

Vielleicht, so verständigt sich das Paar schließlich, könne man als besondere Stationen die Orte nennen, die so weit abgelegen liegen, dass sie für normale Urlauber finanziell und zeitlich meist nicht zu erreichen sind: Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas zum Beispiel, die mystische Osterinsel weit draußen im Pazifik oder die artenreichen Galapagosinseln.

"Ab und zu denkt man natürlich mal an zu Hause, aber Heimweh haben wir in dem ganzen Jahr nicht verspürt", sagt Seck. "In Zeiten des Internets fühlt man sich ja auch nicht so weit weg, sondern wir konnten weiter teilhaben an dem, was Freunde und Familie so machen", ergänzt seine Freundin.

Nicht nur die Zeitungsartikel dienen jetzt der Erinnerung. Es gab regelmäßige Berichte für die Familie und eine ausführliche handschriftliche Dokumentation liegt auch vor, dazu gut 2000 Fotos. Aber längst nicht alles wurde im Bild festgehalten. "Auf den Galapagosinseln sind wir mal in einen Schwarm Delfine geraten. Alle haben fotografiert, aber ich wollte einfach nur gucken", schildert Hartmann das Bemühen der beiden Reisenden, sich das Erlebnis des Augenblicks nicht durch den Zwang zum permanenten Festhalten zu zerstören.

Viele Bilder und Begegnungen bleiben auch ohne Fotos der Erinnerung eingebrannt. Schöne Bilder und herzliche Begegnungen, aber auch immer wieder das bedrückende Gesicht der Armut. In Peru streckte einmal eine alte Frau bittend ihre Hand nach oben. Die beiden konnten ihr nur zwei Bonbons geben. "Zum Dank hat sie uns noch minutenlang nachgewunken."

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