Die Stadt hat das Eckhaus Hauptstraße/Mittelstraße für 55 000 Euro ersteigert und kann es jetzt abreißen lassen.

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Kreuzung im Wandel: Das Haus in der Mitte kann jetzt zur Begradigung der Kreuzung abgerissen werden. Riemscheids Hütte (l.) weicht einem Neubau, das Denkmal Metzgerei Sauer (r.) wird saniert.

Kreuzung im Wandel: Das Haus in der Mitte kann jetzt zur Begradigung der Kreuzung abgerissen werden. Riemscheids Hütte (l.) weicht einem Neubau, das Denkmal Metzgerei Sauer (r.) wird saniert.

Siewert

Kreuzung im Wandel: Das Haus in der Mitte kann jetzt zur Begradigung der Kreuzung abgerissen werden. Riemscheids Hütte (l.) weicht einem Neubau, das Denkmal Metzgerei Sauer (r.) wird saniert.

Leverkusen/Burscheid. Das seit Jahren beschworene Tor zur Innenstadt nimmt weiter Konturen an. Nach dem Beginn der Sanierung der denkmalgeschützten Metzgerei Sauer und den Planungen für einen Neubau vis-à-vis ist seit Montag klar, dass das schäbige und seit Langem leer stehende Eckhaus Hauptstraße/Mittelstraße abgerissen werden kann. Die Stadt hat es für 55 000 Euro ersteigert.

Dafür musste der persönlich zum Zwangsversteigerungstermin erschienene Bürgermeister Stefan Caplan in Begleitung von Jurist und Stadtmitarbeiter Marc Baack aber bis nahe an das Limit gehen, das die Stadt zuvor in Abstimmung mit allen sechs Ratsfraktionen festgelegt hatte. Denn das Interesse an dem verwahrlosten Eckgrundstück samt dem etwa 110 Jahre alten Haus darauf war enorm groß: Der Saal 1 im Amtsgericht in Opladen war voll besetzt und die Gebote schaukelten sich auch nach Ende der halben Bietstunde weiter hoch.

Bürgermeister erhält erst beim 78. Gebot den Zuschlag

Erst mit dem 78. Gebot hatte Caplan um 9.56 Uhr Erfolg. Zuvor hatten sich unter anderem auch der Burscheider Bauunternehmer Ralph Hövekamp und Apotheker Thomas Winterfeld an der Versteigerung beteiligt. Ab der Höhe von 22 000 Euro lieferten sich aber nur noch der Bürgermeister und Adriatik Sabani aus Leverkusen ein Bietduell, das sich zur Freude der Gläubigerbank (Sparkasse Neuss) in 500- und 1000-Euro-Schritten bis zum Höchstgebot schraubte.

Schon bei 53 000 Euro hatte Rechtspflegerin Sunhild Kluth mit den Worten "Zum Dritten" der Stadt erstmals den Zuschlag erteilt, ehe Sabani die rechtliche Möglichkeit nutzte, bis zum offiziell verkündeten Ende der Bietzeit noch einmal nachzulegen.

Der Verkehrswert des Gebäudes samt Grundstück war vor der Versteigerung auf 8000 Euro festgelegt worden, basierend auf einem Bodenwert von 37 000 Euro und geschätzten Abrisskosten von 28 500 Euro. Die Stadt hat das erklärte Ziel, das Gebäude abreißen zu lassen, um so die Kreuzung durch eine Fahrbahnverschwenkung begradigen zu können.

Die nötige Bebauungsplanänderung ist schon im Februar beschlossen worden. Zunächst soll aber Kontakt zu den benachbarten Eigentümern aufgenommen werden, um nach gemeinschaftlichen Lösungen für die Gestaltung des Tors zur Innenstadt zu suchen.

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