Senioren-Union greift Neuregelungen beim Bereitschaftsdienst und den Notfallapotheken auf.

Diskussionsteilnehmer bei der Senioren-Union (v. l.) Vorsitzender Heinz Wilgenbusch, Landtagsabgeordneter Rainer Deppe (CDU), Apotheker Thomas Winterfeld und Ärztin Barbara vom Stein.
Diskussionsteilnehmer bei der Senioren-Union (v. l.) Vorsitzender Heinz Wilgenbusch, Landtagsabgeordneter Rainer Deppe (CDU), Apotheker Thomas Winterfeld und Ärztin Barbara vom Stein.

Diskussionsteilnehmer bei der Senioren-Union (v. l.) Vorsitzender Heinz Wilgenbusch, Landtagsabgeordneter Rainer Deppe (CDU), Apotheker Thomas Winterfeld und Ärztin Barbara vom Stein.

Doro Siewert

Diskussionsteilnehmer bei der Senioren-Union (v. l.) Vorsitzender Heinz Wilgenbusch, Landtagsabgeordneter Rainer Deppe (CDU), Apotheker Thomas Winterfeld und Ärztin Barbara vom Stein.

Burscheid. Die Neuregelunen des Bereitschaftsdienstes für Ärzte seit Oktober 2013 und des Apothekennotdienstes seit Anfang 2014 sorgen immer wieder für Kritik und Diskussionen – so auch beim Stadtgespräch der Senioren-Union am Mittwoch. Vormals lokale Reglungen sind jetzt regionalisiert. Diese Konzepte sorgten für viel Unmut bei den Patienten, da sich in der subjektiven Wahrnehmung die Versorgung besonders im ländlichen Raum verschlechtert hat.

Neu ist die Einführung einer Arztrufzentrale. Bundesweit ist sie unter der Telefonnummer 116 117 zu erreichen. Für Rhein-Berg findet die Koordinierung der Bereitschaftsärzte über die Leitstelle in Duisburg statt. Positiv ist die Schaffung einer einheitlichen Anlaufstelle, anderseits sorgt das oft für lange Warteschleifen.

Viele Zuhörer in der Schützenburg beklagten stundenlange Verzögerungen bei der Behandlung. Dabei wurden unterschiedliche Sichtweisen von Ärzten und Patienten deutlich. Die offizielle Vorgabe besagt, das ein Patient nach spätestens vier Stunden untersucht werden muss.

Vier Stunden können eine Ewigkeit werden

Dieses Zeitfenster werde auch meist eingehalten, versicherte die Burscheider Ärztin Barbara vom Stein. Allerdings könne sie auch verstehen, dass vier Stunden für einen Patienten mit Schmerzen gleichbedeutend mit einer Ewigkeit seien könnten. Die angespannte personelle Situation in den Bereitschaftsambulanzen und die enorm gestiegene Anzahl von Notfallpatienten verhindere jedoch oft eine schnellere Behandlung.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die steigende Immobilität besonders älterer Patienten, die es ihnen erschwert, die potenziell größer gewordenen Strecken bis zum nächsten Bereitschaftsarzt zurückzulegen. Barbara vom Stein: „Die Immobilität eines Patienten ist laut Vorschrift noch kein ausreichender Grund für einen Hausbesuch. Erst wenn ein Patient explizit nicht mehr transportfähig ist, ist ein Besuch des Arztes vorgesehen.“

Außerdem mahnte vom Stein eindringlich: „Der Bereitschaftsdienst ist nicht für akute Notfälle gedacht, die bleibende Schäden verursachen können oder sogar eine Gefahr für das Leben darstellen. In solchen Fällen muss immer die 112 gewählt werden.”

Ein Manko ist laut Apotheker Thomas Winterfeld, dass es noch keine Koordination zwischen den Bereitschaftspraxen und Notfallapotheken gibt. Nicht selten müssten Patienten, die in einer Bereitschaftsambulanz versorgt worden seien, danach noch einmal eine längere Strecke fahren, um zu einer diensthabenden Apotheke zu gelangen.

Aber dennoch fasste der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe (CDU) zusammen: „Wer einen wirklichen Notfall hat, ist in Deutschland nahezu optimal versorgt.”

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