Erstmals seit über 100 Jahren musste das Symbol restauriert werden. Am Donnerstag wurde es wieder angebracht.

st. laurentius
Gegen kurz vor 9 Uhr wurde das stählerne Symbol wieder an seinem gewohnten Platz befestigt.

Gegen kurz vor 9 Uhr wurde das stählerne Symbol wieder an seinem gewohnten Platz befestigt.

Günther Matzke, die Dachdecker Stefan Giering und Ferdi Klein, Sebastian Hoppen und Temur Johannes Bagherzadeh (v. l.) waren bei der Einsegnung des Kreuzes dabei. Foto: Doro Siewert

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Gegen kurz vor 9 Uhr wurde das stählerne Symbol wieder an seinem gewohnten Platz befestigt.

Burscheid. Es ist etwa halb 8 am Morgen: Auf dem Platz vor der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius an der Höhestraße steht ein großer gelber Hubwagen mit leuchtendem Warnblinklicht. Die Kirchenfassade wird vom grellen Licht eines daneben aufgestellten Scheinwerfers angestrahlt.

Eine Handvoll Arbeiter verlegen Kabel oder kontrollieren Technik und Standfestigkeit der ausgefahrenen Beine des Hubwagens. Pfarrer Temur Johannes Bagherzadeh steht etwas abseits und beobachtet das Geschehen auf dem Kirchplatz. Sein Auftritt – die Einsegnung des Kirchenkreuzes – wird erst in wenigen Minuten folgen.

Kreuz dient zusätzlich auch als Blitzableiter

Seit Donnerstag hat das Dach der St. Laurentius-Kirche sein etwa 1,80 Meter hohes und 90 Zentimeter breites Kreuz wieder. Im vergangenen November hatte das Stahlkreuz, das neben dem symbolischen Wert auch noch als Blitzableiter dient, aufgrund witterungsbedingter Schäden abmontiert werden müssen.

„Wir hätten das wahrscheinlich gar nicht bemerkt, wenn damals nicht ein kleines Stück des Kreuzes auf den Kirchplatz gefallen wäre“, erinnert sich Bagherzadeh. „Wäre es unbemerkt geblieben, wäre das Kreuz sicher in ein paar Jahren komplett heruntergefallen und hätte den Dachgiebel beschädigt“, vermutet Kunstschmied Sebastian Hoppen.

Dichtmanschette und Alu-Schicht gegen Nässe

Nachdem die Arbeiter des Gummersbacher Hubwagen-Unternehmens gemeinsam mit den Mitarbeitern der Dachdeckerei Kantelberg und der Schmiede gegen kurz nach 8 Uhr die Stahlunterkonstruktion für das Symbol im Dachgiebel vorbereitet haben, wird es von Pfarrer Bagherzadeh kurze Zeit später feierlich eingesegnet.

Kreuz: Das Kreuz ist schon auf einer Entwurfskizze der St. Laurentius-Kirche von 1891 zu sehen. Die hängt heute eingerahmt im Flur des Pfarrhauses. Das Kreuz besteht aus insgesamt 30 Einzelteilen und wiegt rund 67 Kilogramm.


Kirche: Die Pfarrkirche St. Laurentius wurde im Jahr 1892 von den Kölner Architekten Rüdell und Odenthal erbaut. 1959/60 erfolgte der Turmausbau, der nach Plänen des Architekten Bernhard Rotterdam aus Bensberg in modernem Stil ausgeführt wurde.

„Wir haben das Kreuz in seine Einzelteile zerlegt, diese restauriert, neu überschmiedet und mit einer zwei Millimeter dicken Alu-Schicht überzogen“, erklärt der Kunstschmied. Zusätzlich sei der Teil, der abschließend in die ins Dach integrierte Unterkonstruktion gesteckt wird, noch mit einer Dichtmanschette verstärkt worden: „Damit der Regen nicht durch das Kreuz ins Dach eindringen kann.“

Gegen 8.40 Uhr wird geht das Kreuz auf der Plattform, die am hydraulischen Teleskop-Arm des Hubwagens installiert ist, in die Höhe. Langsam hebt sich der Arm, der je nach Bedarf bis zu 35 Meter weit ausgefahren werden kann, mit der kostbaren Ladung dröhnend in die Höhe. Meter für Meter wird zurückgelegt, bis der Bestimmungsort auf dem Kirchendach in etwa 22 Metern Höhe erreicht ist.

Das Wetter verhinderte eine frühere Rückkehr

„Es ist das erste Mal, dass dieses Kreuz abgenommen und restauriert werden musste. Dabei war es seit dem Bau der Kirche vor über 100 Jahren auf dem Dach angebracht“, berichtet Pfarrer Temur Johannes Bagherzadeh. Eigentlich habe das Kreuz schon vor Weihnachten wieder montiert werden sollen. „Aber das Wetter hat uns zu der Zeit leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, berichtet Günther Matzke vom Kirchenvorstand, der sich sich der Restaurierung des Symbols angenommen hat.

Es ist 8.55 Uhr als Bagherzadeh und Matzke zufrieden in Richtung des Kirchendaches blicken. Einige Bohrungen, Hammerschläge und Schraubendrehungen später ist das Kreuz endlich wieder an seinem angestammten Platz montiert. „Jetzt war es auch lange genug weg. Vor allem an Weihnachten haben unheimlich viele Leute nach dem Kreuz gefragt“, berichtet der Pfarrer: „Umso schöner, dass es jetzt wieder da ist.“

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