Michael Schwarz präsentierte im Badehaus Stücke des Österreichers Georg Kreisler.

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Sie gestalteten den Kreisler-Abend (v.l.): Michael Schwarz, Silke Hamburger und Gottfried Busch.

Sie gestalteten den Kreisler-Abend (v.l.): Michael Schwarz, Silke Hamburger und Gottfried Busch.

Barbara Sarx

Sie gestalteten den Kreisler-Abend (v.l.): Michael Schwarz, Silke Hamburger und Gottfried Busch.

Burscheid. Es war nicht völlig klar, was am Samstag zu einem vollen Bade- Haus führte: Die Begeisterung für die "everblacks" von Georg Kreisler, oder die souveräne Leichtigkeit, mit der Michael Schwarz wieder einmal eine Auswahl dieser rabenschwarzen Lieder vortrug.

"Heute leider Konzert!" In seiner sprachlich ausgefeilten Moderation nahm Gottfried Busch den Titel des Abends aus einem Zitat von Kreisler zum Anlass, wichtige Details aus dem Leben des Komponisten, Schriftstellers und Kabarettisten aufzugreifen. Für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer wohl überraschend: Kreisler führte als Angehöriger einer amerikanischen Geheimdienstgruppe im Nürnberger Prozeß Verhöre u.a. mit Göring.

Witz und Schmerz liegen bei Georg Kreisler eng zusammen

Der heute 87-jährige Österreicher mit amerikanischer Staatsangehörigkeit tritt nicht mehr selbst auf, ist aber als Komponist und Autor noch voll aktiv. Witz und Schmerz liegen bei den Couplets aus der spitzen Feder Georg Kreislers eng beieinander.

Zum Einstieg in das zweistündige Programm wählte Schwarz vier "nicht arische Arien", die mit so genanntem jüdelndem Sprachklang maliziös aber beißend Masken entfernen - egal, ob es sich dabei um Dinge des privaten oder des politischen Alltags handelt. Besonders das Couplet "Der Beschluß" dürfte die anwesenden Kommunalpolitiker ebenso nachdenklich gestimmt haben wie es allemein Bewunderung erzeugte für die verbal-artistische Leistung, die der Text dem Vortragenden abverlangte.

Im schwarzen Cut mit Strohhut saß auch Silke Hamburger am Piano und gab den "bösen Liedern" die ergänzende Pointe.

Darunter waren als Burscheider Erstaufführung die sentimenal-tragische Satire vom "guten alen Franz" und die Verballhornung der Wandervogel-Bewegung bis hin zur modernen "Nordic-Walking-welle" mit keckem Filzhut und Holladiö: Die Wanderniere!

Georg Kreisler würde über dieses Konzert wohl keine bissige Kritik verfassen.

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