Das Megaphon startet eine Kampagne für Erst- und Jungwähler. Die Jugendorganisationen der Parteien bestätigen, dass es Handlungsbedarf gibt.

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Bei der Kommunalwahl am 30. August dürfen Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.

Bei der Kommunalwahl am 30. August dürfen Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.

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Bei der Kommunalwahl am 30. August dürfen Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.

Burscheid. Was wird eigentlich bei der Kommunalwahl gewählt: Der Stadtrat, der Bundeskanzler, der Bürgermeister - oder Germany’s Next Topmodel? Gut, das ist noch nicht allzu knifflig - aber was machen die Burscheider Bewerber für das Bürgermeisteramt eigentlich beruflich? Und wie viele Parteien gibt es in der Stadt?

"In der Schule wird viel zu wenig über Politik gesprochen."

Ekaterina Drösser, Jusos

Diese und ähnliche Fragen stellt das Jugendzentrum Megaphon in einem Fragebogen für Erst- und Jungwähler, der zurzeit in Schulen und Jugendeinrichtungen verteilt wird. "Wir wollen die Jugendlichen an das Thema Kommunalwahl heranführen und versuchen, für Politik zu begeistern", sagt Megaphon-Leiter Manfred Zenses. Teil der Kampagne sollen auch zwei Gesprächsrunden am 18. und 25. Juni, jeweils um 19 Uhr im Megaphon sein.

Im Fragebogen von den Topmodels zur Kommunalwahl

"Bei der Europawahl gab es in unserem Wahllokal exakt fünf Jungwähler", berichtet Zenses. "Da habe ich gemerkt, dass sich was ändern muss", sagt er. Der Fragebogen sei bewusst locker formuliert - "wenn da was von Topmodel und DSDS steht, lesen die Jugendlichen vielleicht auch weiter."

Aber ist es tatsächlich so, dass Erstwähler nicht an Politik interessiert sind? "Viele Jugendliche wissen zumindest nicht viel über Kommunalpolitik", sagt Ekaterina Drösser, Vorsitzende der Burscheider Jusos. Auch in ihrem Freundeskreis seien nur die wenigsten informiert. "In der Schule wird viel zu wenig über Politik gesprochen", sagt die 17-Jährige, "und wenn, dann meist über die Bundestagswahl." Ein gewisses Interesse sei aber bei den meisten Jugendlichen vorhanden - man müsse es nur wecken, findet sie.

"Politikverdrossenheit gibt es in allen Schichten und Altersgruppen."

Björn Wigger, Junge Union

Björn Wigger (26), Vorsitzender der Jungen Union, findet ebenfalls, dass Handlungsbedarf besteht: "Es liegt noch viel Arbeit vor uns." Es gebe viele Jugendliche, die wenig über Politik wissen, auf der anderen Seite aber auch viele, die gut informiert sind: "Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte." Politikverdrossenheit gebe es in allen Schichten und Altersgruppen.

Den Fragebogen gibt es in der Hauptschule, der Realschule, im Megaphon, in den Jugendeinrichtungen der evangelischen Gemeinde und im Jugendzentrum "Grobkariert". Er kann bis zum 23. Juni im Megaphon und in den Schulen ausgefüllt und abgegeben werden.

Unter den richtigen Einsendern werden vier Karten für das freie Training des Formel-1-Grand-Prix auf dem Nürburgring verlost.

Die Erst- und Jungwählerkampagne des Megaphon-Jugendzentrums befürworten sowohl Jusos als auch die Junge Union. "Alles, was hilft, mehr Jugendliche einzubinden, ist sicher sinnvoll", sagt Wigger.

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