Rosenmontag am Rhein - Kutschenunfall Köln
Bild von der Unfallstelle.

Bild von der Unfallstelle.

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Bild von der Unfallstelle.

Köln. Während des Kölner Rosenmontagsumzugs hat es einen schweren Unfall gegeben. Nach Angaben der Polizei gerieten Pferde im Zug in Panik. Dabei wurden drei Menschen verletzt. "Es sind aber alle ansprechbar", zitiert die dpa einen Polizeisprecher am frühen Nachmittag. Er konnte zunächst nichts zur Art der Verletzungen sagen. Nach 17 Uhr dann wurde das Bild konkreter: Der Kutschführer, drei weitere Personen aus der Kutsche und eine Zuschauerin wurden nach Polizeiangaben «leicht bis mittelschwer» verletzt. Alle fünf kamen ins Krankenhaus.

Wie ein Polizeisprecher unserer Redaktion mitteilte, ereignete sich der Unfall gegen 14.20 Uhr am Appellhofplatz, als Kutschenpferde in Panik gerieten. Nach ersten Erkenntnissen sollen der Kutschenführer und vier weitere Personen verletzt worden sein. Der Rosenmontagszug wurde daraufhin für etwa eine halbe Stunde gestoppt. Krankenwagen steuerten die Unfallstelle an. Ein Tierarzt kümmerte sich um die Pferde.

Um 15.05, so die Kölner Polizei, setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Die Feuerwehr versorge die Verletzten. Wieso die Pferde scheuten, versucht die Polizei nun zu ermitteln.

Der Kölner Stadtanzeiger zitiert einen Augenzeugen, der den Vorfall wie folgt beschreibt: „Als sich die Pferdekutsche in Bewegung setzte, dachten wir erst, dass sie aufschließen möchte zum Zug, da eine Lücke entstanden war. Dann wurden die Pferde immer schneller und man merkte: Die gehen durch. Der Kutscher hat sich voll in die Zügel gehängt, um die Pferde aufzuhalten, doch die wurden immer schneller. Nach ungefähr 100 Metern sind sie frontal in eine Art LKW-Tribüne gerannt, die dort in der Kurve stand. Rechts und links neben der standen viele Menschen. Man kann von Glück sagen, dass die Pferdekutsche nicht in die Menschen gerast ist. Die Pferde sind dabei nicht gestürzt. Der Zug steht seitdem komplett. Die Stimmung am Zugweg ist total gekippt. Wir gehen jetzt nach Hause.“

NRW-Innenminister Herbert Reul, selbst Tribünenbesucher in Köln,  äußerte sich am Nachmittag zum Unfall: „Zu sagen, Pferde dürfen nicht mehr in den Zug, geht mir viel zu schnell. Jetzt muss erst mal geprüft werden, woran es wirklich lag. Vielleicht waren es auch die Rahmenbedingungen. Es gibt ja zwei Gruppen bei dieser Diskussion: die einen, die wirklich besorgt sind, dass etwas passieren könnte. Und die anderen, die sagen: keine Tiere im Zoo, keine Tiere im Zirkus und keine Pferde im Rosenmontagszug. Das ist mir dann zu ideologisch.“

Im vergangenen Jahr hatte es im Kölner Rosenmontagszug auch schon ein Unglück mit einem Pferd gegeben. Seitdem ist die Teilnahme von Pferden mehr denn je in der Diskussion. Tierschützer fordern seit langem, auf Pferde zu verzichten. red/dpa

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