So wie hier auf der Fechinger Talbrücke der A6 könnte die Sperranlage aussehen. Foto/Grafik: Straßen NRW
So wie hier auf der Fechinger Talbrücke der A6 könnte die Sperranlage aussehen. Foto/Grafik: Straßen NRW

So wie hier auf der Fechinger Talbrücke der A6 könnte die Sperranlage aussehen. Foto/Grafik: Straßen NRW

Alle vier Sperr-Stationen sind gelb eingezeichnet, auf der Autobahn und den Rampen. Foto/Grafik: Straßen NRW

Bild 1 von 2

So wie hier auf der Fechinger Talbrücke der A6 könnte die Sperranlage aussehen. Foto/Grafik: Straßen NRW

Leverkusen. Bis voraussichtlich zum Jahr 2020 muss die kränkelnde Leverkusener Rheinbrücke der A1 noch durchhalten, dann soll der erste Teil des Brückenneubaus stehen, über den dann der Verkehr fließt. Die ab Oktober in Betrieb gehende Sperranlage soll zumindest dazu führen, dass die Zahl der Lkw, die über das Bauwerk aus den 60er Jahren fahren, von derzeit 150 am Tag möglichst gegen Null sinkt. Insgesamt rollen täglich 120.000 Autos über die Brücke, darunter 14.000 Lastwagen.

Wo werden die Schranken installiert?

An allen vier Zufahrtsstellen auf die Brücke: auf der rechtsrheinischen Seite auf den zulaufenden Rampen von der A 59 aus in Richtung Düsseldorf sowie am Autobahnkreuz Leverkusen-West. Auf der linksrheinischen Seite werden zwei Kontrollstellen an der Anschlussstelle Köln-Niehl errichtet.

Wie funktioniert die Anlage?

Auf der A 1 werden jeweils vor der letzten Ausfahrt vor der Brücke die Fahrspuren mit Trennwänden eingeengt. Auf einer Länge von 200 Metern entstehen Schleusen, die nur mit 40 Stundenkilometern passiert werden dürfen. Der Engpass wird vorher mit zahlreichen Hinweisschildern angekündigt. Auf dem rechten Fahrstreifen sollen schwere Lkw die Autobahn verlassen. Auf zwei verengten Spuren geht es für den übrigen Verkehr geradeaus weiter. An einer Kontrollstelle werden alle Fahrzeuge gewogen und vermessen: Dafür werden in die Fahrbahn Waagen eingelassen und über ihr Kameras und Sensoren installiert. Ist ein falsch fahrender Lkw zu schwer, springt die Ampel auf Rot und hält den nachfolgenden Verkehr auf. Wird er auf der rechten Spur aufgehalten, können die Autos links weiterfahren. Fährt der Lkw auf der linken Spur, dann werden beide Fahrstreifen gesperrt und der Lkw muss erst auf den rechten Streifen und dann abfahren.

Führt die Anlage zu mehr Staus?

Das ist zu erwarten. Zum einen, weil das Tempo vor den Schranken für alle Verkehrsteilnehmer auf 40 Stundenkilometer begrenzt wird. Zum anderen, weil die Ampel auf Rot springt, wenn ein zu schwerer Lkw die Brücke befahren will, nach Angaben des Anlagenbetreibers dauert es rund eine Minute, bis die Fahrspur wieder frei ist.

Sind Fehlmessungen zu erwarten?

Die Betreiberfirma rechnet damit. Fehlmessungen in den ersten Wochen seien zu erwarten, jedoch werde man „die Sensoren auf der A1 ganz anders anordnen als bei den bisherigen Sperranlagen dieser Art“, so Maurice Hojniec von der Betreiberfirma. Die Waagen im Boden können Fahrzeuge messen, die 180 Stundenkilometern fahren, die Sensoren erfassen Umrisse in einer Viertelsekunde.

Besteht eine erhöhte Unfallgefahr?

IHK: Thomas Wängler von der IHK Wuppertal begrüßt zwar die Einrichtung der Sperranlage. Die sieben rheinischen Industrie- und Handelskammern hatten vor der Vollsperrung am vergangenen Wochenende das Land aufgefordert, endlich etwas gegen den illegalen Schwerverkehr zu tun. Unverständlich findet er jedoch, dass nicht mehr Personal in die Ahndung von falsch fahrenden Lkw gesteckt wird. „In den Niederlanden gibt es private Unternehmen, die der Polizei im Straßenverkehr zur Hand gehen. Das wäre auch eine gute Lösung gewesen.“ Zudem fürchtet er, dass dieses Nadelöhr vor der Brücke zu Staus führen wird.

Die zwei Vorläufer der Leverkusener Sperranlage, auf der Schiersteiner Brücke in Rheinland-Pfalz und auf der Fechinger Talbrücke der A6 würden bestätigen, dass Unfälle eher selten wären, sagte Verkehrsminister Groschek am Dienstag. Im Saarland hat es bislang zwei Auffahrunfälle gegeben. Andere Unfälle hätte es wegen zu hohen Tempos gegeben.

Wer zahlt für die Sperranlage?

Die Steuerzahler. Bis März 2017 sind zunächst 4,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln für Aufbau und Betrieb veranschlagt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer