Köln setzt ein spektakuläres Zeichen gegen Fremdenhass: Als Protest gegen die geplante Pegida-Demo bleibt die Beleuchtung mehrerer Wahrzeichen abgeschaltet. Prominente Stimmen rufen zur Teilnahme an Gegenkundgebungen auf.

Gegen die Pegida-Kundgebungen regt sich massiver Widerstand.
Gegen die Pegida-Kundgebungen regt sich massiver Widerstand.

Gegen die Pegida-Kundgebungen regt sich massiver Widerstand.

dpa

Gegen die Pegida-Kundgebungen regt sich massiver Widerstand.

Köln (dpa). Die Kölner Innenstadt bleibt am Montagabend während der geplanten Demonstration der islamkritischen Pegida dunkel: Ab 18.30 Uhr soll für mehrere Stunden die Außenbeleuchtung des Doms abgeschaltet werden, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. 

Der Stromversorger Rhein-Energie hat am Montag angekündigt, die Kölner Brücken und die Altstadt für die Dauer der Demo in Absprache mit der Stadt nicht anzustrahlen. Erst wenn der Kölner Pegida-Ableger Kögida seinen Zug durch die Stadt beendet hat, sollen die Lichter wieder angehen. Die Aktion ist Teil einer Gegenbewegung, die unter dem Motto «Licht aus für Rassisten» dazu aufruft, während Pegida-Aufmärschen die Beleuchtung von Gebäuden abzuschalten. In Dresden blieb beispielsweise die Semperoper während Pegida-Veranstaltungen dunkel.

In Köln knipsen auch das Rathaus, mehrere Kirchen und weitere historische Gebäude ihre Lampen aus. Die Industrie- und Handelskammer verdunkelt ihr Treppenhaus in ihrem Hauptsitz in der Innenstadt ebenfalls.

OB Jürgen Roters ruft zu Teilnahme an Gegendemonstrationen auf

Die Stadt Köln beziehe durch die Teilnahme an der Aktion «nicht nur klare Position gegen irrationalen Fremdenhass und Ausgrenzung, sondern gibt damit einen deutlichen Denkanstoß an potenzielle Teilnehmer der Demonstration, ihre Haltung und Teilnahme noch einmal zu überdenken», sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters nach Mitteilung der Stadt. Er rief außerdem die Bürger dazu auf, an Gegenkundgebungen teilzunehmen.

Neben dem OB haben auch CDU und FDP angekündigt, gegen die Pegida-Demo mit auf die Straße zu gehen. Die zentrale Gegenkundgebung der Initiative «Wir stellen uns quer» - einem Bündnis aus 43 Organisationen - startet ab 17.30 Uhr in der Nähe des Bahnhofs Köln-Deutz. Ein weiteres Gegenbündnis will entlang der Pegida-Marschroute mobil machen gegen Rassismus und hat laut Polizei mehrere einzelne Kundgebungen angekündigt. Die Veranstalter der Gegenaktionen erwarten rund 3000 Teilnehmer.

Der Kölner Pegida-Ableger Kögida hatte 500 Teilnehmer angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Die Anti-Islam-Bewegung «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» - Teile werden der rechtsextremen Szene zugeordnet - will von Deutz bis zum Dom laufen.

Auch in Münster will ein privates Bündnis mit rund 500 Teilnehmern gegen Pegida protestieren. In Köln rechnete die Polizei mit Verkehrsbehinderungen und schloss auch Teilsperrungen im Bahnverkehr der Innenstadt nicht aus. In Berlin und Dresden waren für den Abend ebenfalls zahlreiche Gegenveranstaltungen geplant

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