Die Burscheiderin Silvia Claßen bietet mit den Meerschweinchen „Ratz und Rübe“ von Stress heimgesuchten Kinder ein „tiergestütztes Lerntraining“ an. Die Kurse sind im Tri-Cafe.

Die Burscheiderin Silvia Claßen bietet mit den Meerschweinchen „Ratz und Rübe“ von Stress heimgesuchten Kinder ein „tiergestütztes Lerntraining“ an. Die Kurse sind im Tri-Cafe.
Die Heilpädagogin und Erzieherin Silvia Claßen – hier mit dem Meerschweinchen „Rübe“ – bietet ab dem 1. September tiergestützte Kurse für unter Stess und Druck geratene Schulkinder an.

Die Heilpädagogin und Erzieherin Silvia Claßen – hier mit dem Meerschweinchen „Rübe“ – bietet ab dem 1. September tiergestützte Kurse für unter Stess und Druck geratene Schulkinder an.

Dennis Woller

Die Heilpädagogin und Erzieherin Silvia Claßen – hier mit dem Meerschweinchen „Rübe“ – bietet ab dem 1. September tiergestützte Kurse für unter Stess und Druck geratene Schulkinder an.

Burscheid. Ganztags-Schulbesuche, die keinen Freiraum mehr zulassen. Eine Leistungsgesellschaft bereits in der Grundschule. Die Orientierung schon in der zweiten Klasse darauf, dass ein gutes Abi her muss, um ein Top-Studium zu erlangen. Helikoptereltern, die jeden Schritt ihrer Kinder in der Schule wie in der Freizeit beäugen und planen.

Aber auch Eltern, die im Hamsterrad stecken und nur funktionieren. Lehrer, die schwer an der Aufgabe tragen, allen gerecht zu werden und sich mit dem Komplex aus verhaltensoriginellen oder ADHS-Kindern, kleinen Zuwanderern, mangelnden Deutschkenntnissen und Inklusionskindern auseinandersetzen müssen. Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche drohen in dieser problematischen Gemengelage unterzugehen. „Irgendwann bleiben solche Kinder einfach stehen“, sagt die Heilpädagogin Silvia Claßen.

Die Burscheiderin ist auch Entspannungspädagogin sowie ausgebildete Erzieherin und hat sich auf Lese- und Rechtschreibschwäche konzentriert. Unter dem Namen „Ratz & Rübe“ bietet sie ab dem neuen Schuljahr ein sogenanntes tiergestütztes Lerntraining und eine Entspannungspädagogik an. Namensgeber sind dabei die beiden als Therapietiere eingesetzten Meerschweinchen Ratz und Rübe, zu denen sich zwei Hasen und mehrere Katzen gesellen.

Mit „Ratz & Rübe“ macht sich die Burscheiderin, die bisher als Erzieherin im Kindergarten, als Integrationskraft für behinderte Kinder, im sozialen Dienst und Sozialdienstleitung im Luchtenberg-Richartz-Haus arbeitete, selbstständig. Aus der Fülle ihrer Erfahrungen und Ausbildungsfertigkeiten will sie Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche, die in der Schule steckengeblieben sind, unterstützen und fördern. Eltern und Lehrer stellten durch Beobachtung fest, wenn die ihnen anvertrauten Kinder professioneller Unterstützung bedürften – dann stehe sie bereit, erklärt Silvia Claßen.

Tiere bewerten nicht, Tiere geben den Kindern keine Noten

Die neuen Kurse finden im Tri-Café statt, das Silvia Claßen zu diesem Zweck mit Bällen, Matten und Spielen ausstattet.

Bereits bei Fünf- bis Siebenjährigen setzt der Kurs „Tierisch fit in Grundschule und Kindergarten“ an. Der Kurs umfasst achtmal je eine Stunde mit Fantasiereisen, Wahrnehmungsspielen, autogenem Training, Kinderyoga und Spielen zum Stressabbau. Die Tiere nehmen an einer dieser Stunden teil.

An Acht- bis Elfjährige richtet sich der Kurs „Tierisch gut lesen und schreiben mit Ratz und Rübe“. Dabei geht es um die Förderung der Lesefähigkeit, um die Verbesserung der Rechtschreibung, um Entspannungstechniken und Entspannungstechniken. Gleichartiges gibt es als „Tierisch gut zählen und rechnen“.

Der Umgang mit den Tieren dabei soll helfen, die Kinder zu öffnen und ihnen Ängste zu nehmen. „Tiere bewerten nicht, Tiere benoten nicht“, sagt Silvia Claßen. Sie plant aus dem gleichen Grund Lese-Besuche der Kinder im Tierheim; dort sollen sie den Katzen vorlesen, ihre Ängste verlieren und Selbstbewusstsein aufbauen. Den Katzen können die Kinder, befreit von Versagensfurcht, unbeschwert etwas vortragen und dabei jede Scheu ablegen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer