Von Regen blieb das Kikufe auch in diesem Jahr nicht verschont. Doch Fans, Musiker und Organisatoren sind hart im Nehmen.

Festival
Rubber Soul gehörte als Beatles-Coverband zu den Highlights des Kirchenkurvenfestivals.

Rubber Soul gehörte als Beatles-Coverband zu den Highlights des Kirchenkurvenfestivals.

Organisator des Kikufe, Ralph Liebig (2.v.l.), stand mit seiner Band Stiller Hans am Sonntag selbst auf der Bühne.

Toby Sauter & Band spielten am Samstagabend Rock’n’Roll von Elvis Presley bis Chuck Berry und brachten die Zuhörer als Vorgruppe von Rubber Soul schon in Stimmung.

Das Publikum ließ sich trotz des wechselhaften Wetters nicht vom Besuch in der Kirchenkurve abbringen.

Die Bands machten ordentlich Stimmung.

Barbara Sarx, Bild 1 von 5

Rubber Soul gehörte als Beatles-Coverband zu den Highlights des Kirchenkurvenfestivals.

Burscheid. Unbeständig und feucht – wie in den vorherigen Wochen war auch das letzte Augustwochenende verregnet und nass. Das hielt die Burscheider und viele auswärtige Gäste nicht davon ab, am 4. Kirchenkurvenfestival (Kikufe) teilzunehmen – auch wenn der Regenschirm ein ständiger Begleiter war.

Im Gegensatz zum Wetter war die Stimmung sehr wohl beständig und vor allem fröhlich. „Die Burscheider sind wasserfest“, sagt Ralph Liebig, der Organisationsleiter des Fests. Im Bergischen kenne man eben das Wetter und da sei man auch auf das Wechselhafte gefasst. Dennoch glaubt er, dass bei besserem Wetter noch mehr Besucher gekommen wären.

„Sicher hat das Wetter etliche abgehalten herzukommen. Aber viele Gäste lassen sich nicht mehr abschrecken und kommen trotzdem.“

Ralph Liebig Organisationsleiter des Kikufe

Youngblood und Tommy and the Krauts machten am Samstag den Auftakt. Bei Toby Sauter & Band begann sich die Kirchenkurve dann zusehends zu füllen. Der Auftritt wurde wegen des Brandes in der nahen Carl-Lauterbach-Straße um eine halbe Stunde verschoben.

Die Beatles-Coverband Rubber Soul animierte die Gäste zu mehr als nur zum Mitsingen: Wer glaubt, dass die Band bei heftigem Regen und starkem Gewitter am Samstagabend allein auf weiter Flur war, der irrt. „Bis 23 Uhr war hier etwas los“, sagt Ralph Liebig. „Neben Schirmen und Regenmänteln wurde sogar ein eigener Pavillon mitgebracht und kurzfristig aufgebaut.“

Nur die Feuerzeuge hielten den Wetterbedingungen nicht stand

Die Burscheider seien eben auf alles vorbereitet: „Man hatte den Eindruck, als wollten die Besucher ausdrücken, dass sie sich das Fest vom Wetter auf keinen Fall vermiesen lassen“, erzählt er lächelnd. Und so sangen die Gäste bei teils strömendem Regen mit, während auf der Bühne die bekannten Melodien von „Let it be“ bis „Hey Jude“ erklangen – auch wenn die Feuerzeuge witterungsbedingt diesmal nicht geschwenkt wurden.

Das Kirchenkurvenfestival fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Einnahmen werden über Sponsoren und den Verzehr erzielt; der Eintritt ist frei. Der Erlös fließt jedes Jahr in die 25 000 Euro teure Restaurierung der Orgel in der Kirche am Markt.

Die Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde, Silke Hamburger, teilte am Sonntag mit, dass die Restaurierung der Orgel im März 2012 beginnt, obwohl das Geld noch nicht zusammen ist.

Weitere Bilder vom zweitägigen Kirchenkurvenfestival gibt es von beiden Fotografen des Bergischen Volksboten im Internet. Darunter auch Impressionen vom gestrigen Freiluft-Gottesdienst.

Sven Podzielly war bereits zum zweiten Mal beim Kikufe „Das hat mir schon im vergangenen Jahr gut gefallen“, sagt er. Deshalb ist der Burscheider auch in diesem Jahr wiedergekommen.

„Es ist so schön, dass man der Stadt mit solchen Ereignissen etwas bietet.“

Sven Podzielly, Besucher

„Es ist schön, dass man der Stadt mit solchen Ereignissen etwas bietet“, sagt er. Dass das Fest nicht nur die Burscheider selbst anzog, sondern auch Besucher aus dem Umkreis, war auch den Veranstaltern wichtig. „Ich habe eine Reihe bekannter Gesichter aus Leverkusen gesehen“, berichtet Ralph Liebig. Der Sonntagmorgen gehört traditionell dem Open-Air-Gottesdienst, der sich diesmal den kurvigen Lebenswegen widmete. Rund 170 Besucher füllten die Bänke vor der Bühne und verfolgten dabei auch den Kollektenaufruf der Kantorin Silke Hamburger.

Die Sanierung der Orgel in der Kirche am Markt wird im März 2012 beginnen, „weil ich ungeduldig bin“. Das Geld hat die Gemeinde nämlich noch nicht zusammen; es muss über die Jahre abgestottert werden. Das Kikufe wird seinen Erlöszweck also noch eine Zeit behalten. Großartiger Schlusspunkt des Gottesdienstes war eine Eigenkomposition des Tommy-and-the-Krauts-Gitarristen Julian Hilgert. Seit der Premiere 2008 ist der folgende Auftritt von Engelbert Wrobel und seinen Dixieland-Kollegen gesetzt. Wie die Gottesdienstbesucher blieb auch Wrobels Fangemeinde trocken, ehe später doch wieder leichter Regen einsetzte.

Diejenigen, die mit der regionalen Bandszene nicht so vertraut sind, erlebten beim folgenden Auftritt eine Überraschung: Mit der Leverkusener Band Stiller Hans stand Kikufe-Organisator Ralph Liebig am Bass selbst mit auf der Bühne. Seine Coverband Silent Bob präsentiert ihr druckvolles deutschsprachiges Stimmungsprogramm in gleicher Besetzung unter dem Namen Stiller Hans. Ebenfalls Coverrock aus Leverkusen präsentierte zum Abschluss die Band Dream, zum zweiten Mal beim Kikufe zum Gast. Das dürften aber nur die wenigsten bemerkt haben, denn beim letzten Mal spielten die vier Musiker bei strömendem Regen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dieses Pech hatten sie diesmal nicht, sodass dem Festival diesmal ein weitaus verträglicher Ausklang vergönnt war als vor Jahresfrist.

Den Termin des letzten Augustwochenendes wolle man auch in Zukunft beibehalten, kündigt Liebig an. „Zwar lag das Kikufe in diesem Jahr in den Sommerferien, aber davon haben wir wenig gespürt.“ Das Fest werde eben gut angenommen und habe sich etabliert.

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