Die Jäger sollen den Bestand drastisch reduzieren. Bald gibt es im Kreis zwei Sammelstellen.

Eine Wildschwein-Bache mit zwei ihrer Frischlinge. Weil die Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden muss, soll der Schwarzwildbestand auf unter zwei Stück pro 100 Hektar Fläche reduziert werden.
Eine Wildschwein-Bache mit zwei ihrer Frischlinge. Weil die Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden muss, soll der Schwarzwildbestand auf unter zwei Stück pro 100 Hektar Fläche reduziert werden.

Eine Wildschwein-Bache mit zwei ihrer Frischlinge. Weil die Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden muss, soll der Schwarzwildbestand auf unter zwei Stück pro 100 Hektar Fläche reduziert werden.

dpa

Eine Wildschwein-Bache mit zwei ihrer Frischlinge. Weil die Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden muss, soll der Schwarzwildbestand auf unter zwei Stück pro 100 Hektar Fläche reduziert werden.

Burscheid. Eigentlich hätte Ende Januar die Schonzeit für Wildschweine begonnen. Bis in den Sommer hinein dürfen in dieser Zeit eigentlich nur die von den Jägern Frischlinge genannten Jungtiere gejagt werden.

Doch stattdessen geht es den Wildschweinen nach einer Krisensitzung im Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium nun verstärkt ans Fell. Zur Bekämpfung der Schweinepest soll der Schwarzwildbestand von den Jägern auf unter zwei Stück je 100 Hektar Fläche reduziert werden.

Derzeit liege der Bestand im Rheinisch-Bergischen Kreis um ein Mehrfaches höher, sagt der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, Hans Erik Backhausen, auch wenn genaue Angaben schwierig seien: "Ob nun vier, sechs oder sieben Wildscheine pro 100 Hektar, das lässt sich schwer schätzen."

Gejagt werden dürfen und sollen jetzt neben den Frischlingen auch die so genannten Überläufer, die keine Jungen haben, also die ein- bis zweijährigen Wildschweine. Denn gerade die jungen Tiere gelten als Virusträger und Verbreiter der Tierseuche.

Geplanter Einsatz von Wärmebildkameras

Minister Eckhard Uhlenberg (CDU) hat auch den Einsatz von Flugzeugen mit Wärmebildkamera angekündigt. Kreisveterinär Thomas Mönig begrüßt diesen Plan: "Wenn bekannt ist, wo sich wie viele Wildschweine befinden, dann können die Bejagungsmaßnahmen viel zielgerichteter und am tatsächlichen Bestand orientiert erfolgen."

Ab Ende Februar, so Geschäftsführer Backhausen, sollen ganz Rhein-Berg und der übrige rechtsrheinische Regierungsbezirk zum Gefährdungsgebiet erklärt werden. Bisher galt nach dem Fund eines erkrankten Wildschweins am 8. Januar nur ein Zehnkilometerbezirk um die Fundstelle in Rösrath als gefährdet. Zeitgleich wird Ende des Monats eine Impfaktion starten, die ebenfalls von den Jägern übernommen wird.

"In wenigen Wochen" würden auch zwei Sammelstellen im Kreis eingerichtet, kündigt Backhausen an. Die Jäger sollen möglichst nicht länger als 20 Kilometer müssen. Eine der Sammelstellen wird sich voraussichtlich bei Untereschbach befinden, die andere im Nordkreis.

Dort müssen die Jäger die geschossenen Tiere künftig zunächst abliefern, bis die nötigen Untersuchungen abgeschlossen sind. Lässt sich die Seuche nicht nachweisen, können die Stücke wieder abgeholt und verwertet werden; andernfalls bleibt nur die Vernichtung.

75 Jäger und fünf Reviere gibt es allein in Burscheid. "Das meiste Schwarzwild kommt im Eifgenrevier vor", sagt Hegeringleiter Ekkehard Behnke. Auch nach seiner Wahrnehmung sind die Wildschweine überall auf dem Vormarsch: "Früher haben sie nur einmal im Jahr Junge bekommen, mittlerweile bis zu dreimal jährlich."

Behnke sieht vor allem die wachsende Gefahr von Wildunfällen auf der Autobahn. Vor Jahren habe es einen schweren Unfall auf der A 1 mit Wildsauen gegeben. Danach wurde nördlich der Anschlussstelle Burscheid ein Wildschutzzaun errichtet.

"Ich plädiere dringend für eine Ausweitung des Zauns auch in südliche Richtung", sagt Behnke. Wildschweine seien mittlerweile auch in Kämersheide, auf dem Drauberg und in Geilenbach gesichtet worden.

Die umfangreichen Jagdmaßnahmen sollen vor allem die Hausschweinbestände schützen. Zwei Schweinemastbetriebe gibt es im Südkreis, ansonsten nur kleinere Haltungen.

Der Kreis appelliert dringend an alle Schweinehalter, ihre Bestände zu melden. Pressesprecherin Birgit Bär: "Dazu sind sie ohnehin verpflichtet, aber wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Wir müssen das jetzt nur zur Bekämpfung der Seuche dringend wissen." Das Kreisveterinäramt ist unter Telefon 02202/13-2815 zu erreichen.

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