In den 13 Jahren seit seinem Kommen hat Pfarrer Markus Höyng viel verändert – auch sich selbst.

Familie und Freunde aus Hückeswagen hatten das Pfarrhaus schon am Samstag geschmückt.
Familie und Freunde aus Hückeswagen hatten das Pfarrhaus schon am Samstag geschmückt.

Familie und Freunde aus Hückeswagen hatten das Pfarrhaus schon am Samstag geschmückt.

Familie und Freunde aus Hückeswagen hatten das Pfarrhaus schon am Samstag geschmückt.

Burscheid. Samstagabend, es geht auf Mitternacht zu. In der Sakristei der Laurentiuskirche brennt noch Licht. Noch einmal geht Markus Höyng gedanklich seinen Abschiedsgottesdienst durch. Noch einmal ist er allein mit sich und dieser Kirche, die er in den vergangenen 13 Jahren mit so viel Leben gefüllt hat.

Ein stiller Moment der Konzentration. Und ein gedanklicher Spaziergang, irgendwo unterwegs auf den Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Zehn Stunden später ist für stille Einsamkeit kein Raum mehr. Die Kirche brechend voll, auch die Sitzreihen vor der Außenübertragung besetzt, alle sind gekommen, um Höyngs Priesterjubiläum zu feiern und ihn zugleich gen Troisdorf zu verabschieden.

Freude und Traurigkeit, Zuversicht und Wehmut liegen im Wettstreit. Engelbert Wrobels Saxofonversion von "What a wonderful World" wirkt wie ein musikalisches Synonym für diese Stimmung: Ja, die Welt ist schön - zum Weinen schön.

Festprediger Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", greift die Atmosphäre auf, auch die Verunsicherung, die die vielen Umstrukturierungen in seiner Kirche hinterlassen haben. Abschied will er auch als Kraftquelle verstanden wissen, als "Atemholen zu neuer Kreativität".

Die Weitergabe des Glaubens symbolisiert sein Geschenk, ein silbernes Brustkreuz, das er mit einigem Abstand gleich zweimal von einem syrischen Erzbischof erhalten hatte. "Du darfst es nicht tragen", sagt er noch bei der Überreichung - um es Höyng dann später beim Auszug eigenhändig umzuhängen.

Geschichten vom "ungestümen 37-Jährigen"

"Eine beeindruckende Entwicklung" bescheinigt Johannes Schrage, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, seiner Gemeinde in den 13 Jahren seit Höyngs Amtsantritt in Burscheid. Er erinnert an den damals "ungestümen 37-Jährigen, der alles anders macht", an manche Befremdung zu Beginn, die im Laufe der Jahre großer Dankbarkeit gewichen sei: dafür, "dass er Gottes Wort in unsere Welt übersetzt; dass es uns berührt und lebendig wird".

Dass Markus Höyng Gemeinde nie als geschlossene Gemeinschaft verstanden hat, bestätigt auch die evangelische Pfarrerin und Presbyteriumsvorsitzende Annerose Frickenschmidt. "Das ist unsere katholische Kirche hier in Burscheid", könne sie mit voller Überzeugung sagen. "Ich bin willkommen." Und Bürgermeister Hans Dieter Kahrl ergänzt: "Dein strahlendes Lachen und dein Humor haben schon viel Eis gebrochen."

Die Dankbarkeit, die Zuneigung, die Vertrautheit, sie brechen sich unter anderem in den vielen Geschenken Bahn, die an diesem Tag überreicht werden: Aufwendige Handarbeiten der Gemeinde wie ein neues Priestergewand und eine Burscheid-Decke, der "evangelische" Weinstock und ein Buch mit zahlreichen Erinnerungsschätzen zeugen von dem Willen, dass Stadt und Gemeinde den Seelsorger zwar schweren Herzens ziehen lassen, aber die innere Verbindung nicht kappen wollen.

Höyng selbst, sonst um (auch viele) Worte nicht verlegen, beschreibt mit nur drei Sätzen die Wechselwirkungen der Ermutigung: "Diese Gemeinde ist ein schöner Acker gewesen. Ich durfte hier wachsen. Und ich durfte in Vielem über mich hinaus wachsen."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer