Für Burscheids größte Grundschule gehört der Karneval unverzichtbar zum Bildungsauftrag.

Monti-Sitzung
Die Tornister als Percussion-Instrument: So läutet die Klasse 3a die Auftritte der Drittklässler ein.

Die Tornister als Percussion-Instrument: So läutet die Klasse 3a die Auftritte der Drittklässler ein.

Siewert

Die Tornister als Percussion-Instrument: So läutet die Klasse 3a die Auftritte der Drittklässler ein.

Burscheid. Irgendwann wird es auch in Burscheid kein Halten mehr geben. Irgendwann wird wieder ein Karnevalsverein gegründet und ein Rosenmontagszug durch die Stadt ziehen. Irgendwann – wenn die Schüler der Montanusschule dem Kinderalter entwachsen sind, aber auf eine Stimmung wie bei der Monti-Sitzung trotzdem nicht verzichten wollen.

Die ersten Generationen müssten bald so weit sein. Schließlich ging am Altweiber schon die 9. Auflage der Monti-Sitzung über die Bühne der Hans-Hoersch-Halle. Und zumindest die Schule ist inzwischen vollständig infiziert: Erstmals waren alle 13 Klassen von der 1a bis zur 4d beteiligt – ein Grund, warum der Sitzungsbeginn um eine halbe Stunde vorverlegt wurde.

Aber alles schön der Reihe nach: Angekündigt von den Viertklässler-Moderatoren Jule, Marie und Frederik und aufgeheizt durch die Cheerleader, zeigt die Schule, nach Alter und Alphabet sortiert, ihre karnevalistischen Begabungen. Die Erstklässler eröffnen den Reigen der Stimmungslieder und -tänze. Und die 4d beschließt ihn – mit dem furiosen Auftritt der „Flying Montis“.

Vom Trampolin im Hechtsprung auf die Bühne

Über das Trampolin fliegen die Schüler ein ums andere Mal zur Bühne empor, formieren sich zu lebenden Pyramiden und hechten durch Gymnastikreifen. Da brechen auch im Auditorium alle Dämme.

Wenn stört es da noch, dass diesmal versäumt wurde, die Vorhänge vor die Oberlichter der Halle zu ziehen, was der Atmosphäre etwas das Heimelige nimmt? Und dass der Elferrat aus Lehrern und Schülern da oben auf der Bühne nicht immer vollzählig ist, bemäkeln nur die Buchhalter.

War’s das nach den Viertklässlern? Noch nicht ganz. Denn da gibt es ja noch die Lehrer. Die Eltern hatten schon relativ früh die Altersreihenfolge der Show durchbrochen und mit dem alten YMCA-Gassenhauer der Village People die Bühne erobert. Aber da geht noch was nach oben. Und wenn man nach oben blickt, ist ein Halleluja immer angebracht.

„Halleluja“ war 2010 der Karnevalshit von Brings. Und als die Lehrer zur Liedzeile „Nimm dir e Hätz un sing Halleluja“ dann auch tatsächlich Herzen schwenken, haben sie die selbigen ihrer Schützlinge endgültig erobert. Der Rest ist Polonaise.

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