Die Ortsgruppe in Burscheid bildet zum ersten Mal ein Jugendeinsatzteam aus. Ende Mai wird es bei einer Regatta in Fühlingen ernst.

Burscheid. Marc Ewald traut sich zu, Leben zu retten. Der 14-Jährige wird Ende des Monats seinen ersten Wachdienst bei der Drachenboot-Regatta am Fühlinger See in Köln machen. Menschen in Not aus dem Wasser ziehen, Ertrinkende retten, wiederbeleben – das sind im Ernstfall seine Aufgaben. Doch Ewald bewahrt einen kühlen Kopf. „Noch ist die Aufregung nicht da.“

Der Jugendliche ist einer von sieben Schwimmern, die sich bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu einem Jugendeinsatzteam zusammengefunden haben. Am Ende ihrer Ausbildung, in der Regel im Alter von 16, sollen die Schwimmer in den Sommermonaten Wachdienst an ebenso beliebten wie gefährdeten Stellen wie dem Rhein oder dem Fühlinger See leisten können.

In Burscheid ist das Jugendeinsatzteam ein Novum. Ausbilderin Christina Fucks (22) erklärt: „Wir hatten über eine lange Zeit einfach keine Vorbilder.“ Es gebe zurzeit kaum jüngere Rettungsschwimmer beim DLRG in Burscheid. Mit dem Jugendeinsatzteam soll jetzt eine neue Generation von potenziellen Lebensrettern geschaffen werden, die dann später Jugendliche zu der Laufbahn motivieren und sie ausbilden soll.

Zweijährige Ausbildung mit vielen Anforderungen

Während ihrer zweijährigen Ausbildung absolvieren die jungen Lebensretter Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze und Silber, einen Erste-Hilfe-Kurs, das Deutsche Schnorchelabzeichen und eine Funkausbildung. Für die Fülle an Prüfungen trainiert das Team einmal in der Woche im Burscheider Bad.

Da üben die Jugendliche dann zum Beispiel das Abschleppen und Aus-dem- Wasser-Ziehen von leblosen Personen. Das simulieren die Schwimmer sowohl mit Menschen als auch mit Puppen. Leonard Herbst berichtet: „Das Abschleppen ist schon recht anstrengend, je nachdem wie schwer die Person ist.“

Geschichte Karl Berghoff, ehemaliger Bürgermeister der Stadt, sein Stellvertreter Willi Wirths und der damalige Stadtdirektor Horst Weber setzten sich für die Gründung einer DLRG-Ortsgruppe in Burscheid ein. An einem Freitagabend im Oktober 1977 gründeten 40 Interessierte den Verein.

aktive Heute haben die Burscheider Rettungsschwimmer rund 200 Mitglieder.

Kniffliger finde der 14-Jährige aber die Erste Hilfe. „Da muss man sich viel merken und darf nichts falsch machen. Schließlich kann es im Ernstfall um ein Menschenleben gehen.“ Doch Panik wolle er sich vor dem Dienst Ende des Monats nicht machen. Auch wenn er wisse, dass das Lebenretten unter echten Bedingungen schwerer ist.

Trotzdem stellen sich Tobias Häbel (14), Henrik Koppe (14), Marc Ewald (14), Alina Röder (16), Nina Sauer (14), Dominik Blum (16) und Leonard Herbst (14) der Herausforderung. Eine neue Ausrüstung konnte der DLRG den Jugendlichen dank einer Spende aus der Sparkassenstiftung Burscheid ermöglichen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer